Am 19. Februar

Ex-Landrat Udo Schlitzberger recherchierte zu Kaiserpaar – Vortrag in Kaufungen

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Steckt seine Nase in viele Bücher: Dr. Udo Schlitzberger hat „Kunigunde. Eine Kaiserin an der Jahrtausendwende“ von Ingrid Baumgärtner gelesen und darin Inspiration gefunden. Hier hält er es in seiner Hand. Rechts steht sein eigenes 2018 erschienenes Buch: „Die Althessische Ritterschaft und das Stift Kaufungen“.

Was macht eigentlich Ex-Landrat Udo Schlitzberger im Ruhestand und was hat das mit Kaufungen zu tun? Wir haben uns mit dem 72-Jährigen getroffen und mit ihm über Kunigunde und Heinrich II. gesprochen.

Schaut man sich in Udo Schlitzbergers Wohnhaus um, wird schnell klar: Der Ex-Landrat hat ein Herz für alles Historische. Da sind neben einem römischen Legionärshelm, auch Ikonen aus Montenegro, ein Schwert aus Spanien und vieles mehr aus aller Welt zu finden.

Doch zuletzt hat der selbst ernannte Hobby-Historiker sich ganz der Geschichte der Region gewidmet. Vor allem der Geschichte Kaufungens. Er hat nicht nur zur Althessischen Ritterschaft und dem Stift Kaufungen recherchiert und darüber ein Buch geschrieben. Gefesselt hat den 72-Jährigen auch der Verbleib von Kaiser Heinrich II. und seiner Gemahlin Kunigunde nach ihrem Tod. Vor allem aber die Frage, wo die Gebeine und Innereien der beiden begraben wurden und heute sind. In Bamberg, wie es manche Historiker sagen – oder doch im nordhessischen Kaufungen?

Inspiriert von Büchern und HNA-Artikeln, machte sich Schlitzberger selbst auf die Suche nach einer möglichen Antwort. Motiviert habe ihn dabei auch die Bedeutung Kunigundes und Heinrichs II. für Bamberg. „Die Stadt hat über Jahrhunderte vom Andenken an die beiden profitiert und ich glaube, dass Kaufungen das auch vermehrt kann und sollte.“ Schließlich sei Kaufungen zur Zeit Kunigundes „sogar wichtiger als Kassel gewesen. Der Königshof Kassel hat zum Kaufunger Kloster gehört. Da steckt noch Potenzial für Kaufungen drin.“

Nach seiner Recherche vermutet Schlitzberger: Nachdem Heinrich II. im Jahr 1024 in der Pfalz Grone bei Göttingen gestorben ist, wollte seine Witwe Kunigunde, die bereits in Kaufungen lebte, noch „ein Andenken an ihn behalten. Es liegt nahe, dass die Eingeweide Heinrichs nicht am Begräbnisort des balsamierten Leichnams, sondern in Kaufungen beigesetzt wurden.“ Auch bei Kunigunde, die 1033 verstarb, ist sich Schlitzberger sicher, dass sie zumindest in Kaufungen beigesetzt und vielleicht nicht mal später nach Bamberg gebracht wurde.

Wie er auf diese Ergebnisse kommt, stellt Udo Schlitzberger am Dienstag, 19. Februar, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Kaufungen (Leipziger Str. 463), Kleiner Saal vor. Der Titel seines Vortrags: „Heinrich II. und Kunigunde – Tod und Grablege sowie das Stift Kaufungen und die Althessische Ritterschaft“. Der Eintritt ist frei, der Geschichts- und Museumsverein erbittet jedoch eine Spende. Der Vortrag basiert auf zwei Aufsätzen Schlitzbergers, die im Kreisjahrbuch 2019 erschienen sind sowie seinem Buch „Die Althessische Ritterschaft und das Stift Kaufungen“.

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