Hobby zum Beruf gemacht

In seiner Kellerwerkstatt entstehen individuelle Hingucker aus Holz

Von Maik Kämpfer aus einzelnen Bauteilen zusammengesetzt: das neue Firmenschild einer Kasseler Imkerei.
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Von Maik Kämpfer aus einzelnen Bauteilen zusammengesetzt: das neue Firmenschild einer Kasseler Imkerei.

In der Ausbildung lernte er, mit Metall zu arbeiten. Jetzt hat sich der Baunataler Maik Kämpfer auf individuelle Firmenschilder aus Holz spezialisiert. In seiner Werkstatt entstehen echte Hingucker.

Baunatal – „Meine Leidenschaft liegt eben eher beim Holz als beim Metall“, erklärt der gelernte Industriemechaniker Maik Kämpfer, warum er in seiner Werkstatt am liebsten mit dem nachwachsenden Rohstoff arbeitet. „Es lässt sich einfach besser bearbeiten als Metall.“ Und das ist für Kämpfer entscheidend: Der Baunataler fertig individuelle Holzschilder für Unternehmen wie Privatleute – jedes Stück ist ein Unikat. Unter dem Namen „Wooden Signs“ hat er sich selbstständig gemacht.

Große Unzufriedenheit im alten Job brachte den 39-Jährigen, der gebürtig aus dem Raum Magdeburg stammt, zum Umdenken. „Ich war schon immer Hobby-Handwerker, hab im kleinen Stil ein paar Möbel für uns neu gebaut oder renoviert“, erzählt Kämpfer. In den sozialen Medien sei er dann auf Handwerker aus den USA gestoßen, die Firmenschilder aus Holz bauen oder besonders verzierte Schneidebretter fertigen.

Vor eineinhalb Jahren, Ende 2019, machte der zweifache Vater sich dann selbstständig, „kurz bevor die Meisterpflicht wieder eingeführt wurde“, berichtet Kämpfer. Die Handwerkskammer hat ihn bei den Holzspielzeugmachen einsortiert. Kämpfer, der sich fast alles selbst beigebracht hat, bezeichnet seine Arbeit eher als Holzkunstwerk. „Aus der Industrie wusste ich, wie eine CNC-Fräse funktioniert. Beim Thema Holzarten und Lacke habe ich aber einige Fehler gemacht – aus denen ich gelernt habe.“

Die Schilder von Kämpfer können einfache Hinweis- oder Namensschilder sein, die schon bei unter 100 Euro losgehen. Seine Spezialität sind aber komplexere, dreidimensionale Firmenlogos aus gefrästem Holz oder Hartschaum. „Holz ist einfach ein besonderes Material, auch die Nachhaltigkeit ist mir wichtig. Der Hartschaum ist zwar aus Kunststoff, dafür aber viel langlebiger.“ Nicht selten bestehen die fertigen Schilder aus verschiedenen Bauteilen, sogenannten Inlays – Englisch für Füllung oder Einlage – aus anderem Holz oder Hartschaum. Das sorgt für deutliche Kontraste und auffällige Formen. Wenn ein Unternehmen aus der Region bei ihm anfragt, freut sich Kämpfer besonders, wie er sagt. „Die Firmen suchen einen Blickfang, um das Kundeninteresse zu wecken.“ Bis zu vier Wochen arbeitet er an einem Auftrag.

Kämpfers „Ahle Worscht Brettchen“ sind zwar keine Unikate, dafür hat er davon schon Hunderte verkauft, insbesondere an Einzelhändler mit regionalen Geschenkartikeln. Das Brett, aus einem Stück Eiche gefertigt, hat eine extra Schnittmulde für das Messer und eine Auffangschale für abgeschnittene Wurst-Stückchen.

Noch ist Kämpfers Werkstatt im Keller der Schwiegereltern, da will er aber raus. „Ich suche eine richtige Werkstatt, in der mein Unternehmen wachsen kann.“ (Von Gregory Dauber)

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