1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Kaufungen

Tierhandel im Kreis Kassel aufgeflogen – Kleiner Affe gerettet

Erstellt:

Von: Monika Wüllner

Kommentare

Das kleine Affenmädchen musste in einem Kaninchenkäfig in Kaufungen leben
Das kleine Affenmädchen musste in einem Kaninchenkäfig in Kaufungen leben © Peta

Peta und die örtlichen Behörden haben den Weiterverkauf eines Weißbüschelaffens in Kaufungen verhindert. Das Weibchen soll zuletzt ein „grauenvolles Leben“ gehabt haben.

Kaufungen – Ein kleines Affenmädchen, gehalten in einem Kaninchenkäfig, wurde jetzt in Kaufungen (Kreis Kassel) vor dem Weiterverkauf für 1700 Euro gerettet. Die Tierrechtsorganisation Peta hat in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt des Landkreises Kassel und mit dem für Artenschutz zuständigen Regierungspräsidium Kassel das Tier beschlagnahmt und einer Auffangstation für Wildtiere übergeben.

Durch einen Hinweis wurde Peta auf die Verkaufsanzeige auf einem Online-Portal aufmerksam. Angeboten wurde ein kleiner Weißbüschelaffe. Eine Ermittlerin der Organisation kontaktierte die Verkäuferin und verabredete sich mit ihr für die Übergabe des Tiers. Diese sollte am Dienstagnachmittag in deren Wohnung in Kaufungen stattfinden.

Kreis Kassel: Geretteter Affe aus Kaufungen bekam Marshmallows verfüttert

Das etwa ein Jahr alte Weißbüschelaffenmädchen mit dem Namen Angel wurde in einem Kaninchenkäfig gehalten. Neben Babybrei und getrockneten Bananen wurde sie auch mit Marshmallows ernährt. Angel trug Windeln und wurde vermutlich illegal aus Polen importiert. Die entsprechenden Papiere werden derzeit vom Regierungspräsidium geprüft.

Die vorab informierte Veterinär- und Artenschutzbehörde des Landkreises Kassel war bereits vor Ort, Beweise wurden gesichert. Das Tier wurde umgehend beschlagnahmt und in eine Wildtierauffangstation gebracht, wo es in Kürze mit Artgenossen vergesellschaftet werden soll.

Kreis Kassel: Gesamtzustand des Tieres akzeptabel, aber Käfig viel zu klein

„Das Tier war zwar in einem akzeptablen Gesamtzustand, aber in einem viel zu kleinen Käfig ohne große Bewegungsmöglichkeiten untergebracht“, so Landkreissprecher Andreas Bernhard. Obendrein sei das Tier nicht bei den Behörden gemeldet gewesen. Die Besitzerin sei einsichtig gewesen und habe das Tier freiwillig übergeben, wie Bernhard ergänzte.

In diesem Käfig lebte das Wildtier
In diesem Käfig lebte das Wildtier © Peta

„Das Affenmädchen führte über Monate hinweg ein grauenvolles Leben“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Sie wurde isoliert von Artgenossen in einem kleinen Käfig gehalten und muss massiv gelitten haben. Es ist unfassbar, dass hier in Deutschland noch immer etliche Menschen Primaten halten – davon erfährt in vielen Fällen niemand etwas.“

Zudem sei eine Einzelhaltung der sozialen Lebewesen streng verboten und eine artgerechte Haltung in einer Privatwohnung unmöglich. Der völlig ungeregelte Handel mit exotischen und teils streng geschützten Tieren nehme immer schlimmere Ausmaße an.

Kreis Kassel: Geldstrafe für die Affen-Besitzerin aus Kaufungen

Die Halterin des Weißbüschelaffen hat gegen Paragraf 2 des Tierschutzgesetzes verstoßen. Dafür droht ihr nun eine Geldstrafe. Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen, darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. (Monika Wüllner)

Die Tierschützer von Peta werden immer mal wieder in Nordhessen aktiv: Erst im November zeigten sie den Tierpark Sababurg im Kreis Kassel an.

Auch interessant

Kommentare