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In vielen Städten und Gemeinden entstehen Pumptrack-Strecken

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Pumptrack-Anlage mit Flutlicht.
Leuchtturm-Projekt in der Region: In Sontra gibt es auf einem ehemaligen Fußball-Hartplatz eine Pumptrack-Anlage mit Flutlicht. © Privat

Wer meint, dass es langweilig ist, auf dem Fahrrad immer im Kreis zu fahren, der war noch nie auf einem Pumptrack unterwegs. Für Carsten Rövenstrunk sind die speziell angelegten, hügeligen Bahnen ein Sportangebot mit Zukunft für die ganze Familie – und wenn es nach ihm ginge, dann hätte jeder Ort so eine Strecke.

Kreis Kassel – Im Altkreis Kassel gibt es bisher zwar nur eine zehn Jahre alte Pumptrack-Strecke in Baunatal, aber viele andere Kommunen ziehen mittlerweile nach. In Vellmar, Lohfelden und Fuldabrück haben die Parlamente bereits beschlossen, solche Anlagen zu bauen, und auch in Ahnatal wird derzeit debattiert, ob so eine Strecke in der Gemeinde einen Platz finden könnte.

Je schneller solche Angebote umgesetzt werden können, desto besser sei ist, findet Rövenstrunk, der beim Hessischen Radfahrerverband Fachwart für BMX-Rennsport ist: „Es war nie einfacher, unsere Kinder von der Playstation wegzubekommen.“

Schon vor drei Jahren hatte er für den Hessischen Radfahrerverband eine Präsentation zu Pumptracks erstellt und an alle hessischen Radsportvereine verteilen lassen. Dort erklärt er, was ein Pumptrack ist: „Ein geschlossener Rundkurs mit Wellen, Steilkurven und Sprüngen. Das Ziel beim Fahren auf einem Pumptrack ist es, Geschwindigkeit durch Gewichtsverlagerung und gezielte Zieh- und Drückbewegungen aufzubauen – das sogenannte „Pumping.“ Damals sei der Trend schon klar erkennbar gewesen, sagt der 54-Jährige.

Attraktiv seien die Anlagen vor allem deshalb, weil nicht nur Jugendliche dort ihren Spaß haben. Vom Dreijährigen auf dem Laufrad zum 50-Jährigen auf dem Mountainbike nutzen laut Rövenstrunk generationsübergreifend Radbegeisterte die Anlagen. Und sogar Menschen im Rollstuhl könnten über die Strecken fahren. „Es kommt auf die Auslegung des Pumptracks an“, sagt der Experte. Ob Roller, BMX oder Damenrad sei am Ende völlig egal.

Gerade für Kommunen seien die Anlagen deshalb so attraktiv, weil sich unterschiedliche Altersschichten dort treffen, sich austauschen und gegenseitig helfen würden. „Das fördert die sozialen Kompetenzen.“ Aber damit ein solcher Platz auch alle anspricht, sollte er an einem gut erreichbaren öffentlichen Platz sein.

Eine Grundfläche von 60 mal 40 Metern sei ausreichend, um eine ansprechende Anlage mit einer etwa drei Meter breiten Fahrbahn und unterschiedlichen Schweregraden zu bauen. Für einen asphaltierten Pumptrack müssen Kommunen laut Rövenstrunk zwischen 80 000 und 300 000 Euro investieren, abhängig von Größe und Ausführung der Anlage. Aber die Investition lohne sich, nicht nur, weil ein Pumptrack die sportliche und soziale Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen fördert, sondern auch die Sicherheit auf dem Rad und damit im Straßenverkehr erhöht.

Auch sportlich gesehen seien Pumptracks ein Gewinn, sagt Rövenstrunk, der auch im RSC-Weimar-Ahnatal BMX-Fachwart ist. Denn auch die Vereine würden durch den Trend profitieren. „Für Mountainbike- und BMX-Fahrer ist das pushen und pumpen die optimale Grundlagentechnik und die Fahrtechnik, die wir den Kindern als erstes beibringen“, sagt Rövenstrunk.

Sollte in Vellmar tatsächlich demnächst ein Pumptrack gebaut werden, will Rövenstrunck auch dort nach jungen Talenten Ausschau halten. „Wenn die in jungen Jahren schon diese Technik gut beherrschen, würde ich sie mir gerne in den Verein holen.“

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