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Hessische Bobby-Car-Meisterschaft: Andreas Scheel aus Wolfershausen geht an den Start

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Von: Michaela Pflug

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So sitzt er nur fürs
So sitzt er nur fürs © auf dem Bobby-Car: Wenn Andreas Scheel aus Wolfershausen am Samstag am Amateur-Rennen in Kaufungen teilnimmt, liegt er fast horizontal mit den Beinen nach vorne gestreckt. Foto: Michaela Pflug

Andreas Scheels Lieblingsfahrzeuge sind deutlich kleiner als konventionelle Rennwagen. Er ist einer der Fahrer, die am 21. und 22. Mai in Kaufungen bei den Hessischen Bobby-Car-Meisterschaften starten.

Kaufungen/Felsberg – „Man sagt ja oft, es ist die Formel-1 des kleinen Mannes“, sagt Scheel und lacht. 2015 mit 27 sei er das erste Mal bei einem Rennen selber gestartet. „Ich bin über meinen Vater dazu gekommen“, sagt der gebürtige Kaufunger. Der habe sich schon viele Jahre für die traditionell roten Flitzer begeistert.

Nostalgie, der Wettbewerb und der Rausch der Geschwindigkeit sei, was viele anziehe. „Mir macht aber besonders das Basteln Spaß“, sagt Scheel, der in der Werktechnik bei VW arbeitet. Viele Bobby-Cars, die in den höheren Klassen an den Start gehen, sind kreativ dekoriert und modifiziert. Sie haben zum Beispiel bessere Reifen und eine feinere Lenkung.

„Einen Großteil der Dinge gibt es nicht von der Stange, da wird dann selbst gefräst und geschweißt“, erklärt Scheel. So ausgestattet könnten die Bobby-Cars Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern erreichen. Nicht nur Schutzkleidung und ein Helm seien da ein Muss. Zu Scheels Ausstattung gehört auch ein Paar Spezialschuhe, denn es wird mit den Füßen gebremst. Auch die sind natürlich selbst gemacht, alte Autoreifen unter den Sohlen sorgen für sicheres Bremsen.

Aber es ist längst nicht alles beim Tuning erlaubt: „Es gibt zum Beispiel Obergrenzen für Gewicht und Maße“, erklärt Scheel. Auch muss das Grundgerüst des Bobby-Cars von der BIG-Spielwarenfabrik stammen, und ein Motor ist selbstverständlich verboten. Das Reglement stellt der Bobby-Car-Sport-Verband auf. Der führt auch die Weltrangliste.

Auf die hat es Andreas Scheel auch schon geschafft, in der Amateur-Klasse lag er 2019 auf Platz 9. Bis die Pandemie begann, war er jedes Jahr auf einer guten Handvoll Rennen. Das ist ein weiterer Vorteil des Hobbys, man komme rum und entdecke ganz neue Ecken. „Wir waren zum Beispiel in Urbach bei Stuttgart in einem Naturschutzgebiet mit einer besonders langen Strecke. Das war schon etwas Besonderes.“ Auch das Familiäre schätzt er an dem besonders in Deutschland beliebten Nischensport. Oft ist er mit seinem „Rennstall“, der Renn-Bobbycar-Schmiede Kaufungen (RBS), unterwegs.

Hessische Bobby-Car-Meisterschaften in Kaufungen

Bobby-Cars und ihre Fahrer machen an diesem Wochenende die Freiheiter Straße in Oberkaufungen unsicher: es finden die Hessischen Meisterschaften im Bobby-Car-Fahren statt. Der Wettbewerb, der nach Corona-Zwangspause zum siebten Mal von den Kaufunger Naturfreunden organisiert und ausgetragen wird, ist an sich schon ein Spektakel – aber auch abseits der Rennstrecke soll es ein buntes Programm inklusive großer Tombola, Imbiss- und Verkaufsständen und Spiel- und Sportmöglichkeiten für Kinder geben. Mitmachen kann jeder, der ein Bobby-Car, ausreichende Schutzkleidung und einen Helm mitbringt. Minderjährige brauchen die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten.

Samstag: 11 bis 12 Uhr Trainingsläufe, 12 bis 13 Uhr Jugendklasse (12 bis 16 Jahre), 14 bis 16 Uhr Amateurklasse (ab 16 Jahre) Teil 1, 16 Uhr offizielle Eröffnung durch Bürgermeister Arnim Roß, 16.15 bis 17 Uhr Amateurklasse (ab 16 Jahre) Teil 2, im Anschluss Siegerehrung der Fahrer auf der Bühne, ab 19 Uhr Sommerfest „Rund um das Fahrerlager“ und im Naturfreunde-Haus.

Sonntag: 9.30 bis 10.30 Uhr freies Training, 10.30 bis 11.30 Uhr Kinderklasse (3 bis 6 Jahre) auf verkürzter Strecke, 11.30 bis 12.30 Uhr Kinderklasse (7 bis 9 Jahre), 12.30 bis 13.30 Uhr Kinderklasse (10 bis 12 Jahre), danach Siegerehrung der Fahrer dieser Klassen auf der Bühne, 14 bis 17 Uhr Profiklasse (ab 18 Jahre) und im Anschluss Siegerehrung des Hauptrennens.

Anmeldungen sind bis 30 Minuten vor dem jeweiligen Rennen möglich. Das Startgeld beträgt vier Euro für die Kinderklassen, fünf Euro für die Jugendklasse und sechs Euro für die Profiklasse. Die Anmeldungen sollten, wenn möglich, schon im Vorfeld ausgedruckt und ausgefüllt werden. Vordrucke und weitere Infos inklusive des Reglements gibt es auf lossetalhaus.de.

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