Bahnstrecke bei Kassel

Tierischer Rettungseinsatz: Trauernder Schwan blockiert ICE-Strecke - Feuerwehr verrät Details

Zwei Schwäne sorgten für Verzögerungen auf der ICE-Strecke zwischen Kassel und Göttingen. Eines der Tiere wollte nicht von der Seite seines toten Freundes weichen. Nicht ungewöhnlich für die Vögel.

  • Die Bahn-Strecke zwischen Kassel und Göttingen musste am Mittwoch 23.12.2020 bei Fuldatal gesperrt werden.
  • Ein Schwan hatte sich in der Oberleitung verfangen und war verendet.
  • Sein trauernder Freund blockierte die Gleise.

Update vom Montag, 04.01.2020, um 14 Uhr: Die Feuerwehr Fuldatal hat neue Details zur Rettung des Schwans „mit gebrochenem Herzen“ preisgegeben. Üblicherweise sei ein Stück Toastbrot genug, um einen Schwan von einer Gefahrenstelle zu locken. Doch in diesem Fall habe der Schwan mit einem Netz eingefangen werden müssen, sagte eine Feuerwehrsprecher gegenüber dem HR-Fernsehen.

Ein an Trauer erinnerndes Verhalten, sei für Schwäne nicht ungewöhnlich, erläuterte der Ornithologe Peter Lorens vom Naturschutzbund in dem Fernsehbericht. Schwäne gelten als besonders treue Tiere und pflegen ein ausgeprägtes Familienleben.

Schwan sorgt im Kreis Kassel für Verspätungen auf der ICE-Bahnstrecke: Feuerwehr musste anrücken

Erstmeldung vom Montag, 28.12.2020, um 13:10 Uhr: Fuldatal - Polizei und Feuerwehr hatten am Mittwoch, 23.12.2020, mit einem trauernden und störrischen Schwan zu kämpfen, der die Bahnstrecke zwischen Kassel und Göttingen blockierte. Wie die Bundespolizei am Montag, 28.12.2020, mitteilte, lösten zwei Schwäne gegen 16 Uhr den Polizei- und Feuerwehreinsatz an der ICE- Schnellfahrstrecke in Fuldatal (Kreis Kassel) aus.

Demnach hatte sich einer der Schwäne offenbar in der Oberleitung der Gleise verfangen und war dort gestorben. Der zweite Schwan blieb danach am Ort des Unglücks und „trauerte“ offenbar um seinen toten Freund, wie es im Polizeibericht heißt.

ICE-Bahnstrecke zwischen Kassel und Göttingen blockiert: Polizei kann Schwan nicht von den Gleisen locken

Der traurige Schwan blockierte die ICE-Strecke zwischen Göttingen und Kassel.

Der traurige Schwan hatte sich für seine Totenwache dummerweise für einen Platz direkt im Gleisbett, nur Zentimeter entfernt von den Schienen, entschieden. Beamte der Bundespolizei versuchten das Tier aus der Gefahrenzone zu locken. Dafür stoppte die Polizei den Bahn-Verkehr auf den angrenzenden Gleisen. Das beeinträchtige den Zugverkehr zwischen Kassel und Göttingen erheblich. Doch es half alles nichts. Der Schwan blieb stur.

Die Feuerwehr musste anrücken und setzte laut Polizeiangaben spezielles Equipment ein. Damit konnte der trauernde Schwan von den Gleisen gehoben werden. Auch sein toter Freund wurde aus der Oberleitung geborgen.

Bahnstrecke zwischen Göttingen und Fulda blockiert: Feuerwehr setzt Schwan wieder aus

Das lebende Tier überstand die Rettungsaktion unversehrt, berichtet die Polizei. Nach der Bergung brachte die Feuerwehr den deprimierten Schwan zur Fulda und setzte ihn dort aus.

Die Rettungsaktion hatte ihren Preis. Aufgrund der Sperrung des Bahn-Verkehrs zwischen Göttingen und Kassel hatten laut Polizei 23 Züge Verspätungen von rund 50 Minuten. (Philipp Zettler)

Besonders geschützt aber zur Jagd freigegeben

Der Höckerschwan (Cygnus olor) gehört laut Artikel 13 des Bundesnaturschutzgesetzes in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Er ist allerdings nicht auf der roten Liste der besonders gefährdeten Arten. Deshalb dürfen die Tiere laut Nabu zwischen November und Februar gejagt werden. Jedes Jahr werden einige tausend Tiere in Deutschland geschossen.

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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