Erst Kühe streicheln, dann Eis essen

Auf Jüttes Weidberghof gibt es selbst gemachtes Eis aus dem Automaten

Eis zu jeder Tageszeit: Martin und Claudia Jütte von Jütte’s Weidberghof verkaufen ihr selbst gemachtes Eis in einem Eisautomaten, der 24 Stunden am Tag zugänglich ist.
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Eis zu jeder Tageszeit: Martin und Claudia Jütte von Jütte’s Weidberghof verkaufen ihr selbst gemachtes Eis in einem Eisautomaten, der 24 Stunden am Tag zugänglich ist.

Richtig gutes Eis gibt es an vielen Orten, aber manchmal hat man Lust auf etwas Ausgefallenes. Wir begeben uns in dieser neuen Serie auf die Suche nach originellen Eiskreationen.

Fuldatal – Elf Jahre hat es von Martin Jüttes erster Eis-Idee bis zum Aufstellen des Automaten gedauert. „Ich fand Martins Vorschlag der eigenen Eisproduktion damals nicht so gut“, sagt Ehefrau Claudia. Doch zum Glück hätten sie das Projekt vergangenen Sommer doch umgesetzt, erzählt sie und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Denn – man kann es nicht anders sagen – Jüttes Hofeis-Automat ist ein voller Erfolg.

Als das Hofcafé im Vorjahr wegen Corona vorübergehend schließen musste, hätten Jüttes Zeit zum Nachdenken gehabt. „Ich habe mich an die Eis-Idee erinnert und konnte meine Frau überzeugen“, freut sich Martin Jütte. Bereits vor elf Jahren belegte er einen Kurs zum Eis-Machen, den hätte er noch mal aufgefrischt „und dann ging’s los.“ Zunächst sollte das Eis nur eine Ergänzung zum Kuchenangebot im Café sein, doch die Nachfrage war so groß, dass Jüttes den Eis-Automaten aufstellten.

Fuldatal: Erst Kühe streicheln, dann Eis essen

„Inzwischen machen wir alle zwei Tage frisches Eis“, sagt der Hofbesitzer, der zudem noch Käse und Joghurt aus der Milch seiner Kühe produziert. Vom Füttern und Melken der Kühe, der Herstellung und dem Abfüllen des Eises, bis hin zum Etikettieren der Becher und dem Einräumen des Automaten – alles machen Jüttes selbst. „Mit ganz viel Liebe“, sagt Claudia Jütte, die manchmal kaum hinterherkomme den Eis-Automaten nachzufüllen.

Kalt, cremig, lila: Frisches Heidelbeer-Eis kommt aus der Eismaschine.

„Sonntags kommen die Leute teils schon gegen 9.30 Uhr mit einer Kühltasche und kaufen direkt mehrere Becher“, freut sie sich. Aber auch spät abends kämen häufiger Kunden vorbei, die auf dem Heimweg „noch einen kleinen Abstecher zu unserem Automaten machen“, erzählt Claudia Jütte. Auch viele Spaziergänger und Radfahrer machten tagsüber Halt bei Jüttes Weidberghof, um dort ein Eis zu essen.

Selbst gemachtes Eis auf Jüttes Weidberghof

Die Kinder gingen oft zuerst die Kühe streicheln, bevor sie sich ihr Eis aussuchen. Doch Jüttes haben auch Stammkunden, die mehr als 20 Kilometer anreisen, um sich mit dem hausgemachten Eis einzudecken. „Das finde ich wirklich toll“, sagt Claudia Jütte stolz. Denn der Weidberghof liegt weder zentral, noch hätten sie ihr Eis groß beworben. „Nur auf unserer Homepage und Facebook haben wir die Info über den Eis-Automaten veröffentlicht“, sagt Martin Jütte.

300 Becher, randvoll mit cremigem Eis, passen in den Kühlautomaten, der eine Temperatur von minus 20 Grad hat. Das sei extra so kalt (Theken in Eisdielen haben minus 14 Grad), damit die Kunden das Eis bis nach Hause transportieren können.

Fast genauso beliebt wie die Süßspeise: Die Hofkühe, die die Milch fürs Eis geben.

Fuldatal: Eis aus Milch von eigenen Kühen bei Jüttes

Neben Klassikern wie Schokolade und Vanille gibt es auch Sorten wie Rose, laktosefreies Himbeereis aus Molke oder veganes Haselnuss-Eis mit Hafermilch in 150 Gramm Bechern für 2,50 Euro und in 500 Gramm Bechern für 5 Euro. Bezahlen kann man mit Münzen oder Scheinen. „Je nach Jahreszeit bieten wir noch Sorten wie beispielsweise Spekulatius an“, erklärt Claudia Jütte.

Die Ideen für neue Kreationen kämen häufig von Kunden, die Wünsche bei Jüttes äußern. Bei Kindern käme vor allem die Sorte Milly Lilly mit kleinen Schokolinsen gut an. „Männer essen meistens Schokoladeneis“, sagt Claudia Jütte, Frauen würden häufig Joghurt-Eis aussuchen. Den Joghurt dafür macht das Paar ebenfalls selbst.

Eis mal anders in Fuldatal bei Jüttes Weidberghof

Jüttes setzen auf Frische und Regionalität: Kirschen, Heidelbeeren und Himbeeren stammen von Händlern aus der Umgebung, die Milch von den eigenen Kühen und die neu-designten Etiketten hat ein Freund von ihnen entworfen. „Die Menschen legen inzwischen wieder viel mehr Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel“, sagt Claudia Jütte.

Ob sie planen, ihr Eis auch in umliegenden Einkaufsläden anzubieten, weil die Nachfrage so groß ist? „Nein, unser Eis soll exklusiv bleiben“, antwortet Claudia. „Wir wollen nicht, dass es an jeder Ecke verkauft wird“, ergänzt der Eismacher Martin Jütte. Eine kleine Überraschung für Eis-Fans käme diesen Sommer aber noch auf ihrem Weidberghof, verspricht das Ehepaar Jütte. Theresa Lippe

Kontakt:

Weidberg 1, Fuldatal; , Tel.: 05 61 / 81 72 10

Auch in Baunatal und Espenau gibt es ganz besondere Eissorten.

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