Bürger haben Erfolg: Straßenüberquerung soll sicherer werden

Fußgängerampel für Niester Straße in Kaufungen

Vor fast zwei Jahren kamen rund 60 kleine und große Kaufunger Bürger zu einem HNA-Termin an die Niester Straße. Nicht alle passten aufs Bild. Sie forderten eine Lösung für die heikele Situation an der Straße.
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Vor fast zwei Jahren kamen rund 60 kleine und große Kaufunger Bürger zu einem HNA-Termin an die Niester Straße. Nicht alle passten aufs Bild. Sie forderten eine Lösung für die heikele Situation an der Straße.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Seit 2014 hatten Kaufunger für die Niester Straße einen Zebrastreifen oder eine andere Lösung gefordert. Die gibt es jetzt.

Zu unübersichtlich und gefährlich sei der Abschnitt zwischen der Straße Am Wolfsberg und der S-Bahn-Brücke, um dort die Fahrbahn zu überqueren. Immer wieder gab es Absagen wegen zu geringen Fußgänger- und Verkehrsaufkommens.

Die Anwohner blieben dran – und auch die Gemeinde schaltete sich ein und stellte vergangenes Jahr eine Lösung in Aussicht. Nun wird eine Fußgängerampel als Überweg in Höhe der Ziegelei an der Ampelanlage der Straßenbahnüberführung eingerichtet. Das hat das Kaufunger Parlament beschlossen.

Für den Übergang muss der Fußweg auf der nördlichen Seite der Niester Straße – auf Ziegelei-Seite – verlängert werden. Laut Gemeinde gehört die Fläche der Hessischen Landesbahn. Allerdings sei sie bereit, die Fläche an die Gemeinde verkaufen zu wollen. Die Gemeinde zahle 65 000 Euro für den Kauf des Grundstücks und den Bau der Anlage.

Jetzt fehlten noch formelle Genehmigungen von mehreren Behörden und Abstimmungen, heißt es aus dem Kaufunger Rathaus. So müssten Hessen Mobil einbezogen und der Grundstückskauf abgeschlossen werden. Ziel sei es, die erweiterte Ampel im Schuljahr 2021/2022 in Betrieb zu nehmen, so Harald Stückrad, Leiter des Gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirks, auf Anfrage.

Nach all dem Engagement ist die Freude jetzt groß, dass sich an der Niester Straße etwas tut: „Ich bin positiv erleichtert, dass das nicht im Sande verlaufen ist“, sagt Anwohner Karl Nesemann. Und auch Christiane Kohl freut sich sehr: „Das ist eine super Nachricht für uns.“ Sie ist dreifache Mutter und gehört mit Nesemann zu denjenigen, die um eine Änderung an der Straße gekämpft haben – aus Angst um ihre Kinder. 2014 bekam sie eine Absage für ihre Forderung nach einem Zebrastreifen.

Da es sich um eine Kreisstraße handelt, ist der Landkreis dafür zuständig. Sprecher Harald Kühlborn erklärte die Absage, die 2019 zunächst erneuert wurde so: Um einen Fußgängerüberweg einrichten zu dürfen, müssten 200 bis 750 Kraftfahrzeuge „in der Spitzenstunde des Fußgängerquerverkehrs“ an entsprechender Stelle unterwegs sein, ebenso wie mindestens 50 Fußgänger. Wie Prüfungen von Gemeinde, Landkreis, Polizei und Hessen Mobil ergeben hatten, wurden diese Werte aber nicht erreicht. So mussten die Kaufunger 2019 erneut eine Schlappe einstecken – auch nachdem sie im Mai eine Liste mit Unterschriften von 27 Familien abgegeben und kurz darauf über die HNA ihren Unmut geäußert hatten (Bild). Eine Tempo-30-Regelung seitens der Gemeinde brachte bei den Bürgern nicht die gewünschte Beruhigung an der Niester Straße.

Zuletzt gab es dann einen Kompromiss: Statt eines Zebrastreifens kommt nun die Ampel.

Von Moritz Gorny

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