Jetzt will er oben angreifen

18-jähriger Modellflieger nimmt an bundesweitem Wettbewerben teil

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1,8 Meter lang, zwei Meter Spannweite und etwa fünf Kilogramm Gewicht: Das Flugzeug von Thorben Hackel.

Der 18-jährige Thorben Hackel von der Modellfliegergruppe Orion aus Kaufungen ist erfolgreich im Motokunstflug unterwegs. 

Der konzentrierte Blick von Thorben Hackel geht in die Ferne. Einige Dutzend Meter weit und hoch fliegt sein Modellflugzeug. Mit 1,8 Metern Länge und zwei Metern Spannweite wirkt er vom Boden aus recht klein und seine Geräusche ähneln mehr einem Staubsauger denn einem richtigen Flugzeug. Aber das liegt wohl am Elektromotor. Die rund zehn Minuten Flugzeit bei dieser freien Demonstration neigen sich dem Ende zu. Hackel lässt den Flieger noch ein paar Mal um den Platz kreisen, dann setzt er zur Landung an. Rumpelnd setzt das Gerät auf der Wiese auf.

Bereit zur Landung. Der Flugplatz der Modellfliegergruppe zwischen Kaufungen und Nieste.

Hackel, trotz bewölktem Himmel eine Sonnenbrille tragend, lässt seine Maschine auf dem Modellflugplatz zwischen Nieste und Kaufungen landen – die Heimat der Modellfliegergruppe (MFG) Orion. Der 18-Jährige vertritt den Club in diesem Jahr erstmals auf bundesweiter Ebene. In der Wettkampfklasse Motokunstflug nimmt er in ganz Deutschland an Wettbewerben teil, auch die drei Teilwettbewerbe der Deutschen Meisterschaft sind darunter. Zwischen 20 und 30 andere Modellflieger sind dort seine Konkurrenz.

Insbesondere in Übungsphasen kann man Hackel mitunter fast täglich auf dem kleinen Flugplatz antreffen, an Wochenenden von morgens bis abends. Das Flugzeug hat er aus einem Bausatz selbst zusammengebastelt. „Da muss man ganz genau sein, um auch bei den verschiedenen Figuren ganz genau steuern zu können.“ Figuren sind sozusagen die Manöver, die Hackel bei den Wettbewerben vorzeigen muss. 17 Stück sind das in seiner Leistungsklasse. Sie nennen sich unter anderem „Dreickeck-Loopings“, „umgekehrte Cobrarolle“, „Messerflug“ und „Immelmann“. Alle haben ihre eigenen kleinen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Das Programm muss Hackel möglichst detailliert und genau abfliegen, für jede einzelne Figur gibt es Punkte. Darüber hinaus muss der Flug möglichst harmonisch, also ruhig, nicht zu hektisch und mit gleichmäßigen Tempo sein. Der Zeitraum wird in erster Linie durch die beiden Akkus begrenzt. Etwa acht bis zehn Minuten lang können sie das Flugzeug in der Luft halten.

1,8 Meter lang, zwei Meter Spannweite und etwa fünf Kilogramm Gewicht: Das Flugzeug von Thorben Hackel.

Der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) trägt seine Meisterschaft auf drei verschiedenen Niveaus aus. An drei Wettbewerbswochenenden gibt es pro Teilnehmer jeweils drei Durchgänge, wovon der schlechteste aus der Wertung gestrichen wird. Wer über mindestens zwei der Wettbewerbe die besten Ergebnisse abliefert – dazu wird ein Promillewert ermittelt – gewinnt.

Zum Wettkampffliegen animiert hatte Hackel einst ein anderes erfolgreiches Mitglied bei der MFG Orion: Stefan Wachsmuth, der amtierende Deutsche Meister im Hubschrauber-Kunstflug. Der fliegt außerdem für die deutsche Nationalmannschaft. Seit neun Jahren widmet sich Hackel dem Modellfliegen. Seit 2016 nimmt er an den Wettbewerben teil. Sein größter Erfolg war der Gesamtsieg in der Basic-Gruppe, sozusagen die untere der drei bundesweiten Leistungsklassen. Nun will er weiter oben angreifen, auf dem sogenannten Intermediate-Niveau (die höchste Klasse nennt sich übrigens Limited).

VON MATTHIAS RÖHRS

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