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Nach Flaute wegen Corona: Viele Angebote wieder gut genutzt

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Von: Theresa Novak

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Mit Leib und Seele für die Jugendlichen da: Peter Mangold ist seit 1986 Jugendpfleger in Fuldabrück und kümmert sich unter anderem um die drei gemeindlichen Jugendklubs. Seine Kollegin Elke Doubrawa arbeitete lange an seiner Seite, ist aber kürzlich in den Ruhestand gegangen.
Mit Leib und Seele für die Jugendlichen da: Peter Mangold ist seit 1986 Jugendpfleger in Fuldabrück und kümmert sich unter anderem um die drei gemeindlichen Jugendklubs. Seine Kollegin Elke Doubrawa arbeitete lange an seiner Seite, ist aber kürzlich in den Ruhestand gegangen. © Theresa Novak

Nach zwei Jahren voller Einschränkungen und Regeln haben Jugendliche wieder Lust auf Austausch und Geselligkeit. Die Jugendklubs in manchen Gemeinden sind wieder so gut besucht wie lange nicht.

Kreis Kassel – Jugendzentren und Jugendklubs waren wegen der Corona-Pandemie lange verwaist. Jetzt sind sie wieder voller Leben und in einigen Gemeinden so gefragt wie nie zuvor. In anderen Kommunen befindet sich die Nachfrage der Jugendlichen nach zwei Jahren voller Einschränkungen und Regeln noch in einer Anlaufphase. Das sagt auch Kreisjugendpfleger Daniel Klein.

„Manche Gemeinden erleben gerade einen regelrechten Ansturm. Auch Angebote des Landkreises Kassel wie Ferienfreizeiten waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.“ Nicht nur die Jugendlichen wünschten sich wieder Normalität und Abwechslung im Alltag, auch die Familien insgesamt bräuchten die Möglichkeiten, um zum Beispiel Schulferien zu überbrücken.

Warum es in manchen Kommunen noch Anlaufschwierigkeiten gibt, erklärt der Kreisjugendpfleger so: „Grund dafür kann sein, dass die jungen Menschen nach Corona erst mal wieder aus ihren Rückzugsorten herausgeholt werden müssen. Einige haben sich in den vergangenen zwei Jahren anders organisiert, soweit es möglich war, und deshalb die Angebote der Jugendarbeit nicht auf dem Schirm.“

Fuldabrück

Fuldabrück ist eine der Gemeinden, wo es gerade gut läuft. „In den 2010er-Jahren waren die Jugendlichen mehr in digitalen Welten unterwegs und es gab einen Abwärtstrend, was die Nutzung unserer Jugendklubs anging“, sagt Jugendpfleger Peter Mangold.

„Jetzt, nach Corona, gibt es eine totale Gegenbewegung.“ Das liege an dem Mangel an direkter Kommunikation von Angesicht zu Angesicht, die ja lange nicht möglich war. Mangold stellt außerdem fest, dass die Bedürfnisse der Jugendlichen zurück zu den Ursprüngen gehen. „Sie wollen zurzeit das, was schon Jahrzehnte vorher gefragt war: Sofas, Musik, Kicker, Billard – einfach einen Raum ohne Erwachsene, in dem sie ihre Freunde treffen können.“

In Fuldabrück gibt es insgesamt drei Jugendklubs, der Klub im Ortsteil Bergshausen werde aktuell von 40 Jugendlichen genutzt. „Das ist enorm viel“, sagt Mangold.

Helsa

Auch in der Gemeinde Helsa gibt es regelmäßige offene Treffs in den drei verschiedenen Jugendräumen. „Wir grillen mal zusammen oder organisieren ab und zu bestimmte Aktionen“, sagt Jugendpfleger Markus Ludwig. „Ansonsten kommt zu den Öffnungszeiten der Räume einfach der, der gerade Lust hat.“

Ludwig hat den Eindruck, dass zurzeit etwas weniger Jugendliche als vor Corona die Räumlichkeiten nutzen. „Wir brauchen noch ein wenig Anlaufzeit“, sagt er. Früher sei die Sache einfacher gewesen: „Damals spielten die Cliquen noch eine große Rolle. Kam einer in den Jugendraum, kamen gleich 15 andere mit.“ Ein weiterer Faktor seien die Ganztagsschulen mit Nachmittagsbetreuung, bei denen die Jugendlichen sehr eingespannt seien. „Es gibt heute einfach mehr Schule, mehr Freizeitangebote und viele andere Sachen, mit denen man sich beschäftigen kann, als das noch vor 15 Jahren der Fall war.“

Niestetal

In Niestetal berichtet Sprecher Alexandros Souris, dass die Nachfrage nach Angeboten zurzeit wieder zunehme. Das Aushängeschild der Jugendarbeit in Niestetal sei das „Come-In“, „seit den 80ern eine feste Institution in der Gemeinde“. Hier werde die lange Tradition im Bereich der Jugendpflege deutlich, die auch nach all den Jahrzehnten noch großen Anklang finde.

Vellmar

In Vellmar gibt es einen offenen Treff für Jugendliche im Piazza – eigentlich ein idealer Standort nahe der Schule, sagt Jugendarbeiterin Lisa Freiwald. „Trotzdem muss sich das Angebot erst wieder rumsprechen. Nach Corona ist das noch nicht wieder in den Köpfen.“

Baunatal

Offene Treffs, bei denen Jugendliche einfach nur zusammen sein können, sind auch in Baunatal gefragt. „Zwar sind wir noch nicht ganz auf dem Stand, auf dem wir vor Corona waren, aber insgesamt werden die Angebote gut angenommen“, sagt Susanne Bräutigam, Sprecherin der Stadt Baunatal. „Die jungen Leute brauchen jetzt einfach Zeit für sich und einen Platz, an dem sie sich treffen können. Das ist deutlich spürbar.“ (Theresa Novak)

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