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Autobahn 44 kommt Kaufunger Ruheforst in die Quere

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Von: Moritz Gorny

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Forstleiter Carl Hellmold im Ruheforst Kaufungen: Unweit des Stiftswaldes soll die Autobahn 44 verlaufen. Das erschwert derzeit die Planung einer Erweiterung des Areals.
Forstleiter Carl Hellmold im Ruheforst Kaufungen: Unweit des Stiftswaldes soll die Autobahn 44 verlaufen. Das erschwert derzeit die Planung einer Erweiterung des Areals. © Moritz Gorny

Die Erweiterung des Ruheforsts und die geplante Autobahn sind nur schwer miteinander zu vereinbaren. Das große Problem ist die Kaufunger Wasserversorgung. Dadurch sind die Erweiterungspläne für den Ruheforst ins Stocken geraten.

Die Vorgeschichte

Forstleiter Carl Hellmold zeigt in die jeweilige Richtung, während er erklärt: „Die Autobahn soll im Norden des Stiftswaldes verlaufen. Im Osten, Süden und Westen liegen sogenannte Ersatzbrunnen. Wir sind also eingekesselt.“ So war es nicht leicht, ein passendes Areal für das Erweitern des Ruheforsts zu finden. Trotzdem ist eine Entscheidung gefallen.

Eine vier Hektar große Fläche sollte es werden. Ein großer Vorteil: „Sie wäre für ältere Menschen gut erreichbar gewesen“, sagt Hellmold. Auf Antrag der Ruheforst GmbH sollte ein Bebauungsplan aufgestellt werden, was die Lokalpolitiker in den vergangenen beiden Jahren mittrugen. Sie fällten die entsprechenden Beschlüsse. Doch die Autobahn GmbH wies die Pläne ab. Sie verwies darauf, dass die neu geplante Fläche zu nah an einem Ersatzbrunnen liegt und hier eine Veränderungssperre herrsche. Der Ruheforst muss also an anderer Stelle erweitert werden.

Das Problem

„Unser größtes Problem ist, dass die Autobahn GmbH vage bleibt, was die Brunnen angeht“, sagt Hellmold. Derzeit bezieht Kaufungen Wasser über den Brunnen Kohlenstraße. Offiziell heißt es, der Brunnen werde während der A 44-Bauphase abgeschaltet und liefere danach wieder Wasser. „Aus den Planungsunterlagen lese ich aber, dass sich die Autobahn GmbH nicht so sicher ist, ob der Brunnen nach dem Bau noch funktioniert“, sagt Hellmold. Die geplanten Ersatzbrunnen sind aus seiner Sicht eine Art Versicherung. „Aber eine, wegen der wir nicht planen können.“

Klar kommuniziert werde das nicht. „Wir warten noch auf Rückmeldung, es ist unklar, ob die Mitarbeiter dort überhaupt wissen, welche Auswirkungen der Autobahnbau auf den Brunnen hat.“ Hellmold fasst zusammen: „Wir planen um Brunnen herum, die es noch nicht gibt und von denen wir nicht wissen, ob es sie geben wird.“ Trotzdem musste eine neue Fläche her. Sie dürfte weit genug von den Brunnen entfernt liegen, so Hellmold. Aber sie eignet sich weniger, auch weil sie für Fußgänger schlechter zu erreichen ist.

Die Aussicht

Nachdem die Beschlüsse eigentlich schon gefallen waren, fängt das Verfahren nun erneut an. Verwaltung und Gremien müssten jetzt alles neu prüfen, diskutieren und eventuell beschließen, heißt es aus dem Rathaus. „Ich rechne damit, dass wir erst im kommenden Jahr mit den Arbeiten für die neue Fläche anfangen können“, sagt Hellmold. Eigentlich sollte es schon dieses Jahr so weit sein. Das koste nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Kritisch sieht der Förster vor allem das Handeln zunächst von Hessen Mobil und nun von der Autobahn GmbH. „Man kann nicht jahrzehntelang eine Autobahn planen und währenddessen Bauprojekte an ihren Grenzen blockieren.“ Bestattungsangebote wie der Ruheforst gewinnen laut dem Förster an Bedeutung, dem müsse man gerecht werden.

Das Statement der Autobahn GmbH zum Thema ist kurz: Der entsprechende Planungsabschnitt befinde sich derzeit im Anhörungsverfahren, sagt Pressesprecher Joachim Schmidt. „Stellungnahmen beziehungsweise Erläuterungen zu einzelnen Betroffenheiten gibt die Autobahn GmbH daher nicht ab.“

Von Moritz Gorny

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