Elf Neonazis angeklagt

Anklage wegen Volksverhetzung: Neonazi Stanley R. aus Kassel beschuldigt

Das Symbolbild zeigt ein paar Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln.
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Der aus Nordhessen stammende Neonazi Stanley R. ist wegen Volksverhetzung angeklagt worden.

Der aus Kassel stammende Stanley R. muss sich mit zehn anderen Neonazis wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. 

Kreis Kassel – Der aus Kassel stammende Neonazi Stanley R. ist mit zehn weiteren Rechten von der Generalstaatsanwaltschaft München angeklagt worden. Sie sollen das verbotene rechtsextreme Netzwerk „Blood & Honour“ weitergeführt haben.

R. soll nicht Teil der Vereinigung, aber Unterstützer gewesen sein. Das teilte Alexander Ecker, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München, auf Anfrage mit. Unter den Beschuldigten sollen sich sowohl der „Divisionschef Deutschland“ von „Blood & Honour“ sowie drei „Sektionschefs“ aus Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen befinden.

Neonazi aus Kassel: Verbotenes Netzwerk „Blood Honour“ aufgebaut

Ihnen wird vorgeworfen, zwischen 2016 und 2018 versucht zu haben, eine „Verwaltungsstruktur“ des seit 2000 verbotenen Netzwerks „Blood Honour“ in den drei Bundesländern aufzubauen. Weiterhin sollen sie die Marke „Blood & Honour“ vermarktet und auch das Gedankengut verbreitet haben – unter anderem über „Merchandising-Artikel mit verbotenen rechtsradikalen Symbolen“ sowie CDs mit verbotener Rechtsrock-Musik.

Den Angeklagten wird ein Verstoß gegen das Vereinigungsverbot zur Last gelegt. Laut Ecker kann das Strafmaß zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe liegen. Rädelsführern drohen demnach bis zu fünf Jahre, einfachen Mitgliedern oder Unterstützern drei Jahre. Vier Angeklagte, ebenso R., könnten wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren verurteilt werden.

Anklage gegen Neonazi aus Kassel: Aktivitäten im Dezember 2018 bekannt geworden

Die Anklage ist laut Ecker der nächste Schritt. Die Aktivitäten des Netzwerkes waren im Dezember 2018 bekannt geworden. Seinerzeit hatte es Razzien bei zwölf Mitgliedern der Vereinigung „Blood & Honour“ gegeben. In diesem Zusammenhang war auch R. zuletzt in die Schlagzeilen geraten. Gegen vier Neonazis lag damals ein Haftbefehl vor.

Ob Stanley R., der zu der Zeit in Helsa wohnte, einer von ihnen war, hatte die Generalstaatsanwaltschaft zwar nicht bestätigt, jedoch der damalige Bürgermeister Tilo Küthe. Denn R.s Wohnung wurde durchsucht. Die Polizei traf den Mann zwar nicht an, fasste ihn aber später in Eisenach.

Kassel: Neonazi erst in Kaufungen, dann in Helsa gelebt

Der aus Kassel stammende Neonazi hatte erst in Kaufungen und dann in Helsa gelebt. Nach HNA-Informationen soll er in einem SB-Shop in der Kantine von VW in Baunatal gearbeitet haben. 2019 zog R. nach Eisenach um. Er ist laut Oberstaatsanwalt Ecker Unterstützer des Netzwerks „Blood & Honour“. R. gilt als Kopf der Neonazi-Gruppe „Combat 18 Deutschland“, die im Januar 2020 verboten wurde. Die Vereinigung sei aber nicht Teil der aktuellen Ermittlungen.

Anfang 2018 war R. bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Er hatte von Tschechien kommend unerlaubt Munition nach Deutschland eingeführt. Das Amtsgericht Hof verurteilte ihn wegen eines fahrlässigen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldstrafe von 3000 Euro. (Moritz Gorny)

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