Regelung gilt für stark frequentierte Bereiche

Böllerverbot im Landkreis Kassel: Jahreswechsel ohne Knall

Daniel Lübker von der Stadt Wolfhagen hängt in Wolfhagen und den Stadtteilen Verbotsschilder auf.
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Nicht nur in Pandemiezeiten: Daniel Lübker von der Stadt Wolfhagen hängt in diesen Tagen in Wolfhagen und den Stadtteilen Verbotsschilder auf. Seit drei Jahren gibt es in Wolfhagen ein Verbot.

Kein lautes Knallen, kein bunter Feuerwerksregen, kein Raketenzischen: Silvester wird von 2021 auf 2022 ähnlich wie im vergangenen Jahr leiser als gewohnt – wegen Corona.

Kreis Kassel – Auch im zweiten Jahr der Pandemie gibt es einen eher stillen Jahreswechsel. Der Verkauf von Böllern und Raketen ist verboten, und wer noch etwas von den Vorjahren übrig hat, darf dies in Hessen allenfalls im eigenen Garten in die Luft jagen. Der Landkreis Kassel will für die Region ein Böllerverbot an sogenannten publikumsträchtigen Orten im Kreisgebiet umsetzen und kooperiert dafür in diesem Jahr mit den Kommunen.

„Wir haben uns mit den Bürgermeistern abgestimmt und genau festgelegt, wo ein Feuerwerksverbot sinnvoll ist“, informiert Landrat Andreas Siebert. Die Kommunen hatten dem Landkreis publikumsträchtige Orte, die gern zu Silvester genutzt werden, gemeldet. Mit dem Verbot will der Landkreis verhindern, dass die bereits durch die Pandemie stark in Anspruch genommenen Intensivstationen in den Krankenhäusern in der Region noch weiter durch feuerwerksbedingte Notfälle belastet werden.

Das Verbot gilt am 31. Dezember 2020 und am 1. Januar 2021. In Bad Karlshafen, Helmarshausen und Wolfhagen betrifft es sogar die gesamte Altstadt. In anderen Kommunen nennt der Kreis Altstadtbereiche wie in Hofgeismar die Fußgängerzone am Marktplatz oder in Kaufungen den Bereich um die Stiftskirche. Auch in Zierenberg ist der Marktplatz einschließlich der Bereiche um das Rathaus und die Evangelische Stadtkirche böllerfreie Zone.

Schon seit Jahren gilt laut Sprengstoffrecht ein generelles Feuerwerksverbot in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden – und zwar ganzjährig. Daher hatten einige Kommunen schon vor der Pandemie in Bereichen mit vielen Fachwerkhäusern ein Feuerwerksverbot an Silvester erlassen. Das aktuelle Verbot des Landkreises stützt sich zusätzlich auf entsprechende Regeln im Infektionsschutzgesetz.

Landrat Andreas Siebert appelliert mit Blick auf Silvester und Neujahr erneut an die Bevölkerung möglichst wenig Kontakte zu pflegen. „Es gibt keinen Grund, zum Jahreswechsel beim Schutz vor Corona leichtfertig zu sein“, so Siebert. Auch wenn das Verbot eine erneute Einschränkung der Handlungsfähigkeit der Menschen sei, so gingen der Gesundheitsschutz und die Entlastung der Krankenhäuser und des Rettungsdienstes eindeutig vor. Außerdem habe das Verbot zumindest für den Tier- und den Naturschutz positive Auswirkungen. „Wer ein Haustier hat, weiß welche Belastungen Feuerwerk für die Tiere darstellt – und das gilt natürlich in gleichem Maße auch für die Wildtiere“, erklärt Siebert. (Bea Ricken)

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