„Ein Garten muss lebendig sein“

Reinhard Böth hat in Kaufungen sein persönliches Paradies geschaffen

Wein im Gewächshaus: der Niederkaufunger Reinhard Böth mit Weißweintrauben, die in besonders warmem Klima wachsen können.
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Wein im Gewächshaus: der Niederkaufunger Reinhard Böth mit Weißweintrauben, die in besonders warmem Klima wachsen können.

Blühende Landschaft mit Gräsern, Blumen, Bäumen: Hobbygärtner zeigen, was hinter oder vor den Häusern oder auf Balkonen im Landkreis Kassel alles möglich ist – und wie ihr persönlicher Gartentraum aussieht.

Kaufungen – Wer Reinhard Böths Garten betritt, ist schnell von Pfauenaugen, Wildbienen und zahlreichen anderen Tieren umgeben. Es gibt kaum eine Ecke, in der es nicht brummt, summt und schwirrt. „Ein Paradies, oder?“, fragt der 69-Jährige – und man merkt: Das grüne Herz des Kaufungers hängt an den vielen Lebewesen, die hier ihr Zuhause haben.

„Für mich muss ein Garten lebendig sein“, sagt Böth. Ohne die richtigen Pflanzen gelingt das allerdings nicht – ebenso ist Geduld gefragt. Etwa 50 Jahre hat es gedauert, bis Böths Garten zu dem gewachsen ist, was heute auf der 1700 Quadratmeter großen Fläche rund um sein Fachwerkhaus in Niederkaufungen wächst und gedeiht.

Gartentraum in Kaufungen: „Ein Garten muss lebendig sein“

Im Garten zu hören: eine Fliege auf einer Wilden Karde.

Was Insekten, Vögeln und anderen Arten nützt, hat der 69-Jährige über die Jahre durch Bücher gelernt, aber vor allem beobachtet und ausprobiert. Auf einer Kur entdeckte er beispielsweise eine Pflanze, die Falter anzog. „Ich habe mir einen Ableger mitgenommen und hier eingepflanzt“, sagt Böth. Damit solche Lebensspender auch gedeihen, setzt der passionierte Gärtner hier und da die Schere an. Kahlschlag ist aber selten angesagt.

Auch wenn Pflanzen im Herbst oder Winter nicht mehr in voller Pracht stehen, lässt Böth sie jedoch meist einfach so. „Es gibt viele Tiere, die die Pflanzen über das ganze Jahr brauchen, als Lebensräume und Nahrungsquelle.“ Den Rasenmäher nutzt er kaum. Kein Wunder, in seinem Garten spielt Rasen kaum eine Rolle.

Kaufunger Gartentraum von Reinhard Böth

Aber nicht nur Tiere finden hier reichlich Nahrung, auch für Reinhard Böth und seine Frau ist gesorgt. Neben zahlreichen Gemüsesorten baut das Paar beispielsweise Wein an. An vier Stöcken auf den Garten verteilt hängen die Trauben – eine Kreuzung aus kalifornischen und europäischen. Von einem seiner Weinstöcke konnte er vergangenes Jahr drei Zentner ernten. Ein Hingucker ist beispielsweise ein Weinstock, den Böth in ein Gewächshaus hat hineinwachsen lassen. „Der trägt zwei Monate früher im Jahr, als die anderen.“

Farbspektakel: Ein Pfauenauge hat sich auf einem Alant niedergelassen. 

Ein großer Vorteil, nicht nur für die wärmeliebenden Weinstöcke, ist die besondere Lage von Böths Garten. Am Südhang, auf dem sich der Garten erstreckt, gibt es Sonne satt. Während im Winter direkt an der Losse alles lange mit Raureif bedeckt ist, ist er in Böths Garten – wenige Meter weiter – längst abgetaut.

Kaufungen: Gartentraum muss lebendig sein

Und so kommt es, dass man sich im Böth"schen Garten fühlt, wie an der Bergstraße. Den passenden Wein dazu wird der 69-Jährige wohl dieses Jahr wieder von seinen Stöcken ernten können. (Moritz Gorny)

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