Ein platter Reifen brachte das Glück

Hannelore und Hans Zufall feiern am Mittwoch Diamantene Hochzeit 

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Nach 60 Jahren Ehe feiern Hannelore und Hans Zufall Diamantene Hochzeit und sind bis heute glücklich verheiratet.

Auf einer Radtour hatte Hannelore plötzlich einen Platten. Da kam Hans vorbei und weil er selbst mit dem Fahrrad unterwegs war, hatte er Flickzeug dabei. Die zufällige Begegnung im Jahr 1954 bescherte Hannelore und Hans Zufall ihr inzwischen 60 Jahre dauerndes Eheglück.

Mit einer Freundin machte Hannelore eine Radtour am Wolfsanger, als sie plötzlich einen Platten hatte. Da standen sie nun am Straßenrand, als ein junger Mann angeradelt kam. „Ich hatte immer Flickzeug dabei und da hab ich gefragt, ob ich helfen kann“, sagt Horst Zufall. Dieses zufällige Treffen 1954 führte das Paar, das mit einem Jahr Abstand sogar am gleichen Tag Geburtstag hat, vor den Traualtar. Bis dahin dauerte es jedoch noch etwas.

"Die ist nicht verkehrt, das Mädchen."

Der 82-Jährige wusste gleich: „Die ist nicht verkehrt, das Mädchen“, aber es galt noch Hürden zu überwinden. Horst, der 1952 seine Glaserlehre begonnen hatte, holte Hannelore öfter vom Geschäft in Kassel ab, wo sie ihre Ausbildung zur Schuhverkäuferin absolvierte. „Ich musste ja immer aufpassen, dass ihre Eltern nichts mitbekamen“, sagt Horst. 

Am 5. Februar 1960 gaben Hannelore und Hans Zufall sich das Ja-Wort.

Hannelore erklärt, dass keiner der beiden bei den Eltern des anderen gern gesehen war. Das hielt das verliebte Paar aber nicht auf. Am 5. Februar 1960 sagten sie „Ja“ zueinander. „Das musste dann schnell gehen, meine Mutter wusste ja auch noch von nichts“, erklärt die 81-Jährige. Zu diesem Zeitpunkt war sie nämlich bereits mit Tochter Birgit schwanger.

Nach der Hochzeit zog das Paar bald bei Horsts Eltern in Heiligenrode ein, wo sie 13 Jahre lang lebten. Das Paar bekam mit Volker, Joachim und Dirk noch drei Söhne und beschloss dann, ein eigenes Haus am Höhberg in Niederkaufungen zu bauen.

Glückliche Ehe half ihnen durch schwere Zeiten

Kurz nach dem Einzug schlug das Schicksal zu, als Hannelore schwer erkrankte. „Als ich so lange im Krankenhaus war, hab ich zu meinem Mann gesagt ,Du kannst ruhig gehen‘, aber er hat nur gesagt ,Das bestimme ich und nicht du!‘“, erinnert sie sich und lächelt ihren Horst an. Die Nachbarn haben sie damals sehr unterstützt und die Freundschaft zu ihnen hält bis heute, erklären sie.

Nach 27 Jahren bauten sie erneut, im großen Garten von Horsts Elternhaus, in das Tochter Birgit mit Familie einzog. Zwei Jahre später erlitten sie einen weiteren Schicksalsschlag, als Birgit starb. Hannelore und Horst kümmerten sich liebevoll um ihre drei Enkel. Inzwischen sind auch drei Urenkel dazu gekommen.

Ein neues Heim fanden sie im DRK-Altenpflegeheim in Kaufungen, wo Horst mit Hingabe ein eigenes Blumenbeet pflegt und Hannelore bei vielen Angeboten mitmacht. Dort werden sie auch ihr Ehejubiläum feiern.

Vertrauen und Blödsinn als Schlüssel

Der Schlüssel zu einer glücklichen Ehe ist Vertrauen, erklärt Hannelore. „Ein bisschen Blödsinn im Kopf“ gehöre aber auch dazu, sagt Horst. „Es rappelt schon auch mal, aber er ist mein geliebtes Scheusal.“ „Und ich sage immer mein lieber Schatz zu dir“, erwidert Horst, fasst seine Frau bei der Hand und beide lachen herzhaft.

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