Spendenkonto eingerichtet

Ursache für Brand in Niederkaufungen unklar ‒ Anwohnerin: „Es war ganz furchtbar“

Im Vordergrund eines weißen Hauses ist Flatterband zu sehen.
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Der Dachstuhl des Wohnhauses Hessenring 73 in Niederkaufungen stand in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Flammen.

Nach dem Brand am Wochenende im Niederkaufunger Hessenring suchen Beamte nach der Ursache für das Feuer. Wir waren vor Ort und sprachen mit Polizisten und einer Anwohnerin.

Kaufungen – Es ist halb zehn am Montagmorgen. Zwei Polizeibeamte von der Kasseler Kripo bereiten sich vor dem Wohnhaus Hessenring 73 in Niederkaufungen auf ihren Einsatz vor. Sie ziehen sich Schutzanzüge, dicke Stiefel, Handschuhe und Schutzmasken über. Nachdem es hier in der Nacht zu Sonntag zu einem Brand gekommen war, sollen sie nun die Brandursache klären. „Wir prüfen, ob es ein technischer Defekt war oder jemand das Feuer womöglich fahrlässig ausgelöst hat“, sagt einer der Beamten.

Der Feueralarm war am Samstagabend gegen 23.08 Uhr bei der Feuerwehrleitstelle eingegangen, heißt es vom Kaufunger Gemeindebrandinspektor Benjamin Tornow. Das Feuer, das wohl im hinteren Bereich der Dachgeschosswohnung ausgebrochen war, hatte sich schnell auf den gesamten Dachstuhl ausgebreitet.

Gegen Mitternacht hatten die 70 Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Vor Ort waren Wehrleute aus Kaufungen, Helsa, Lohfelden, Niestetal und Nieste sowie das Deutsche Rote Kreuz Kaufungen und der Arbeiter-Samariter-Bund Kaufungen. Keiner der Hausbewohner wurde verletzt, der Sachschaden wird auf 150 000 bis 200 000 Euro geschätzt. Das Gebäude in Niederkaufungen ist unbewohnbar.

„Es war ganz furchtbar“, sagt eine Anwohnerin, die in einem Nachbarhaus wohnt. Sie war am Abend nach Hause gekommen, kurz nachdem der Brand ausgebrochen war. Die Anwohnerin habe Angst gehabt, dass womöglich jemand im Haus verletzt worden ist, oder dass die Flammen auf das Nachbargebäude überspringen. „An Schlaf war erst einmal nicht zu denken.“ Als dann Entwarnung kam, dass die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle haben und niemand verletzt wurde, hätte sie langsam Ruhe gefunden.

Nicht nur sie, sondern auch die Polizei wird das Feuer wohl noch beschäftigen: Wie Sprecher Matthias Mänz mitteilte, stand die Brandursache am Montagnachmittag noch nicht fest. Durch den Brand habe der Dachstuhl so erheblichen Schaden genommen, dass er einsturzgefährdet und nicht betretbar ist. Stattdessen nutzten die Ermittler laut Polizeisprecher Matthias Mänz eine Drohne und eine Feuerwehrleiter, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Was das Feuer ausgelöst hatte, konnte dabei jedoch noch nicht geklärt werden“, berichtet Mänz. Die Ermittler suchen nun Zeugen. (Hinweise: 05 61/91 00).

Durch den Brand ist ein Teil der Balken des Daches freigelegt.

Im Gespräch mit der HNA zeigt sich die Anwohnerin nicht nur über das Feuer bestürzt: Im Laufe des Sonntags habe sie feststellen müssen, wie viele Schaulustige sich das Haus nach dem Brand haben ansehen wollen. „Man kam mit dem Auto gar nicht mehr in unseren Teil des Hessenrings rein wegen der ganzen Gaffer“, sagt sie.

Das habe sie sehr verärgert, denn geholfen sei mit dem Gaffen niemandem. Sie kenne zwar keinen der Bewohner des Hauses mit der Nummer 73, würde aber gern spenden. So geht es wohl einigen Menschen. Wenn auch noch nicht ganz klar ist, was die Bewohner benötigen, gibt es ein Spendenkonto, das die Kaufunger Nachbarschaftshilfe verwaltet. (Moritz Gorny)

Spenden: Der Ansprechpartner hierfür ist Pfarrer Andres Synofzik. Er ist erreichbar unter Tel. 0 56 05/67 67 oder per E-Mail: andres.synofzik@ekkw.de

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