Sie will Umweltschutz langfristig denken

Christina Lütke ist die neue Klimaschutzmanagerin im Landkreis Kassel

Christina Lütke ist die neue Klimaschutzmanagerin im Landkreis Kassel
+
Christina Lütke ist die neue Klimaschutzmanagerin im Landkreis Kassel

Bis 2030 will der Landkreis CO2-neutral werden. Dabei soll Christina Lütke helfen, die neue Klimaschutzmanagerin des Landkreises Kassel.

„Zu meinen Aufgaben gehört die Koordination aller Aktivitäten und Projekte zum Klimaschutz auf Landkreis-Ebene in enger Abstimmung mit den Kommunen“, sagt die 29-Jährige, die seit Dezember im Amt ist.

Momentan verschafft sie sich einen Überblick. Ihre Erkenntnisse sollen in die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes fließen. Dass ein solches nötig ist, hatten die Kreistagsabgeordneten auf Grundlage eines Grünen-Antrages vor einem Jahr beschlossen. „Wir müssen sehen, wo wir stehen, und wo wir hinwollen“, sagt Lütke. Dazu definiert sie Meilensteine. Der Erste: die Ist-Analyse und das Erstellen einer Treibhausgasbilanz. Dabei soll auch geklärt werden, wo kommt das Treibhausgas her, wer verursacht es und wie?

Dafür bereitet Lütke schon die ersten Ausschreibungen vor. Um genau zu verstehen, wo Schwachpunkte und Stärken liegen, braucht es externe Hilfe und spezielle Computerprogramme. Danach sollen dann Strategien und ein Katalog konkreter Projekte erarbeitet werden.

Dabei muss der Landkreis nicht bei Null anfangen, erklärt Lütke. „Im Bereich Windkraft nutzen wir das Potenzial schon gut und erzeugen sogar mehr als hier im Landkreis verbraucht werden kann.“ Auch bei Neubauten werde schon genau darauf geachtet, wie die Bauten möglich energieeffektiv und umweltschonend gestaltet werden. „Allerdings haben wir natürlich auch noch einige Altbestände, wo es Verbesserungspotenzial gibt.“

Potenzial gebe es nicht nur bei den Liegenschaften, sondern auch bei den Anschaffungen und bei der Mobilität. „Wir überlegen zum Beispiel, wie man die Flotte des Kreises in ein Carsharing-Modell integrieren könnte.“ Auch an Verbraucher und Bürger richten sich Angebote. „Wir wollen zum Beispiel Projekte im Bereich Müllvermeidung und Konsumverhalten anstoßen.“ Grundsätzlich sieht die Wirtschaftsgeografin in den Bereichen E-Auto und Solarenergie die Möglichkeit für engagierte Bürger sich in die Energiewende einzubringen. „Ich glaube, gerade auf dem Land macht E-Mobilität Sinn. Es gibt hier viele Eigenheime, wo man in der Garage ohne große Umstände eine Ladestation einrichten kann.“

Jetzt aber fokussiert sich auf das Klimakonzept. Denn viel Zeit bleibt nicht. In das Projekt und ihre Stelle investiert der Kreis in den nächsten zwei Jahren knapp 200 000 Euro, 65 Prozent werden über ein Programm des Bundesumweltministeriums gefördert. Laut Lütke gibt es die Möglichkeit einer Anschlussförderung für weitere drei Jahre. Allerdings ist ihr auch das noch nicht lang genug: „Es ist ein toller Anfang. Aber beim Thema Umweltschutz muss man langfristig denken, auch in Zeiträumen von 50 oder sogar 100 Jahren.“

Zur Person Christina Lütke

Christina Lütke (29) wuchs in Göttingen auf. Dort und in Marburg hat sie Wirtschaftsgeografie studiert und sich auf Umweltthemen spezialisiert. Danach hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Research Group for Earth Observation in Heidelberg gearbeitet und dort ihre Promotion begonnen. Diese führte sie während ihrer Arbeit als Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Dachau fort. Die Arbeit zum Thema „Klimawandelanpassung in Unternehmen“ ist eingereicht, muss aber noch verteidigt werden. Auch in ihrer Freizeit ist sie gern in der Natur unterwegs, sie plant, einen weiteren Segelschein und einen Jagdschein zu machen. Lütke lebt in Ahnatal.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.