Landratswahl wird zuerst ausgezählt

Kommunalwahl im Kreis Kassel: Jeder Dritte wählt per Brief - dann werden die Ergebnisse erwartet

Sie wird gern genutzt: die Briefwahl. Besonders in Fuldabrück greifen viele Menschen auf diese Möglichkeit zurück.
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Sie wird gern genutzt: die Briefwahl. Besonders in Fuldabrück greifen viele Menschen auf diese Möglichkeit zurück.

Am Sonntag (14.03.2021) werden die Weichen für die Kommunalpolitik im Landkreis Kassel neu gestellt. Dabei wird es in den Wahllokalen wohl deutlich ruhiger zugehen als gewohnt.

Kreis Kassel – Viele haben bereits von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und ihre Stimmen für die Kommunalwahl im Kreis Kassel per Briefwahl abgegeben. Noch nie wurden so viele Briefwahlunterlagen angefordert wie bei dieser Kommunalwahl.

In den meisten Kommunen des Altkreises haben über 30 Prozent der Wahlberechtigten diesen Weg gewählt (Stand: Freitagmorgen). Besonders viele Fans der Briefwahl leben in Fuldabrück. Dort wollen 45 Prozent der Wahlberechtigten bequem von Zuhause wählen. „Wir hatten mit einem Ansturm gerechnet, aber die ersten beiden Wochen im Februar waren schon extrem“, sagt Wahlleiter Christoph Jäger.

Vergleichsweise gering ist mit knapp 25 Prozent die Briefwahlbeteiligung in der Stadt Vellmar. 3885 Anträge seien bis Freitagmorgen eingegangen, wie Gemeindewahlleiter Thomas Raffler berichtet. „Viel dürfte da nicht mehr passieren“, sagt er. Das Briefwahlbüro im Rathaus ist aber an diesem Samstag in Vellmar noch von 9 bis 12 Uhr geöffnet. So handhaben es viele Kommunen, allerdings unterscheiden sich die Öffnungszeiten. Im Zweifel lohnt ein Anruf oder Blick auf die Internetseiten.

Kommunalwahl im Kreis Kassel: Briefwahlunterlagen können Sonntag bis 18 Uhr abgegeben werden

Die Briefwahlunterlagen können in den Kommunen bis Sonntag Punkt 18 Uhr an den jeweiligen Rathäusern abgegeben oder in den Briefkasten geworfen werden.

Die zurückgesendeten Wahlunterlagen zählen die Kommunen nicht. Es sind jedoch viele Wahlbriefe in den Rathäusern eingegangen. „Wir haben bis jetzt circa acht volle Wahlurnen an eingegangen Wahlbriefen“, sagt Lohfeldens Wahlleiter Kai Hast. In Helsa hat man bereits im November unter Corona-Bedingungen Erfahrungen sammeln können. „Es wird mit einem Rücklauf von circa 94 Prozent gerechnet“, sagt Wahlleiter Jens Schmidt.

Kommunalwahl im Kreis Kassel: Auszählung kann diesmal länger dauern

Wenn am Sonntag um 18 Uhr die Wahllokale schließen, beginnen die Auszählungen. Die könnten dieses Mal deutlich länger dauern. Das liegt zum einen daran, dass gleich mehrere Wahlen ausgezählt werden. Zum anderen lässt die hohe Briefwahlbeteiligung darauf schließen, dass viele Wähler die Möglichkeit des Kumulierens und Panschierens genutzt haben. Die Anzahl der Briefwahlbezirke, damit verbunden die Anzahl der eingesetzten Wahlhelfer, haben viele Kommunen erhöht. Dennoch stehen die Briefwahlvorstände vor einer großen Herausforderung.

Ausgezählt wird in folgender Reihenfolge: Vorrang hat die Landratswahl. Das Endergebnis wird gegen 20 Uhr erwartet. Anschließend werden die Stimmen für die Stadt- und Gemeindeparlamente, dann die für den Kreistag und schließlich die Ortsbeiräte und Ausländerbeiräte ausgezählt. Allerdings werden am Sonntag nur Trends bekannt gegeben. Denn am Wahlabend werden nur die Stimmzettel ausgewertet, in denen eine Liste angekreuzt ist. Daraus ergibt sich das sogenannte Trendergebnis.

Während das Trendergebnis für den Kreistag schon relativ genau ist, kann es auf Gemeindeebene oft entfernt vom Endergebnis liegen. Denn je kleiner das Wahlgebiet, desto mehr Wähler nutzen die Möglichkeiten, auch einzelne Kandidaten mit bis zu drei Stimmen zu unterstützen (Kumulieren) und das oft auch über mehrere Listen hinweg (Panaschieren). Die Einzelstimmermittlung erfolgt in den darauffolgenden Werktagen in den Auszählungswahlvorständen. Die kommunalwahlrechtlichen Regelungen sehen zur Stimmermittlung ein Mehr-Augen-Prinzip vor. Damit soll gewährleistet werden, dass die Stimmzettel unter Anwesenheit mehrerer Personen ausgezählt werden.

Kommunalwahl im Kreis Kassel: Vier Kandidaten wollen Landrat werden

Andreas Siebert: SPD

Bei der Direktwahl um den Posten des Landrates können die Menschen im Landkreis Kassel erstmalig unter vier Kandidaten wählen. Wer Nachfolger des scheidenden Landrates Uwe Schmidt (SPD) wird, entscheidet sich am Sonntagabend. Zur Landratswahl sind rund 190 000 Wähler in den 28 Städten und Kommunen im Landkreis Kassel aufgerufen.

Andreas Mock: CDU

Die FDP schickt mit dem Ahnataler Björn Sänger zum erstem Mal einen eigenen Landratskandiaten ins Rennen. Für die CDU hat sich Andreas Mock aus Baunatal zur Wahl aufstellen lassen. Für die SPD tritt Vize-Landrat Andreas Siebert aus Niestetal an.

Jürgen Kehr : Die Linke

Der parteilose Jürgen Kehr aus Habichtswald ist der einzige Politneuling in der Runde. Er wurde von den Linken aufgestellt. Sollte kein Kandidat am Sonntag die absolute Mehrheit erlangen, gibt es am 28. März eine Stichwahl. (Alia Shuhaiber, Michaela Pflug und Samira Müller)

Björn Sänger: FDP

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