Mitstreiter sind willkommen

Hobby-Historiker bauen Archiv auf: Sie suchen Schätze der Kaufunger Geschichte

Bauen gemeinsam das Kaufunger Archiv im Rathausgebäude auf: Peter Groß (von links), Günter Viehmann und Albert Noll.
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Schaffen gemeinsam ein Archiv im Rathausgebäude: Peter Groß (von links), Günter Viehmann und Albert Noll.

Beim Blick in den Keller des Kaufunger Rat- und Bürgerhauses lässt sich erahnen, dass hier künftig historische Schätze lagern sollen. Drei Hobby-Historiker bauen hier ein Archiv auf.

Kaufungen – Bislang geben allerdings nur ein paar Tische, Regale und Schränke darüber Aufschluss, dass auf rund 60 Quadratmetern ein Archiv für den Gewerbe-, Geschichts- und Museumsverein sowie die Verwaltung der Gemeinde Kaufungen entsteht. Eigentlich wollten Peter Groß (66), Günter Viehmann (77) und Albert Noll (81) hier schon längst arbeiten können – beispielsweise auf Spurensuche gehen, wann ein Klassenfoto entstanden sein könnte. Aber eine Überschwemmung im Gebäude und nicht zuletzt die Corona-Pandemie haben diese Pläne durchkreuzt. Von ihrem Vorhaben abhalten lassen wollen sich Groß, Viehmann und Noll aber nicht.

Albert Noll zählt auf, was in dem neuen Archiv Platz finden kann: „Wir sammeln alte Dokumente, Nachlässe, Fotos ab dem 20. Jahrhundert sowie alte Telefonbücher und Sterbebücher der Kirchen“, sagt der 81-jährige Niederkaufunger. Zum Beispiel eine Fotografie von 1891, die Dr. Lagreze mit seiner Familie zeigt. Laut Adress- und Einwohnerbuch war er noch 1928 Chefarzt der Lungenheilstätte Oberkaufungen.

All das und mehr könnten ihnen Vereine, Verbände, aber auch Privatpersonen anbieten – und sie nehmen es in ihr Archiv auf, um es schlussendlich für die Nachwelt zu sammeln und aufzubewahren. So soll Kaufungens Geschichte besser beleuchtet werden können. Obendrein wollen die Hobby-Historiker tief greifende Ereignisse und Zeitspannen aufarbeiten, beispielsweise die des Ersten Weltkrieges oder aber die Zeit des Nationalsozialismus.

Nun suchen sie dafür nicht nur Zeitzeugnisse. Wichtig sind Helfer, die beim Sortieren der Relikte und schließlich beim Archivieren unterstützen. „Da kommt noch einiges an Arbeit auf uns zu“, sagt Groß.

Entstanden im Sommer 1891: eine Fotografie von Dr. Lagreze mit seiner Familie.

Als Nächstes wollen sie Arbeitsplätze einrichten. „Die Laptops dafür haben wir schon, sie müssen nur noch angeschlossen werden“, sagt Noll. Gleichzeitig wollen er und seine Mitstreiter die Regale und Schränke befüllen. Es kann also bald losgehen.

Service: Wer selbst entsprechende Zeitzeugnisse im Besitz hat, oder aber die Hobby-Historiker beim Archivieren unterstützen will, kann sich an Albert Noll wenden, Tel. 0 56 05/23 62.

Von Moritz Gorny

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