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Der Lärmschutz bei Oberkaufungen wächst

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Von: Moritz Gorny

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Ilisa Nicolic (links) und Ivan Spasic setzen ein Wandelement nach dem anderen an der Bundesstraße 7 bei Oberkaufungen ein, Tomislav Cigrovski reicht es mit dem Kran an.
Wie Lego bauen, nur anstrengender: Ilisa Nicolic (links) und Ivan Spasic setzen ein Wandelement nach dem anderen an der Bundesstraße 7 bei Oberkaufungen ein, Tomislav Cigrovski reicht es mit dem Kran an. © Moritz Gorny

An der Bundesstraße von Kaufungen nach Helsa entstehen neue Lärmschutzwände. Die Arbeiten sollen bis Ende August abgeschlossen sein. Ein Besuch auf der schweißtreibenden Baustelle.

Kaufungen – 10 Uhr, das Thermometer im Auto zeigt 25 Grad Außentemperatur an, während die Klimaanlage treu ihren Dienst tut. Tomislav Cigrovski und seine Kollegen Ilisa Nicolic und Ivan Spasic können davon gerade nur träumen. Die Bauarbeiter der Firma Fracasso sorgen mit Muskelkraft und einigen Schweißperlen dafür, dass an der Bundesstraße 7 bei Oberkaufungen neue Lärmschutzwände entstehen.

Weil die Barrieren auf zwei 300 Meter langen Abschnitten in die Jahre gekommen waren, hatte sich Hessen Mobil entschieden, sie zu erneuern. 450 000 Euro kostet das Projekt laut Martin Herbst von Hessen Mobil. Am 4. Juli haben die Arbeiten begonnen, Ende August sollen sie abgeschlossen sein. Dann werden die Sperrung der äußeren Fahrspur und die Tempo-60-Begrenzung wieder aufgehoben. „Wir sind gut im Zeitplan“, sagt Herbst.

Dafür packen Tomislav Cigrovski, Ilisa Nicolic und Ivan Spasic zu. Mit einem Kran und Leitern als Hilfsmittel hieven sie rund 30 Kilogramm schwere Schallschutzteile in Metallrahmen. Letztere waren zuvor von Rost befreit und gestrichen worden. Cigrovski legt Gurte um ein Schallschutzelement, damit er es dann mit einem Kran zu seinen Kollegen bugsieren kann.

Die stehen jeweils auf einer Aluleiter an der Wand. Mit einer Hand hält jeder von ihnen das Element fest, als es kurz vor ihnen zum Stehen kommt. Mit der anderen Hand wird die Schlinge gelöst. Dann lassen sie das rund 4,50 Meter lange und 50 Zentimeter hohe Element mit geübten Griffen in seine Schiene gleiten. „Die Arbeiter brauchen keine Muckibude mehr“, sagt Herbst.

Etwas schattiger als ihre Kollegen auf der Leiter haben es ein paar Meter weiter Stevan Nedeljkovic und Kresimir Korbar. Unter einem Pavillonzelt setzen sie neben einem weiteren Zweierteam die Wandelemente aus Einzelteilen zusammen. Vorwiegend werden Aluminium und Dämmwolle verbaut. In der Fläche der Elemente, die später zur Straße gerichtet ist, sind kleine Löcher. Dahinter ist die Dämmwolle verbaut, die den Schall des Verkehrs absorbieren soll, erklärt Herbst. „Wir sind froh, dass wir alle Teile trotz der Engpässe bekommen haben – zu nicht zu hohen Preisen“, ergänzt er. Das sei bei vielen Baustellen anders.

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