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„Arbeit wird geschätzt“ - Fachwerkzentrum in Kaufungen erfreut sich guter Resonanz

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Von: Peter Dilling

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Fachwerkzentrum auf der Zielgeraden: Die Vereinsvorsitzende Bärbel Schmelzer (von links), ihre Vorstandskollegin Silke Does und Architekt Florian Hönig stehen auf der Galerie der Scheune, die sie mit Exponaten bestücken wollen. Das Holztor (rechts) und ein weiteres Tor haben die Vereinsmitglieder selbst gezimmert.
Fachwerkzentrum auf der Zielgeraden: Die Vereinsvorsitzende Bärbel Schmelzer (von links), ihre Vorstandskollegin Silke Does und Architekt Florian Hönig stehen auf der Galerie der Scheune, die sie mit Exponaten bestücken wollen. Das Holztor (rechts) und ein weiteres Tor haben die Vereinsmitglieder selbst gezimmert. © Peter Dilling

Ab Mai kommenden Jahres soll die an anderer Stelle wieder aufgebaute Mansardscheune als Beratungszentrum für sanierungswillige oder interessierte Fachwerkhausbesitzer in Vollbetrieb gehen.

Kaufungen – Der Toilettenraum im neuen Fachwerkzentrum ist noch nicht ganz fertig. Auch für die Kücheneinrichtung werden noch Spender gesucht. Die Wände, die mit anschaulichen Bildern versehen werden, und die Galerie, auf der im nächsten Jahr Musterstücke für die Fachwerksanierung ausgestellt werden sollen, sind bis auf eine Reihe von Stühlen noch kahl und leer. Um das Gebäude herum will der Fachwerkverein noch pflastern. Dennoch sagt dessen Architekt Florian Hönig: „95 Prozent des Weges sind geschafft“. Von Mai bis Ende Oktober 2023 können sich die Besucher jedes erste und dritte Wochenende eines Monats informieren und umschauen. Im Winter ist es zu kalt, da die Scheune nicht beheizt wird.

Die historische Mansardscheune musste vor Jahren einem Bauprojekt im Ortskern von Oberkaufungen weichen. Freiwillige des 2016 gegründeten Fachwerksverein bauten sie damals ab und lagerten sie ein. Bald entstand der Plan, die Scheune an anderem Ort als überregionales Beratungs- und Fortbildungszentrum für Fachwerksanierung wieder aufzubauen. Mit Hilfe von EU-Fördermitteln, der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Kaufungen, Eigenmitteln des Vereins und zahllosen Stunden an Eigenleistung nahm das rund 200 000 Euro teure Projekt vergangenes Jahr Formen an. Im Sommer dieses Jahres war die offizielle Einweihung der Scheune an ihrem neuen Standort auf der Hofgartenwiese am Stiftsgelände. Bis Herbst hat der Fachwerkverein zwei Vorträge und zwei Seminare sowie einen Adventsnachmittag mit Glühwein, Bratwurst und Kuchen veranstaltet.

„Die Resonanz ist recht gut. Viele Besucher kommen von auswärts“, sagt Architekt Hönig. Zum Vortrag über den Einbau von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden seien 25 Besucher gekommen. „Für den Einstieg ist das toll. Unsere Arbeit wird geschätzt“, fügt Silke Does vom Vorstand hinzu. Es seien sogar Leute aus Hamburg angereist. Und der Verein habe eine Anfrage aus Osthessen erhalten, ob er nicht dort eine weitere Scheune abbauen und wiederaufbauen könne, erzählt die Vorsitzende Bärbel Schmelzer. Das übersteige aber die Möglichkeiten des Fachwerkvereins. Häufig fragten Anrufer nach den Möglichkeiten eines Umbaus ihres Fachwerkhauses, nach der Errichtung einer Fotovoltaik-Anlage und dem geeignetsten Weg zu einer energetischen Sanierung. Im Fachwerkzentrum selbst ist ein Teil der Fassade schon mit einer Innendämmung versehen, es wurden drei gespendete Vollholz-Doppelglasfenster eingebaut. Drei weitere Fenster, die übrig sind, will der Verein an Interessierte gegen eine Spende abgeben.

Auch während der Schließungszeit laufe die Beratung des Vereins weiter. „Wir sind telefonisch ansprechbar“, sagt Schmelzer. Die Mitglieder verstehen sich dabei auch als Lotsen durch den Dschungel sich ständig ändernder Vorschriften und Förderbedingungen. „Wir sagen den Leuten, wo sie fragen müssen“, erklärt Hönig.

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