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Mit dem Helikopter Stromseile bei Kaufungen gespannt

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Von: Boris Naumann, Theresa Novak

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Das Bild zeigt einen Bauarbeiter vor einer großen Kabeltrommel, auf die ein Nylon-Seil aufgerollt ist.
Mithilfe eines Hubschraubers wird das Vorseil aus Nylon von Mast zu Mast gezogen. Seilzugbauleiter Sergej Nagin zeigt das mehr als fingerdicke Seil. © Theresa Novak

24 einzelne Stromseile werden zurzeit für die neue 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung Wahle-Mecklar über die Bundesstraße 7 bei Kaufungen-Papierfabrik gespannt.

Kaufungen - Bevor dafür aber alle Voraussetzungen erfüllt waren, musste bereits etwa ein Jahr Vorarbeit geleistet werden. „Wir haben im vergangenen Sommer hier angefangen“, sagt Bauprojektleiter Moritz Zetzmann von der Firma Cteam, die für den Bauabschnitt bei Kaufungen zuständig ist. „In ungefähr acht Wochen werden wir fertig sein.“

Der Abschnitt bei Kaufungen umfasst die Masten 16, 17 und 18. Der Abstand von 16 bis 17 beträgt knapp 390 Meter, der Abstand bis zum nächsten Mast knapp 220 Meter. „Im Durchschnitt sind alle Masten zwischen 60 und 70 Meter hoch, je nach landschaftlichen Voraussetzungen“, erklärt Zetzmann.

Bevor die Stromseile gespannt werden können, wird es spektakulär. Die sogenannten Vorseile aus Nylon werden mithilfe eines Hubschraubers von Mast zu Mast über die Gerüste hinweggezogen. Der Pilot steht dabei in ständiger Absprache mit den Monteuren am Boden. Der Monteur steuert die Trommel des Seilzuges und hält auch mit den Arbeitern auf dem Mast Kontakt.

Im Anschluss werden dann die eigentlichen, knapp vier Zentimeter dicken Stromseile nachgezogen und gespannt. Der Hubschrauber zieht für jedes Bündel ein Vorseil. Ein Bündel besteht aus vier einzelnen Seilen.

„Die Nylonseile sind also nur Platzhalter“, erklärt Seilzugbauleiter Sergej Nagin. „Daran werden dann Stahlflechtseile befestigt und eingezogen, bevor letztendlich die Stromseile mittels Winden über die Masten gezogen werden.“

Die Winden stehen jeweils am Anfang und am Ende des Bauabschnitts, also auf dem Maschinenplatz an Mast 16 und an Mast 18.

Damit der Verkehr während der Arbeiten weiter ungehindert rollen kann, hat Tennet vor Kurzem rechts und links der B 7 jeweils ein zwölf Meter hohes und 45 Meter breites Baugerüst errichtet. „Dafür haben wir sechs Lkw-Ladungen voller Stahlteile benötigt und einen Lkw für die Betonsteine“, sagt Moritz Zetzmann. Für den Bau des Gerüsts seien keine Fundamentarbeiten nötig gewesen. Es seien lediglich Drehhaken in den Boden geschraubt worden.

Insgesamt erstreckt sich der neun Kilometer lange Bauabschnitt von Kaufungen an der B 7 in Richtung Süden über die Söhre bis zur Kreisgrenze bei Guxhagen-Wollrode. Der größte Mast ist 91 Meter hoch, der niedrigste misst 53 Meter. Grundsätzlich wird meist an mehreren Mastbaustellen parallel gearbeitet. Voraussichtlich im Herbst ist dieser Bauabschnitt fertig.

Mit einer Spannung von 380 Kilovolt wird die 230 Kilometer lange Hochspannungsleitung Wahle-Mecklar die Umspannwerke Wahle in Niedersachsen mit Mecklar (Ludwigsau, Kreis Hersfeld-Rotenburg) verbinden. Innerhalb der Strecke gibt es die Umspannwerke Lamspringe und Hardegsen (Niedersachsen).

An den Umspannwerken wird die Energie in die Region verteilt oder bei Bedarf abtransportiert. Ziel ist es, die Übertragungskapazität für Windenergie und die Netzstabilität und Versorgungssicherheit zu erhöhen. Tennet steckt weit über eine Milliarde Euro in das Projekt.

Von Theresa Novak Und Boris Naumann

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