Brücken und Tunnel sind nötig

Bahn legt erste Varianten für Streckenführung der Kurve Kassel vor

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Mögliche Streckenführungen der Kurve Kassel.

Wie hoch der Raumwiderstand im Suchraum der Kurve Kassel ist, können Interessierte jetzt auf der Webseite der Deutschen Bahn nachlesen.

Egal ob Stromtrassen oder Zugstrecken – wann immer eine größere Infrastrukturmaßnahme geplant ist, muss eine Raumwiderstandsanalyse erstellt werden. Diese zeigt, wie schwierig es im designierten Suchraum werden wird, das geplante Projekt umzusetzen. Hindernisse für ein solches Projekt sind zum Beispiel Schutzgebiete, geologische Schwierigkeiten und natürlich Häuser und Siedlungen.

Wie hoch der Raumwiderstand im Suchraum der geplanten Güterzugtrasse im Norden Kassels ist, der sogenannten „Kurve Kassel“, können Interessierte jetzt auf der Webseite der Deutschen Bahn nachlesen. Im Bauinformationsportal der Deutsche Bahn AG befindet sich unter anderen auch eine Karte, in der zusammenfassend alle aktuellen Linienvarianten abgebildet sind, sowie eine Beschreibung der Raumwiderstandskriterien einschließlich der neuen Höchsteinstufung „Außerordentlich hoch“.

Schaut man sich diese Karten an, dann sieht man vorwiegend violett, dunkelrot und orange. Das bedeutet, dass der Raumwiderstand im Suchraum fast überall hoch bis außerordentlich hoch ist. Diese Felder berücksichtigend, hat die Deutsche Bahn drei Grobkorridore „Nord“, „Zentral“ und „Süd“ mit insgesamt sieben Linienführungen erstellt.

Bau von Brücken und Tunneln für Kurve Kassel notwendig

Bei allen sieben Varianten wäre ein Bau der Trasse nur möglich, wenn Tunnel oder Brücken gebaut würden, um die Belastung für Natur und Mensch so gering wie möglich zu halten. Alle Varianten würden in der Nähe von oder direkt durch Wohngebiete führen – ein wesentlicher Grund dafür, dass es so erheblichen Widerstand gegen den Bau der Trasse in Fuldatal, Vellmar und Espenau gibt, den am stärksten betroffenen Kommunen.

Es gebe aber noch keine Fachgutachten zur Umweltfolgenabschätzung, insbesondere zur voraussichtlichen Lärmentwicklung, schreibt Klaus Werner in einer Pressemitteilung. Der Sprecher der Bürgerinitiative Vellmar „Keine Kurve Kassel“ kritisiert auch fehlende Raumverträglichkeitsuntersuchungen. Vielmehr müssten diese Gutachten nun erst eingeholt werden, um dann Auswirkungsprognosen für die möglichen Varianten erstellen zu können. 

Deutsche Bahn kündigt runden Tisch für Kurve Kassel an

„Das ist für einen Zeitraum von fast 20 Monaten seit der Antragskonferenz im März 2018, wo auch schon Einstufungen für die Raumwiderstandsklassen präsentiert wurden, ein ziemlich dürftiges Ergebnis“, schreibt Werner. Erste Gutachtenergebnisse könnten wohl erst beim nächsten Termin für den Runden Tisch präsentiert werden, den die Bahn für März 2020 ankündigt.

Es ist also noch keine Variante vom Tisch, auch nicht die im „bestandsnahen Ausbau“ in Niedervellmar. „Ob bei den drei verschiedenen Varianten im Grobkorridor „Süd“ durch Untertunnelung ein ausreichender Lärmschutz für die Menschen in Vellmar gewährleistet werden könnte, kann zurzeit nicht beurteilt werden“, sagt Werner. Deshalb müsse die Bürgerinitiative den Kampf gegen die Kurve Kassel fortsetzen und weiterhin auf eine echte Prüfung der Alternativstrecke drängen.

Informationen bei der DB Netze unter: kurve-kassel.de/downloads.html

In den vergangenen Wochen war es etwas ruhiger geworden um eines der umstrittensten Projekte im Landkreis Kassel: die geplante Güterzugtrasse im Norden Kassels.

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Kommentare

WeckewerkAntwort
(1)(0)

Diesem Kommentar ist nichts hinzuzufügen!

Mobiman69Antwort
(5)(1)

Die DB konnte erst konkretere Planungen in Auftrag geben, seit des RP Kassel ihr im Unterrichtungsschreiben von Mitte Juli 2018 den konkreten Suchraum sowie auf 30 Seiten Hinweise zum einzuhaltenden Planungsprocedere gegeben hatte. Ausschreibung der Planungsleistungen, Gutachterauswahl, Einarbeitung, Füllung von Software mit Daten, Ableitung grober Korridore, Entwicklung konkreter Trassierungsvarianten usw., das dauert halt einige Monate.

Das Ergebnis ist nun doch sehr konkret, so dass anschließend vertiefte Prüfungen und Abwägungen erfolgen können. Alles völlig normal.

Ebenso „normal“ wie die von Ihnen natürlich wieder mal daherlamentierte Begleitmusik, dieses hämische Dauergenöle, sobald es um ÖV- oder Bahnprojekte geht. Fast jeden Tag stänkern Sie rum und stellen den Rest der Welt als Idiotentruppe hin.

Haben Sie denn „Ihre“ Wunschtrasse offiziell eingebracht? Welche ist es denn?

In Wahrheit verstehen Sie von Bahn und Bus sowie von Planungsprozessen so viel wie der Ochs‘ vom Eierlegen!

Tun Sie dem Rest der Welt bitte einen großen Gefallen. Informieren Sie sich zunächst, es steht ja genug im Internet, bevor Sie mit ihren Fingern die Tastatur malträtieren.

Die von Ihnen selbst aufgeworfene Frage „Ja spinne ich?“ ist auf dem von mir oben aufgezeigten Hintergrund zu beantworten.

Lasse Svensen
(0)(6)

Jetzt erst legt die Bahn etwas vor?
Ja spinne ich? Das ist ja noch langsamer als Bimmelbahntempo. Die hätten von uns hier auf einfache Frage Trassen bekommen.

Kommentare

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