A 44: Hessischer Verkehrsminister Tarek Al-Wazir lenkt ein

Kaufungen setzt Videokonferenz zu A 44-Plänen durch

Das Bild ist eine Simulation, die den Verlauf der geplanten A44 durch das Lossetal zwischen Niederkaufungen (im Bild hinten) und Papierfabrik (im Bild vorne) aus der Vogelperspektive zeigt.
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Seit etwa zwei Wochen sind alle Planunterlagen zum Bau der A 44 zwischen Kassel und Helsa öffentlich. Jetzt wird es noch zusätzlich eine Konferenz zwischen Kaufungen und Hessen Mobil geben.

Offenbar wird es doch noch ein Gespräch zwischen der Gemeinde Kaufungen und Hessen Mobil vor Einstieg in das Planfeststellungsverfahren zum Bau der Autobahn 44 von Kassel nach Helsa durch das Lossetal geben.

Kaufungen - Wie Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) mitteilt, habe der Hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) jetzt in einem Schreiben durch seinen Staatssekretär Jens Deutschendorf mitgeteilt, dass man nun doch zu einer Videokonferenz zur Vorstellung und Erörterung der Planfeststellungsunterlagen bereit sei. Noch Ende Oktober hatte Deutschendorf per E-Mail mitgeteilt, dass es eine größer angelegte Informationsveranstaltung wegen der Corona-Pandemie nicht geben könne.

Roß hatte daraufhin beim Ministerium interveniert und noch einmal eine Information sowie Gespräche zwischen dem Ministerium und dem Kaufunger Gemeindevorstand, der Gemeindevertretung und den Akteuren des Runden Tisches A 44 eingefordert. „Immerhin ist uns dieses Vorgehen vom Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir seit 2016 zugesichert worden“, sagt Roß. Eine generelle Absage an eine Sitzung oder Konferenz sei für die Kaufunger Akteure daher nicht akzeptabel gewesen.

Man müsse leider vermuten, dass eine Weiterführung des Dialogs ohne die sofortige Reaktion der Gemeinde Kaufungen auf die HNA-Berichterstattung zum Thema Lärmschutz entlang der A 44 vom 27. Oktober nicht stattgefunden hätte. Roß hatte damals umgehend den Hessischen Verkehrsminister angeschrieben und auch die HNA informiert.

Als erste Reaktion waren vom Ministerium zunächst alle Planunterlagen zum Weiterbau der A 44 durch das Lossetal – insgesamt rund 150 Dokumente – als Vorabinformation für die Öffentlichkeit ins Internet unter zu.hna.de/A44Kassel gestellt worden (HNA berichtete). Doch blieb es zunächst dabei. Eine Konferenz könne es wegen Corona aktuell nicht geben, ließ Staatssekretär Deutschendorf die Gemeinde Kaufungen wissen. Stattdessen wurde auf bereits stattgefundene Informationsveranstaltungen im Dezember 2017 und im Juni 2019 hingewiesen.

Erst mit Roß’ zweitem Schreiben an Verkehrsminister Tarek Al-Wazir vor einigen Tagen wendete sich das Blatt – nun sagte das Ministerium zu, dass eine Sitzung mit Hessen Mobil per Videokonferenz stattfinden könne.

„Wir werden selbstverständlich von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und uns umgehend mit Hessen Mobil in Verbindung setzen“, stellt Roß nun heraus. Neben der Terminabsprache und der Klärung von technischen Fragen sei nun insbesondere der Teilnehmerkreis festzulegen. „Die Videokonferenz muss für die Mitglieder der Gemeindevertretung, des Gemeindevorstandes und des Runden Tisches A 44 offen sein“, betont Roß.

Ferner geht Roß davon aus, dass auch die Wahlkreisabgeordneten in Bund und Land sowie der Landrat des Landkreises Kassel und Verantwortliche der Gemeinde Helsa eingeladen werden sollten.

Dabei sei völlig klar, dass die derzeitige Pandemiesituation eine Bürgerversammlung in Form einer Präsenzveranstaltung nicht zulasse. „Aber die Systeme für Videokonferenzen sind inzwischen so ausgereift, dass man auch auf diese Weise einen der Sache angemessenen Dialog führen kann“, sagt Roß.

Auch mit den neuen Plänen wolle die Gemeinde Kaufungen konstruktiv umgehen, „denn wir gehen davon aus, dass die Vereinbarungen aus dem gemeinsamen Dialog gut eingearbeitet worden sind“, sagt Roß. „Wir wollen aber auch die Gelegenheit haben, dies ausführlich zu prüfen.“

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