Bürgerinitiative fordert Planungsstopp

Trotz Kritik: Bahn will Planungen für Güterzugtrasse Kurve Kassel vorantreiben

Mitglieder der Bürgerinitiativen fordern Planungsstopp: Klaus Werner (Vellmar, von links), Helga Heinemann (Fuldatal), Werner Kolle (Immenhausen), Nadja Porsch (Espenau), Volker Damm (Vellmar), Jochen Schaffland (Grebenstein), Stefan Uhlig (Grebenstein), Peter Schürmann (Espenau) und Maria Brandstetter (Fuldatal).
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Mitglieder der Bürgerinitiativen fordern Planungsstopp: Klaus Werner (Vellmar, von links), Helga Heinemann (Fuldatal), Werner Kolle (Immenhausen), Nadja Porsch (Espenau), Volker Damm (Vellmar), Jochen Schaffland (Grebenstein), Stefan Uhlig (Grebenstein), Peter Schürmann (Espenau) und Maria Brandstetter (Fuldatal).

Die Deutsche Bahn will den Bau der Kurve Kassel vorantreiben - die Bürgerinitiative hingegen fordert einen Planungsstopp.

Kreis Kassel – Die DB Netz AG macht Tempo bei den Plänen für eine mögliche Neubaustrecke der Güterzugtrasse Kurve Kassel. So empfinden es zumindest die Bürgerinitiativen aus den vom Ausbau betroffenen Kommunen. Sie fordern deshalb einen Planungsstopp. Hauptargument der Bürgerinitiativen für den geforderten Planungsstopp ist, dass es seit Ausbruch der Coronakrise keine echte Bürgerbeteiligung gebe. Dabei betont die DB Netz AG immer wieder, dass ihr genau die besonders wichtig sei.

Auch deshalb hält die Bahn den von den Initiativen geforderten Planungsstopp für das falsche Signal. „Vonseiten der Bürgerinitiativen und der Bevölkerung gibt es viele offene Fragen zum Projekt und seinen möglichen Ausgestaltungen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der DB Netz AG. Gerade, um diese Fragen beantworten zu können, müsse die DB Netz AG weiterhin die Planungen vorantreiben, die sich noch in einer sehr frühen Phase befinden.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Bahn nun die seit Anfang 2019 regelmäßig stattfindenden Runden Tische, an denen auch Vertreter der Bürgerinitiativen sitzen, ins Internet verlegt. Doch genau daran stoßen sich die Teilnehmer des Runden Tisches. Denn zumindest bei den ersten beiden Webinaren waren die Mikrofone der Teilnehmer ausgeschaltet, nur die Bahn als Ausrichter hatte Rederecht.

„Auch in anderen Bahnprojekten werden derzeit aus Rücksicht auf die besondere Situation Online-Dialoge genutzt“, heißt es dazu von der Bahn. Diese hätten sich durchweg bewährt. Jedoch sei auch von Anfang an klar gewesen, dass es sich um ein eingeschränktes Format handele. „Wir wollen weiterhin berichten und informieren, und nicht einfach eine fertige Planung von der Vorzugsvariante auf den Tisch legen“, erklärt Projektleiter Christopher Schmidt.

Die Formate für die Beteiligung würden zudem laufend weiterentwickelt und Wünsche der Teilnehmenden aufgegriffen. So wurde beim zweiten Webinar mehr Zeit für Fragen eingeräumt, die per Mail eingereicht werden mussten und beim dritten Webinar, das vergangene Woche stattfand, waren zum ersten Mal die Mikrofone aller Beteiligten geöffnet, sodass sich jeder an der Diskussion beteiligen konnte. „Das hat technisch gut geklappt“, sagt Schmidt. Trotzdem wolle die Bahn, ebenso wie die Bürgerinitiativen, bald wieder zu Vor-Ort-Terminen zurückzukehren – sobald dies unter Wahrung der Hygieneauflagen und Abstandsregelungen möglich sei.

Da ein Webinar natürlich nicht denselben Diskussionsraum wie eine Präsenzveranstaltung biete, sollen beim ersten persönlichen Treffen laut Schmidt noch mal die Themen der Webinare zur Sprache kommen. „Dafür ist auf jeden Fall Zeit vorgesehen“, sagt Schmidt.

Wenn sich die Lage weiter positiv entwickelt, könnte die nächste Veranstaltung nach den Sommerferien wieder vor Ort stattfinden.

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