Einrichtungen geschlossen

Corona-Ausbruch in Kaufungen? Testergebnisse stoßen neue Entwicklung an

Gabriele Worlikar, Maske tragende Schulleiterin der Ernst-Abbe-Schule Oberkaufungen, dreht den Schlüssel zu einer Containertür um. Die Container stehen auf dem Schulhof der Ernst-Abbe-Schule.
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Schließt ab: Gabriele Worlikar, Schulleiterin der Ernst-Abbe-Schule Oberkaufungen, dreht den Schlüssel zur Containertür um.

Eine Betreuerin infiziert sich in Kaufungen im Kreis Kassel mit Corona. Die Gemeinde schließt vorsorglich die betroffene Einrichtung. Jetzt sind die Testergebnisse da.

Update vom Sonntag, 26.07.2020, um 9.43 Uhr: Corona-Entwarnung für den Hort der Ernst-Abbe-Schule in Kaufungen (Kreis Kassel). Der Hort war vorsorglich geschlossen worden, nachdem eine Corona-Infektion bei einer Betreuerin festgestellt wurde. Jetzt liegen die Test-Ergebnisse von 13 Kindern und drei Betreuerinnen vor - alle negativ. Das Gesundheitsamt Region Kassel teilte mit, dass der Hort daher am Mittwoch, 29.07.2020, wieder öffnen wird.

Trotz der negativen Testergebnisse müssen 10 Kontaktpersonen der mit Corona infizierten Betreuerin bis zum 28.07.2020 in Quarantäne bleiben. Eine vorsorgliche Maßnahme bei Kontaktpersonen, die engen Kontakt mit Infizierten hatten.

Entwarnung gibt es auch für die Kita „Eulennest". Die Betreuerin hatte auch mit Personen in der Kita Kontakt gehabt. Laut dem Gesundheitsamt Region Kassel liege dieser Kontakt aber bereits mehr als 14 Tage zurück. Die Inkubationszeit von Corona beträgt zwischen 4 Tagen und zwei Wochen. Das Amt geht deshalb nicht davon aus, dass sich Personen in der Kita infiziert haben.

Corona im Kreis Kassel? Einrichtung in Kaufungen blieb zunächst geschlossen

Originalmeldung vom Donnerstag, 23.07.2020 um 20.10 Uhr: Kaufungen – Am Mittwoch, 22.07.2020, war bekannt geworden, dass es im Hort an der Kaufunger Ernst-Abbe-Schule (Kreis Kassel) einen Corona-Fall gab. Jetzt ist klar: Die Einrichtung bleibt geschlossen, bis die Tests der Kontaktpersonen vorliegen. Wir haben uns vor Ort umgeschaut.

Gegen 8.30 Uhr am Mittwoch kam der Anruf auf Gabriele Worlikars Handy. Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß war dran. Die Nachricht an die Schulleiterin: Es gibt einen Corona-Fall im Hort auf dem Gelände der Oberkaufunger Ernst-Abbe-Schule. Sie hat als Schulleitung für den Landkreis ein Auge auf die Container, die in der Schulzeit als Unterrichtsräume dienen und während der Ferien von der Gemeinde als Hort genutzt werden. Eine Betreuerin hatte sich – wie berichtet – mit Corona infiziert. Der Hort war am Mittwoch vorerst geschlossen worden.

Corona im Kreis Kassel: Kinder wurden von Ausflug abgeholt

Nach Bekanntwerden des Falls sei alles schnell gegangen, sagt Worlikar. „Gemeinde und Gesundheitsamt haben die Eltern informiert und die Kinder abholen lassen.“ Die Kinder seien auf einem Ausflug zum Steinertsee gewesen und dann von ihren Eltern abgeholt worden – bis zum späten Mittag.

Am Donnerstagvormittag seien die 13 Kinder und die 3 Betreuerinnen im Hort vom Gesundheitsamt auf das Coronavirus getestet worden, sagt Worlikar. Das bestätigt Landkreissprecher Andreas Bernhard, der auch für das Gesundheitsamt spricht. „Es wurden Abstriche gemacht.“

Corona im Kreis Kassel: Letzter Kontakt am 15. Juli

Laut Bernhard habe der letzte Kontakt der erkrankten Betreuerin mit Personen im Hort am 15. Juli stattgefunden. „Von den 16 möglichen Kontaktpersonen hatten zehn Kinder engeren Kontakt zur Betreuerin.“ Diese Kinder gelten als Kontaktpersonen der Kategorie I und müssten unabhängig von Testergebnissen bis zum 28. Juli in häuslicher Quarantäne bleiben. Sich für die Abstriche in den Hort zu begeben, sei erlaubt. Für Eltern oder weitere Personen im Haushalt sei bis zum Vorliegen der Testergebnisse keine Quarantäne angeordnet worden.

„Sechs weitere Personen hatten nur kurzen Kontakt mit geringem Abstand oder Kontakt mit ausreichendem Abstand zur Betreuerin.“ Diese Personen zählten zu Kontaktpersonen der Kategorie II und müssten nach Vorliegen eines negativen Testergebnisses nicht in Quarantäne bleiben, sollten aber auf das Auftreten von Krankheitszeichen achten. Der Hort bleibe solange geschlossen, bis die Testergebnisse vorliegen.

Corona im Kreis Kassel: Kinder und weitere Betreuer ohne Symptome

Sollte ein Test positiv ausfallen, werde das Gesundheitsamt eine Kontaktliste erstellen, die Ermittlungstätigkeit fortsetzen, mögliche Kontaktpersonen identifizieren und Quarantäne anordnen sowie weiter testen.

Die erkrankte Betreuerin arbeitet laut Gemeinde Kaufungen im Hort und in der Kita Eulennest. In der Kita finde jedoch weiterhin Betreuung statt, „da das Gesundheitsamt eine Schließung oder die Anordnung von Quarantäne in diesem Fall nicht für notwendig hält“, heißt es aus dem Rathaus. Ohnehin liege der letzte Kontakt der erkrankten Mitarbeiterin heute 14 Tage zurück, sodass die Inkubationszeit abgelaufen – ohne dass die 26 Kinder und 3 Betreuer nach direktem Kontakt Symptome zeigten.

Das schnelle Handeln der Behörden mache sie froh, sagt Schulleiterin Worlikar im Gespräch. Das stärke ihr Vertrauen vor allem in das Gesundheitsamt, das jetzt Entscheidungen über das weitere Vorgehen treffe. Gleichzeitig bleibe ein mulmiges Gefühl. „Es sind Ferien, aber was ist danach?“ Sie hoffe, dass der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden könne. „Der Landkreis beobachtet die Situation weiterhin “, sagt Bernhard dazu. Es gebe momentan keinen Grund, den für 17. August geplanten Schulbeginn in Frage zu stellen.  

In Borken im Schwalm-Eder-Kreis südlich von Kassel hat sich ein Corona-Ausbruch bestätigt. Mehrere Bewohner eines Altenheim sind infiziert.

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