Stefan Althans vom Gestüt Ellenbach braucht Heu für seine Pferde

Landwirt aus Kaufungen rechnet mit guter Heuernte

Stefan Althans auf seinem Feld, vor einem Heuballen, einem Traktor und einer Rundballenpresse
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Macht von Juni bis August Heu und Heulage: Stefan Althans vom Gestüt Ellenbach braucht beides zum Füttern seiner Pferde.

Mit jedem Jahr gibt es weniger landwirtschaftliche Betriebe. Was früher in der Region zum Alltag gehörte, ist heute nur noch für wenige Hauptberuf. Ein Jahr begleiten wir Landwirte bei ihrer Arbeit.

Kaufungen – Bevor Stefan Althans aus Kaufungen anfängt, das Gras auf seinem Grünland abzumähen, muss er die Wettervorhersage für die nächsten Tage intensiv betrachten. Denn natürlich ist alles rund um die Landwirtschaft immer von Sonne, Wärme und Regen abhängig – jedoch spielt die Beständigkeit des Wetters bei der Heuernte nochmal eine gesonderte Rolle.

„Man muss den Zeitpunkt des Mähens sehr gut und mit Fingerspitzengefühl abpassen“, sagt Althans, der das Gestüt Ellenbach in Kaufungen führt. „Es muss vier bis fünf Tage hintereinander warm und trocken sein, dann können wir anfangen.“ Das geschieht fast immer im Juni.

Als erstes werde das Gras gemäht. „Dann wenden wir es ein- bis zweimal täglich vier bis fünf Tage lang“, erklärt der 51-Jährige, der Chef von zwölf Mitarbeitern ist. Wie viele Tage genau das Heu gewendet wird, hänge von der in dem Zeitraum herrschenden Sonnenintensität ab. Im nächsten Schritt wird das Heu geschwadet – das heißt, es wird zusammengerecht, sodass es in Reihen auf dem Feld liegt. „Und zum Schluss fahren wir mit einem Traktor samt Rundballenpresse über das Land, um das Heu aufzunehmen und zu pressen.“

Die Heuballen sind laut Althans 250 bis 350 Kilogramm schwer und bis zu 180 Zentimeter hoch. Am Ende der Ernte hat er im Durchschnitt 800 Heuballen und 450 Heulageballen hergestellt. „Das reicht dann für das ganze Jahr.“ Heulage unterscheide sich vom Heu dadurch, dass sie feuchter ist und mehr Eiweiß enthalte. „Das Gras wird noch etwas feucht geerntet und dann mit einer Folie eingepackt. Unter der Folie beginnt dann die Säuregärung und es entsteht Heulage“, sagt Althans. Er appelliert in dem Zusammenhang an Spaziergänger und Kinder, nicht auf den Ballen herumzuklettern. „Dadurch kann die Folie beschädigt werden. Das führt dazu, dass der Ballen nicht mehr luftdicht verpackt ist und sich Schimmelpilz bilden kann.“ Heulage werde zum Beispiel an Zuchtstuten verfüttert, Aufzuchtpferde und an Tiere, die schlecht fressen und deshalb einen höheren Eiweißanteil im Gras gebrauchen können.

Auf dem Gestüt Ellenbach leben derzeit 240 Isländer-Pferde. 80 davon sind eigene Tiere, etwa 160 sind Einsteller, also Pensionspferde. Für sie wird das ganze Heu und die Heulage gebraucht. „Ein Pferd frisst etwa sieben Kilo Heu am Tag. „Im Heu ist alles drin, was das Tier braucht“, sagt Althans. „Man kann zwar den Energieaufwand zum Beispiel nach Ausritten auch wieder mit Kraftfutter etwas ausgleichen, aber theoretisch reicht Heu als Futter für die Pferde.“

Althans bewirtschaftet 160 Hektar Grünland und beschäftigt zwölf Mitarbeiter. Sein Heu wird für die eigenen Pferde und die Einsteller verwendet, verkauft wird davon nichts. Ein Heuballen kostet etwa 40 bis 50 Euro, ein Heulageballen 50 bis 60 Euro.

Dieses Jahr rechnet Althans mit einer guten Qualität seiner Ernte. „In den vergangenen Jahren war die Qualität auch gut, doch durch die starke Trockenheit hatten wir weniger Mengen. Dieses Jahr war das Frühjahr ja eher nass und kühl. Wenn es jetzt immer wieder beständige Wetterperioden gibt, wird die Ernte gut.“ (Theresa Novak)

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