Drei drehen an der Steuerschraube

Erhöhung bei Grundsteuer: Zwei Kommunen planen und eine hat es beschlossen

Die Steuersätze im Kreis Kassel im Überblick.
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Die Steuersätze im Kreis Kassel im Überblick.

Wo die Grundsteuer im Altkreis Kassel steigt und wo sie gleich bleiben wird, zeigt der Überblick.

Kreis Kassel – Während die Gewerbesteuer schwankt, ist die Grundsteuer wie ein Fels in der Brandung: Sie bleibt konstant. Das hilft Kommunen, gerade in unsicheren Zeiten wie während der Corona-Pandemie. Wir blicken darauf, ob Kommunen im Altkreis Kassel die Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke) und B (für bebaute und bebaubare Grundstücke) erhöhen oder nicht.

Ahnatal

Ziel der Gemeinde Ahnatal ist es, keine Steuern zu erhöhen, ganz ausgeschlossen werden kann es aber nicht, sagt Bürgermeister Stephan Hänes. Die Grundsteuer B würde bereits 2021 auf 595 Prozentpunkte erhöht. Der Haushaltsentwurf soll erst im Februar im Parlament vorgelegt werden.

Baunatal

In der größten Kommune im Altkreis wurde ein Doppelhaushalt für 2021/2022 beschlossen. Das war im Juli 2021. Seinerzeit blieb schon die Grundsteuer A (370 Prozentpunkte) und B (400 Prozentpunkte) gleich.

Grundsteuererhöhung im Kreis Kassel: In einigen Gemeinden bliebt sie vorerst gleich

Espenau

Es bleibt, wie es ist, in Espenau – zumindest bei der Grundsteuer (430 Prozentpunkte für A und B). Laut Kämmerer Albrecht Bertelmann wird der Haushaltsentwurf wohl diesen Monat vorgestellt. In dem Zahlenwerk sind keine Änderungen für die Abgabe der Grundbesitzer vorgesehen. Schlussendlich entscheide natürlich die Gemeindevertretung, sagt Bertelmann.

Fuldabrück

Tiefer in die Tasche greifen müssen die Menschen in der Gemeinde Fuldabrück. Denn die Grundsteuer A und B werden jeweils um 100 Prozentpunkte erhöht (von 550 auf 650). Laut Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) bringt ein Anheben um zehn Prozentpunkte 40 000 Euro. Das ergibt zusätzliche Einnahmen von 400 000 Euro.

Als Grund für die steigenden Abgaben nennt Lengemann vor allem notwendige Straßensanierungen. Da es in Fuldabrück keine Beitragssatzung für Straßen gibt und die Bürger nichts zuzahlen, müsse das Geld an anderer Stelle eingenommen werden.

Fuldatal

Kommt es, wie im Entwurf vorgesehen, dann wird es in Fuldatal noch einmal teurer: Bereits Anfang 2020 hatte die Gemeinde die Grundsteuer B um 100 Prozentpunkte auf 690 angehoben. Die Grundsteuer A liegt seit 2016 bei 450 Prozentpunkten. Nun steht eine weitere Erhöhung auf 970 Prozentpunkte für die Grundsteuer B im Raum. Das letzte Wort ist hier jedoch nicht gesprochen. „Gemeindevorstand und Fraktionen suchen nach Lösungen, damit die Steuern nicht so hoch ausfallen“, sagt Fuldatals Büroleiter Martin Gronemann. Er rechnet damit, dass der Etat im März beschlossen wird.

Kassel macht Nägel mit Köpfen: Erst einmal sind keine Erhöhungen der Grundstuer geplant

Helsa

In Helsa tut sich bei der Grundsteuer nichts. Die Hebesätze bleiben bei 400 Prozentpunkten für die Grundsteuer A und 650 Prozentpunkten für B. Letzterer Hebesatz wurde 2020 um zehn Prozentpunkte gesenkt.

Kassel

Die Stadt Kassel hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Der Haushalt ist beschlossen und sieht keine Anhebungen bei der Grundsteuer A (450 Prozentpunkte) und B (490 Prozentpunkte) vor.

Kaufungen

Obwohl die Kaufunger Gemeindekasse nicht gerade prall gefüllt ist, soll es in der Lossetalkommune wohl keine Steuererhöhungen geben. Um dennoch einen ausgeglichenen Haushalt zu haben, sollen laut Plan Ersparnisse angezapft werden. Der Etatentwurf wurde im Dezember eingebracht und wird nun beschlossen. Beim Blick zurück fällt auf: Kaufungen hat bereits 2020 die Grundsteuer A und B erhöht – und zwar von 515 auf 610 Prozentpunkte.

In Nieste ist die Frage offen: Die Entscheidung zur Grundsteuer-Erhöhung hängt in der Luft

Lohfelden

In Lohfelden ist keine Erhöhung der Hebesätze geplant. Der Haushalt wurde im November eingebracht, im Dezember haben die Fraktionen Stellung genommen. Alle stehen hinter dem Plan, auf Erhöhungen trotz Minus zu verzichten und das Defizit mit Rücklagen auszugleichen. Nun muss der Haushalt noch verabschiedet werden. Nach derzeitigem Stand bleibt aber alles beim Alten, also bei 520 Prozentpunkten.

Nieste

Die Frage, ob in Nieste die Grundsteuer angehoben wird, ist offen. „Wir wissen derzeit noch nicht, wo wir finanziell stehen“, sagt Bürgermeister Klaus Missing (unabhängig). Schließlich fehle noch der Jahresabschluss für 2021. Auch der Haushalt für das vergangene Jahr ist nicht in trockenen Tüchern. Denn die Kommunalaufsicht muss den Etat noch absegnen. Das ist wiederum Voraussetzung für den Entwurf für 2022. So steht bei der Grundsteuer A und B ein Fragezeichen. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir die Steuer erhöhen müssen“, sagt Missing. Letztmalig war sie 2020 angehoben worden, für beide Steuersätze von 470 auf 515 Prozentpunkte.

Niestetal

Geduld ist gefragt in Niestetal. Bislang steht aus, wann in der Gemeinde der Etat vorgestellt und auch verabschiedet wird. Somit lässt sich auch nicht abschließend sagen, ob es bei der Grundsteuer A und B Veränderungen geben wird. Derzeit liegen die Hebesätze bei jeweils 527 Prozentpunkten.

In manchen Gemeinden steht den Bürgern eine Grundsteuer-Erhöhung ins Haus

Schauenburg

Die Schauenburger Grundbesitzer haben seit Anfang 2021 Planungssicherheit. Denn mit dem Doppelhaushalt für die Jahre 2021/2022 war klar: Die Gemeinde wird die Grundsteuer A (600 Prozentpunkte) und B (560 Prozentpunkte) in eben dieser Zeit nicht erhöhen.

Söhrewald

Auch in Söhrewald ist keine Erhöhung der Hebesätze der Grundsteuer angedacht, sagt Erster Beigeordneter Dieter Zinke (SPD). Derzeit liegen die Sätze bei 550 Prozentpunkten (Grundsteuer A) und 650 (B). Der Etatentwurf werde erarbeitet und solle dann im Februar eingebracht werden.

Vellmar

Es ist noch nicht beschlossen, aber in Vellmar steht den Bürgern wohl eine Steuererhöhung bevor. Grund sind gestiegene Kosten vor allem in der Kinderbetreuung (knapp 4,9 Mio. Euro). Um diese Summe abzudecken, sieht der Entwurf vor, die Grundsteuer B von 550 auf 750 Prozentpunkte zu erhöhen. Über den Entwurf wird aber noch beraten und das Papier muss noch im Stadtparlament beschlossen werden. (Moritz Gorny)

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