Betriebe sind nicht auskunftspflichtig - Ordnungsämter kontrollieren Regeln

Geimpft, genesen oder getestet? Kunden müssen Friseur vertrauen

Symbolbild: Szene mit Hand und Schere beim Haareschneiden
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Ist der Friseur geimpft oder nicht? Ob Anbieter von körpernahen Dienstleistungen die Coronaregeln einhalten, kontrollieren die Ordnungsbehörden. Eine Auskunftspflicht gegenüber dem Kunden gibt es nicht.

Wer zum Friseur, zur Fußpflege oder zur Kosmetikerin geht, kommt den Dienstleistern unweigerlich nah. Abstand halten ist nicht möglich. Als Kunde muss man in der Pandemie einen Nachweis zeigen, aber dürfen Kunden auch ihren Friseur nach seinem Impfstatus fragen?

Kreis Kassel – Laut Corona-Verordnung dürfen nur Geimpfte und Genesene körpernahe Dienstleistungen wahrnehmen. Ausgenommen sind hygienisch oder medizinisch notwendige Behandlungen – dazu zählen der Friseur und die Fußpflege. Hier reicht laut Verordnung ein Negativnachweis (Schnelltest, PCR-Test, Testheft). Doch wie ist es umgekehrt? Woher wissen Kunden, ob ihr Friseur oder die Fußpflegerin die 3G-Regel einhält? Dürfen Kunden fragen, ob der Mitarbeiter geimpft ist?

„Im Grunde nicht“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Die Beschäftigten müssen den Kunden gegenüber keine Auskunft zu ihrem Impfstatus geben. Ihrem Arbeitgeber aber schon. Dieser muss sicherstellen, dass alle die 3G-Regelungen erfüllen, nur dann darf er öffnen. Mitarbeiter, die keine Auskunft geben, müssen einen aktuellen Test vorlegen.

„Es kommt also darauf an, dass man als Kunde dem jeweiligen Anbieter vertraut, dass er sich an die geltenden gesetzlichen Regelungen hält“, so Kühlborn weiter. Vertrauen alleine reicht jedoch nicht. Etwa fünf bis sieben Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen gegen Coronaregeln pro Woche landen beim Landkreis, sagt Kühlborn. Gemeldet würden diese unter anderem von den Ordnungsämtern.

Vier Mitarbeiter kontrollierten unangemeldet stichpunktartig und anlassbezogen die Umsetzung der Regeln und reagieren auf Beschwerden, erklärt Harald Stückrad. Dadurch ergeben sich mehrere Kontrollen in der Woche. Stückrad ist Leiter des Ordnungsbehördenbezirks, zu dem Kaufungen, Helsa, Nieste, Niestetal und Söhrewald gehören.

Mit dem Verursacher werde das Problem besprochen und eine Lösung gefunden. In diesem Jahr seien so zwar Mängel festgestellt worden, diese waren bei der Nachkontrolle aber abgestellt. Verstöße, die der Landkreis ahnden würde, habe es in diesem Jahr bisher gar keine gegeben.

Auch in Vellmar wurden bisher schon über 100 Betriebe von zwei Mitarbeitern der Ordnungsbehörde Vellmar kontrolliert, teilt Stadtsprecherin Astrid Kneuer mit. Oft informierten die Mitarbeiter auch über neue Regeln. Dazu gebe es viele Fragen an das Ordnungsamt.

Auch Kunden fragen in Friseurbetrieben nach dem Impfstatus der Mitarbeiter, berichtet Alexandra Kaske-Diekmann, Obermeisterin der Friseur-Innung Kassel. Viele würden den Status ihrer Mitarbeiter kommunizieren, manche testen sich trotz Impfung. Wenige Betriebe hätten sich auch freiwillig für die 2G-Regelung entschieden. Ein vertrauensvoller Umgang sei ohnehin wichtig im Friseurbetrieb, auch wenn noch kein Kunde ein Impfzertifikat sehen wollte.

Auch Podologin Ilona Lange aus Baunatal wird von Patienten nach ihrem Impfstatus gefragt. „Das ist menschlich, ich kontrolliere sie ja auch.“ Viele fühlten sich sicherer, wenn sie erfahren, dass sie geimpft sei. Laut dem Deutschen Verband für Podologie gehört der Beruf ohnehin zum Gesundheitswesen, für das ab März die Impfpflicht gilt. (Michaela Pflug und Valerie Schaub)

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