RP wertet Unterlagen aus

2000 Einwände gegen A 44 im Lossetal - Bürgerinitiative aus Kaufungen fordert Baustopp

Die Simulation zeigt die Lossetrasse der A 44 mitsamt des Gewerbegebietes Kaufungen-Papierfabrik (Hintergrund) und Niederkaufungen (rechter Bildrand).
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Die Simulation zeigt die Lossetrasse der A 44 mitsamt des Gewerbegebietes Kaufungen-Papierfabrik (Hintergrund) und Niederkaufungen (rechter Bildrand).

Die A44 durch das Lossetal bewegt die Menschen: Rund 2000 Einwendungen gegen das Bauprojekt zwischen Kassel-Ost und Helsa-Ost sind beim Regierungspräsidium Kassel eingegangen.

Kaufungen - Sie kommen von Menschen aus den betroffenen Kommunen und deren Verwaltungen sowie aus dem ganzen Bundesgebiet. Das teilt RP-Sprecherin Katrin Walmanns auf HNA-Anfrage mit. Offenbar könnten es sogar noch mehr werden, denn laut Walmanns sind die RP-Mitarbeiter immer noch damit beschäftigt, die Einwände zu erfassen. Das könne noch bis Mitte August dauern. Dann sollen die Einwendungen an die Autobahn GmbH weitergeleitet werden.

Klar ist aber, dass mit der 2000er-Marke die Anzahl aus dem Anhörungsverfahren im Jahr 2006 bei Weitem übertroffen worden ist. Seinerzeit waren Walmanns zufolge 1300 Einwendungen beim RP abgegeben worden.

Gegen die Autobahn 44 mobil gemacht hat nun unter anderem die Bürgerinitiative (BI) „Keine A 44 – Verkehrswende jetzt!“. Laut der RP-Sprecherin Walmanns sind der BI insgesamt rund 1000 Einwände zuzurechnen. BI-Sprecher Jona Königes spricht seinerseits sogar von 1070: Die Gruppe habe 750 Unterschriften unter einer Sammeleinwendung und 320 persönliche Einwendungen gesammelt.

BI-Sprecher zum Bau der A44 im Lossetal: „Stoppen Sie dieses Projekt“

Königes nennt das „ein starkes Zeichen gegen einen Autobahnneubau im Lossetal“. Aus seiner Sicht werde dadurch ebenso deutlich, dass die Autobahnplanung „handwerklich schlecht ist und nicht dem aktuellen Stand entspricht“. Die zugehörigen Gutachten seien veraltet. Königes appelliert an die Planer von RP Kassel, Autobahn GmbH und Hessen Mobil: „Stoppen sie dieses Projekt im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.“

Die Freude im Kaufunger Rathaus über das Ergebnis des Anhörungsverfahrens ist offenkundig. „Die Zahl an Einwendungen übertrifft bei Weitem die Erwartungen“, sagt Bürgermeister Arnim Roß (SPD). Über Infoveranstaltungen und Seminare hatte die Gemeinde zur A 44-Planung informiert – und damit offenbar Kaufunger zu Einsprüchen bewegt. Die Verwaltung selbst hatte eine eigene, 100-seitige Stellungnahme abgegeben.

Auf die Frage, ob die Einwendungen tatsächlich einen Effekt haben, verweist Walmanns auf das laufende Verfahren. Erst müssten die Unterlagen ausgewertet werden, sagt die Sprecherin zunächst. (Moritz Gorny)

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