Schottische Mythen

"Zwischen den Welten": Ehemalige Kaufungerin veröffentlicht drittes Fantasy-Buch

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Hat sich von Schottland und seiner Kultur inspirieren lassen: Carina Schnell, in Kaufungen aufgewachsen, hat ihr drittes Buch veröffentlicht.

Eigentlich wollte Carina Schnell gerade ein Jugendbuch bei einem Verlag unterbringen. Doch als sie vor einem Jahr am Ufer des Loch Lomonds in Schottland stand, musste es einfach raus.

„Es überkam mich einfach“, sagt die Wahl-Schweizerin und in Kaufungen aufgewachsene Autorin und Übersetzerin. Schottland und seine Kultur hat sie schon bei ihrem ersten Besuch, eine Abi-Abschlussfahrt 2010 so sehr begeistert, dass sie unbedingt nochmal wiederkommen wollte. Noch auf ihrer zweiten Reise in Schottland im Mai 2018 machte sie sich die ersten Notizen für ihr neues, jetzt drittes Buch, das am 1. Juni im Knaur-Verlag erscheint: „Alba – Zwischen den Welten“. Das Jugendbuch muss noch warten.

Die gälischen Geschichten und Mythen, die man sich in Schottland erzählt, waren die ideale Inspiration für die Fantasy-begeisterte 28-Jährige, die an der Herderschule in Kassel ihre allgemeine Hochschulreife erlangt hat. Schon in Schnells ersten beiden Büchern „Die Kurtisane – Erwachen der Leidenschaft“ und „Die Magierin – Entscheidung aus Leidenschaft“ (beide 2017 als E-Book im Forever-Verlag erschienen) spielten sie eine wichtige Rolle. „Das war mir beim Schreiben damals aber noch gar nicht bewusst“, sagt sie. In „Alba“ verleiht sie Land, Kultur und Mythos mehr Gewicht. 

Die Erotik aus ihren ersten Büchern, die von ihrem alten, auf Romantik spezialisierten Verlag in den Vordergrund gerückt wurde, nimmt nun mehr eine Nebenrolle ein. Schnell scheint das ganz recht zu sein, dieser Fokus habe sie eigener Aussage nach eher gestört. „Ich bin keine Erotik-Schriftstellerin. Mir ging es immer nur um Fantasy.“ So kam im Wesentlichen der Verlagswechsel zustande. Nach jedem Manuskript müsse man sich einen neuen Verlag suchen, und „Alba“ hätte nicht in das Programm des Forever-Verlags gepasst. Zu Knaur hatte sie bereits Kontakt. Seit einiger Zeit arbeitet sie für ihn als freie Übersetzerin – in Kombination mit dem Autorinnendasein ihr Traumberuf.

Nachdem sie sich für ihre beiden E-Books über viele Jahre mit Panterra eine eigene Welt erschaffen hat, liegt „Alba“ trotz gälischer Spiegel- und Parallelwelten mit Schottland aus den 1970er-Jahren die Realität zugrunde. „Das macht es greifbarer für den Leser, auch wenn er vielleicht nichts mit dem Genre Fantasy, aber mit Schottland etwas anfangen kann.“

In dem Buch reist die kanadische Journalistin Catriona Keith nach Schottland, um vor Ort über die politischen Unruhen im Land zu berichten. Sie lernt einen mysteriösen Fremden kennen, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Als sie kurz darauf angegriffen und gejagt wird, fällt sie auf ihrer panischen Flucht durch einen Tümpel und findet sich plötzlich in Alba, dem Reich der Feen, wieder. Dort stellt sich heraus, dass der Fremde ein Feenkrieger ist, der Catriona töten will. Doch als eine Bedrohung heraufzieht, müssen sie sich zusammentun, um die Fehde zwischen Menschen und Feen beizulegen und beide Völker zu retten.

Mit mehr Realität wuchs auch der Anspruch Schnells an sich selbst, die gälischen Mythen korrekt wiederzugeben. Daher hat sie das Buch von einer Expertin der Hochschule für gälische Sprache und Kultur auf der Isle of Skye gegenlesen lassen. 

Von Matthias Röhrs

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