Feuerwehren übten für den Ernstfall

Gefahrgutübung auf Firmengelände in Kaufungen lief reibungslos

+
Hier ist Eile geboten: Kaum sind die Rettungskräfte eingetroffen, holen sie unter Atemschutz die Verletzten aus dem Gefahrenbereich.

Kaufungen. Es ist das Horrorszenario schlechthin: Feuerwehr, ASB und Rotes Kreuz werden am Samstagvormittag zur Kaufunger Firma SL-Schwanteland gerufen. Ihre Einsatzinformation: Beim Verladen von Gasflaschen ist eine giftige Substanz ausgetreten.

Standortleiter Dirk Heirich hat das Gelände räumen lassen, steht mit seinem Team einige hundert Meter entfernt vom Unglücksort an einer Sammelstelle, als die gerufenen Rettungskräfte mit Blaulicht und Sirenengeheul um kurz nach 9 Uhr in der Leipziger Straße eintreffen. Noch wissen sie nicht, dass es sich um eine Übung handelt, lassen sich von Heirich die Lage schildern und beginnen mit ihrer Arbeit.

„Es ist immer wichtig, dass im Vorfeld nichts an Informationen durchsickert, nur so ist ein realer Ablauf einer solchen Übung gewährleistet“, sagt der Kaufunger Gemeindebrandinspektor Benjamin Tornow, der als Beobachter jeden einzelnen Schritt seiner Kameraden genau verfolgt. Dass die Verletzten, die auf dem Firmengelände von Mitgliedern der Baunataler Wehr unter Atemschutz erstversorgt und aus dem Gefahrenbereich gebracht werden, Unfalldarsteller des DLRG-Kreisverbandes sind, ist allen Beteiligten dann aber doch schnell klar. An ihrer Vorgehensweise ändert das nichts.

Wie im Ernstfall gehen die Männer und Frauen der beteiligten Wehren aus Kaufungen und Niestetal vor, unterstützt durch die Gefahrstoffzüge des Landkreises Kassel, die aus den Feuerwehren Baunatal und Fuldatal bestehen. Während die einen die unübersichtliche Einsatzstelle erkunden und den ausgetretenen Gefahrstoff analysieren, bauen andere zeitgleich all das auf, was ein Einsatz mit giftigen Substanzen bedarf.

Täuschend echt: Die Unfalldarsteller des DRK sind geschminkt, um während der Übung ein möglichst realistisches Bild abzugeben

Ganz wichtig: die Notdekontamination, die direkt an der Einfahrt zum Firmengelände ihren Platz findet. „Hier werden die Verletzten grob von Gefahrstoffen befreit, bevor die Rettungskräfte mit ihrer Arbeit beginnen können“, sagt Tornow. Der Dekontaminationsplatz für die Chemikalienschutzanzugträger, die sich um die defekten Gasflaschen kümmern, wird wenige Meter weiter installiert und funktioniert als Reinigungsstrecke nach dem Ampelprinzip. „Im roten Bereich werden sie mit Wasser abgesprüht, im gelben legen sie ihre Anzüge ab und im grünen können sie wieder ihre normale Kleidung anziehen.“

Bis es am Samstag allerdings so weit ist, soll noch einiges an Zeit ins Land gehen. „Wir haben hier eine Einsatzlage, die sehr zeitintensiv ist“, erklärt Tornow. Es dauere einfach, bis alles aufgebaut sei, bevor die Dekonstrecke nicht fertiggestellt sei, dürfe niemand das Gelände betreten, außer die Ersthelfer, die sich um die Verletzten kümmern.

Eine genaue Einsatzbesprechung ist für die Chemikalienschutzanzugträger unabdingbar, denn bei ihnen muss jeder Handgriff sitzen.

Zweieinhalb Stunden etwa dauert es, bis die Einsatzleitung schließlich meldet: Übung beendet, Einsatz erfolgreich. Gemeindebrandinspektor Tornow: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf, auch wenn einige Punkte sicher verbesserungswürdig sind, doch genau dafür machen wir ja solche Übungen.“

Gefahrgutübung in Kaufungen für die Feuerwehr

 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Ho ffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann
 © Sascha Hoffmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.