Mitarbeiter im Schnelltestzentrum hatten am ersten Wochenende viel zu tun

In Kaufungen kann man sich auf Corona testen lassen

Die Mitarbeiterinnen von Avisa testen in Kaufungen in einem Drive-In Autofahrer auf das Corona-Virus.
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Reger Betrieb am Maifeiertag: Die Mitarbeiterinnen von Avisa hatten alle Hände voll zu tun. Autofahrer mussten im Drive-In nur das Seitenfenster öffnen, um sich testen zu lassen.

In Kaufungen gibt es nun die Möglichkeit, sich an einem Drive-In auf Corona testen zu lassen. Am Wochenende wurde das Angebot gut angenommen.

Kaufungen – In der Pandemie ist alles anders: 1. Mai-Frühschoppen im Biergarten? Die sind geschlossen. Wanderung mit Freunden und Picknick unterwegs? Geht auch nicht. Doch in Kaufungen konnte man die freie Zeit sinnvoll nutzen.

Dort hat die Event- und Sicherheitsfirma Avisa aus Kassel auf dem Festplatz am Stechkopf ein Schnelltestzentrum errichtet. Ein Container, zwei Zelte und zwei Testlinien – fast wie beim Tüv. Dort nutzten bis zum Mittag schon mehr als 70 Autofahrer den Drive-In. Auch Fußgänger und Radler konnten sich testen lassen.

Es ist ein Testlauf. „Die Leute sollen hier erst mal reinschnuppern und sich gut aufgehoben fühlen“, sagt Florian Schaarschmidt, Avisa-Gebietsleiter für den Raum Kassel. Das Unternehmen unterstütze viele Testzentren bundesweit. Alle Mitarbeiter in diesem Bereich seien medizinisch geschult. Die Avisa-Betriebsärztin Ulrike Heimüller überwacht die Testungen. Zehn Mitarbeiter mit Atemschutzmaske, Handschuhen und Schutzkleidung nehmen mit den Wattestäbchen der Test-Kits Proben aus der Nasenschleimhaut. Dann heißt es für die Testpersonen eine viertel Stunde warten.

Die einen kommen, weil sie nachmittags noch Besuch empfangen wollen. Die anderen, weil ein Besuch in einem Altenheim ansteht, oder so beschäftigt sind, dass in der Woche kaum Zeit ist – wie bei Philip Heitmann, dem Chef von Avisa, der sich auch im Drive-In testen lässt. Ein Kaufunger wartet im Van, im Fonds unterhält sich seine Frau mit den beiden Kindern. „Wir finden das Drive-In klasse. Wir haben uns alle testen lassen“, sagt er. Die Familie lasse sich sehr häufig testen. „Die Kinder sollen sich daran gewöhnen.“

Außerdem gäben die Testungen ein besseres Gefühl, vor Infektionen innerhalb der Familie geschützt zu sein. „Je mehr man sich testen lässt, desto sicherer fühlt man sich“, sagt Lucht Mauritz. Er ist extra mit dem Auto aus Simmershausen gekommen. An einem Feiertag habe er Zeit und könne sich ganz stressfrei testen lassen. „Welches Nasenloch soll es sein?“, fragt die Avisa-Mitarbeiterin Isabell Herbold und beugt sich zum geöffneten Seitenfenster des Fuldatalers herunter. Mauritz deutet auf das rechte Nasenloch. Durch das andere zieht sich ein Ring. Der 19-Jährige hofft, dass sein Testeifer bald belohnt wird. „Mal wieder essen gehen zu können, wäre schön“, sagt er.

Melina Korfei und Daniela Schäfer sind kurz entschlossen vorgefahren. „Wir haben das Hinweisschild am Kreisel gesehen“, sagt Korfei. Als Mitarbeiterinnen eines Kaufunger Blumengeschäfts bleibe in der Woche nicht so viel Zeit zum Testen. Allerdings kommt nur ihre Kollegin zum Zuge. Denn ohne Personalausweis – nur mit Führerschein – gibt es keinen Test. Da gibt es keine Ausnahme.

„Das ist eine sehr, sehr gute Sache und unkompliziert“, sagt Kerstin Frese aus Kaufungen, die mit ihrem Mann Reinhard zu Fuß gekommen ist. „Wir wohnen nur ein paar Straßen weiter“, erklärt sie. Der Test gebe ein Stück Sicherheit, zumal sie häufig am Wochenende Besuch von Tochter und Schwiegersohn bekämen.

Die Schnelltest-Station ist bis Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Wie es dann weitergeht, ist noch offen. (Peter Dilling)

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