Torben Icke und Jana Fröck aus Großenritte gründen Start-up in Coronakrise

Aromafreie Proteine aus Baunatal

Haben in der Coronakrise den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt: Torben Icke und Jana Fröck betreiben in Großenritte eine Protein-Manufaktur.
+
Torben Icke und Jana Fröck betreiben in Großenritte eine Protein-Manufaktur.

Die Wirtschaft leidet nach wie vor unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Nicht alle Unternehmen überleben die Krise. Für angehende Jungunternehmer nicht gerade der beste Zeitpunkt, um ein neues Start-up zu gründen. Auch Jana Fröck und Torben Icke aus dem Baunataler Stadtteil Großenritte standen im vergangenen Sommer vor der Frage, ob sie ihren Traum von der Selbstständigkeit aufgeben sollten.

Baunatal – Nach reiflicher Überlegung haben sie ihren Plan aber weiterverfolgt und die Manufaktur Narei gegründet, in der sie Nahrungsergänzungsmittel, überwiegend Proteinpulver, herstellen und vertreiben. „Unsere Intention dabei ist nachhaltige und gesundheitsbewusste Produkte zu kreieren. Deshalb kommen alle unsere Produkte ohne Aromastoffe aus, und der Geschmack beruht nur auf natürlichen Pflanzenpulvern“, erläutert Jana Fröck.

Bereits 2019 hat das Paar mit den Planungen begonnen. „Ursprünglich wollten wir unsere Produkte vor allem im stationären Handel, in Fitnessstudios und auf Märkten in der Region präsentieren“, erinnert sich Torben Icke. „Dann kam die Corona-Pandemie. Niemand wusste, was jetzt kommt. Wir hatten unsere Ersparnisse aber bereits in die Gründung investiert und uns deshalb auch dafür entschieden, nicht aufzugeben“, fügt der 27-Jährige hinzu.

Weil ein Großteil des Handels im Lockdown schließen musste, haben die Start-up-Gründer umgedacht und zunächst einen Online-Versand entwickelt. „Das gestaltete sich leider schwieriger als gedacht, weshalb wir unsere Produkte auch auf Onlinemarktplätzen wie Amazon angeboten haben“, erläutert die 26-jährige Diplom-Verwaltungswirtin. So habe sich die Nachfrage dann stetig entwickelt und immer mehr Tüten mit Proteinpulver und Kapseln wurden verkauft.

Als Lager- und Produktionsräume dient den beiden Start-up-Gründern das Dachgeschoss im Haus von Ickes Eltern. Die Idee zur Herstellung von Proteinpulvern kam ihnen beim Sport. „Wir fanden die Proteinpulver immer viel zu süß, mit zu vielen Aromen zugesetzt. Das war nicht das, was wir haben wollten“, so Fröck. Weil hochwertigere Produkte aber auch entsprechend teuer seien, hätten sie angefangen, sich das Pulver selbst zu mischen. Zunächst setzten sie auf Sorten wie Schokolade und Kokos. „Uns war aber auch der gesundheitliche Aspekt wichtig, also haben wir ein Rezept mit Ingwer und Kurkuma entwickelt.“

Wegen des Nachhaltigkeitsaspektes sei es den Jungunternehmern wichtig, die Rohstoffe größtenteils aus Europa zu beziehen – soweit dies möglich ist. Manche Zutaten wie Kakao oder Kurkuma stammen aus Indien und Südamerika. Die Rohstoffe werden dann in Großenritte abgewogen, maschinell gemischt und anschließend per Hand in Tüten zu 400- und 450-Gramm abgepackt, die, je nach Zutat, zwischen 6 und 15 Euro kosten.

Auch wenn die Corona-Pandemie ihr Protein-Geschäft zunächst in den Onlineversand verlagert hat, halten die beiden weiter an dem Plan fest, ihre Produkte künftig auch in Märkten und Fitnessstudios in der Region zu vertreiben. „Darüber sind wir momentan schon mit ersten Händlern im Gespräch“, so Icke. Auch das Sortiment soll weiter wachsen. Bis Jahresende sollen mindestens zwei neue Produkte entwickelt werden.

Von Daniel Göbel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.