Kosten wie für ein Einfamilienhaus

Luxussanierung der Grillhütte? Kaufungen hat 225.000 Euro veranschlagt

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In die Jahre gekommen: die Grillhütte am Kaufunger Stein ertsee.

Die Grillhütte am Steinertsee in Kaufungen ist in die Jahre gekommen. Deshalb plant die Gemeinde, die Hütte zu sanieren. Bisher sind 225.000 Euro dafür veranschlagt.

Graffiti zieren die Außenwände, Moos wächst auf dem Dach und auch sonst merkt man ihr an, dass die vor rund 24 Jahren fertiggestellte Hütte in die Jahre gekommen ist. Deswegen plant die Gemeinde, das Gebäude grundhaft zu sanieren. Bislang sind dafür 225.000 Euro im Haushalt veranschlagt, eine vorläufige Summe, die noch nicht festgeschrieben ist. Erst einmal müssen Gemeindevertreter darüber entscheiden, was über saniert wird.

Doch es stellt sich die Frage, wie diese Summe zustande kommt. Schließlich lässt sich für 225.000 Euro ein Ein- oder Zweifamilienhaus bauen. Gemeindesprecherin Julia Gerhold spricht sich dagegen aus: „Der Kostenvergleich mit einem Einfamilienhaus ist fragwürdig“, sagt Gerhold. Schließlich sei die Grillhütte mit ihren 75 Quadratmetern eine große Gemeinschaftseinrichtung mit Sanitäranlagen und Technikausstattung, die im Inneren Platz für insgesamt 60 Personen bietet.

Bislang seien vom Bauamt neben Dachdecker- und Malerarbeiten auch die Überarbeitung der Fachwerkkonstruktion im Inneren des Gebäudes, eine neue Kücheneinrichtung und diverse Elektroarbeiten angedacht. Ebenso stehe im Raum, das Wasser und Abwasser wegen Rückstauproblemen zu überholen und die Fensterklappen zu modernisieren. Zudem müssten die Fliesen und die Sanitäranlagen im Toilettengebäude auf einen modernen Stand gebracht werden.

Ob die Umbauten tatsächlich in diesem Umfang umgesetzt werden und wie teuer die Sanierung wird, zeigt sich noch. Nach dem Beschluss der Gemeindevertreter erfolgt die Ausschreibung. „Nach dem Beschluss der Gemeindevertretung über den Umfang der Sanierungsmaßnahmen könnte die Sanierung in der zweiten Jahreshälfte 2019 beginnen“, teilt Gerhold mit. 

Zur Grillhütte, die ursprünglich 1982 gebaut wurde, kam 1989 ein Toilettengebäude hinzu. Im Oktober 1994 brannte die Hütte nieder, lediglich der Grill und der Kamin blieben weitgehend unbeschädigt. Daraufhin wurde sie 1995 abgerissen und neu gebaut.

Das sagen die Fraktionen: „Summe für die Grillhütte ist zu hoch“

Bevor die Kaufunger Grillhütte mehr als einen neuen Anstrich kriegt, kommt das Thema im Gemeindeparlament auf den Tisch. Und da sind Reibereien programmiert: Die Meinungen zur Grillhütte gehen teils weit auseinander. Das sagen die Fraktionen zu den bisherigen Plänen. 

CDU 

„Wir sprechen uns nicht gegen die Sanierung der Grillhütte aus“, betont Erwin Schmidt, Vorsitzender der CDU. Kritisch sei aber die Summe, die dafür in den Haushalt eingestellt ist. „Der Bürgermeister ist durch das Parlament beauftragt worden, die Sanierungskosten schätzen zu lassen. Vor der Festschreibung des Betrages im Haushalt hätten wir vom Bürgermeister erwartet, dass dieses Ergebnis in den Gremien vorgestellt wird.“ 

GLLK 

Ebenso wie die CDU, begrüßt auch die GLLK-Fraktion eine Sanierung der Grillhütte. Fraktionsvorsitzender Torsten Felstehausen moniert aber, dass der Gemeindevertretung kein Konzept zur Sanierung vorliege. „Das Verfahren ist nicht transparent.“ Man müsste diejenigen fragen, die die Grillhütte im vergangenen Jahr genutzt haben und könne so ermitteln, was verbesserungswürdig ist. 

Grüne 

„Die Bauverwaltung der Gemeinde hat eine Kostenschätzung unter der Maßgabe erstellt, dass alle erkennbaren Schäden saniert werden“, sagt Grünen-Vorsitzender Jochen Lody. „Die genannte Höhe von 225 000 Euro hat uns Grüne nicht überrascht, da ähnliche Größenordnungen allein für öffentliche Toilettenanlagen üblich sind. Insofern passt der im Parlament bemühte Vergleich mit einem Wohngebäude auch nicht.“

SPD 

„Wir haben seinerzeit den Antrag eingebracht, dass der Sanierungsbedarf an der Grillhütte festgestellt wird“, sagt Angelika Großberndt, Vorsitzende der SPD. „Das ist auch geschehen.“ Bis jetzt sei der Ablauf in den richtigen Bahnen. „Sobald das Bauamt einen genauen Plan hat, erwarte ich, dass er uns präsentiert wird und dann darüber im Bauausschuss und in der Gemeindevertretersitzung diskutiert werden kann.“

Kaufunger Wählergemeinschaft 

Die Haushaltslage ist gut, darum sollte man die Hütte sanieren, heißt es von der KWG. „Allerdings halten wir die Summe für überhöht, zumal überhaupt noch nicht klar ist, was konkret saniert werden soll“, sagt Vorsitzender Klaus Höfgen. „Eine solche Summe kann Begehrlichkeiten wecken, sodass man deutlich konservativer an dieses Thema herangehen sollte.“

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