Züge sollen Tag und Nacht fahren

Deutsche Bahn informierte zum aktuellen Stand beim Projekt Kurve Kassel

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Informierten über den Stand bei der Kurve Kassel: von links Alexander Nolte, Gesamtprojektleiter Fulda Gerstungen/Kurve Kassel der DB Netze, Christopher Schmidt, Projektleiter Fulda Gerstungen/Kurve Kassel, Volker Mohr, Amtsleiter für Stadtplanung Stadt Kassel, Manfred Merz, Bauverwaltungsamtsleiter Kassel und Christof Nolda, Leiter des Dezernats für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt.

Infrastrukturprojekte stehen immer in der Kritik. So ist es auch bei der Kurve Kassel, einer im Norden Kassels geplanten Güterzugtrasse, die die Ost-West-Verbindung stärken soll.

„Es ist gut, über so große Infrastrukturprojekte intensiv zu diskutieren, denn sie verändern auch die Landschaft“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung im Philipp-Scheidemann-Haus. Dort hatten Vertreter der DB Netze das Projekt vorgestellt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Warum soll es die Kurve Kassel geben?

Es geht darum, zwei Güterzugstrecken nördlich von Kassel so zu verbinden, dass Güterzüge nicht zum Rangierbahnhof in der Stadt fahren müssen, um die Fahrtrichtung zu wechseln. Rund 20 Kilometer Strecke und 40 Minuten Fahrzeit sollen dadurch gespart werden. Der Bund hat die Notwendigkeit dieses Projekts im Bundesverkehrswegeplan 2030 festgelegt. Ziel ist die Ost-West-Verbindung zu verbessern und mehr Güter auf die Schiene bringen zu können.

Wie ist der aktuelle Stand des Projekts?

„Wir befinden uns ganz am Anfang des Verfahrens, aber wir wissen, dass wir im Suchraum eine Variante finden müssen“, erklärte Christopher Schmidt, Projektleiter Kurve Kassel bei der DB Netze. Der Suchraum befindet sich in einem Dreieck zwischen Immenhausen und Wilhelmshausen im Norden und Kassel im Süden. Der Suchraum ist im Bundesverkehrswegeplan vorgegeben. Am Anfang des Verfahrens werden Fragen beantwortet wie: Wo liegen Trinkwasserquellen und Naturschutzgebiete, wo leben besonders viele Menschen?

Gibt es schon konkrete Varianten?

Die DB Netze hat sieben Varianten in Grobkorridoren vorgestellt, die sich jedoch noch verändern können. Eine Variante würde ganz nah an der bereits vorhandenen Strecke in Kassel entlangführen, hätte jedoch den Nachteil, dass sie sich in eng besiedeltem Bereich befindet und dort schon einige Eisenbahnlinien teilweise übereinander liegen. „Wir müssten also mit einem weiteren Brückenbauwerk eine Etage höher kreuzen“, sagte Schmidt.

Mit wie viel Verkehr rechnet die Bahn und wann werden die Züge rollen?

Bis zu 44 Güterzüge täglich sollen nach den Prognosen auf der Kurve Kassel bis 2025 fahren. Die Züge werden laut Schmidt Tag und Nacht fahren, „aber etwas mehr als die Hälfte tagsüber“.

Bis wann soll die Planung realisiert werden?

„Einen Zeithorizont zu geben ist sehr schwer“, sagte Schmidt. Denn bei einem Planfeststellungsverfahren könne es immer noch größere Verzögerungen geben. Vermutlich werde die Strecke erst Ende der 2030er-Jahre fertiggestellt.

Hat der Bau der Kurve Kassel auch Vorteil für die Region?

„Grundsätzlich wird es für Kassel und die Region keinen direkten Vorteil geben“, sagte Schmidt. Das sei auch ein Grund für die frühe Beteiligung der Öffentlichkeit.

Wie ist nun das weitere Vorgehen?

Die Bahn beginnt nun mit der Optimierung der Linienvarianten. Für den 16. März ist der nächste Runde Tisch verabredet, bei dem die Bahn unter anderem diese Varianten vorstellen will. Zudem will sie am 30. März einen Expertentag organisieren.

Die Deutsche Bahn (DB) präsentiert aktuelle Planungsschritte für die umstrittene Kurve Kassel. Im Suchraum für die Kurve gibt es sieben Varianten. Von Seiten der Bürger gibt es Protest.

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