Dr. Günter Haackert wurde 1915 in Schwerin geboren

Jeden Tag ein Kännchen Milch: Kaufunger Mediziner feiert 104. Geburtstag

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Dr. Günter Haackert feiert am Freitag mit Familie, Freunden und Nachbarn aus seiner Wohngruppe seinen 104. Geburtstag.

"Mir geht es gut", sagt Dr. Günter Haackert und lächelt. Nur die Nase laufe ein wenig, aber das sei für die Jahreszeit normal. Der ehemalige Allgemeinmediziner ist erstaunlich fit: Am heutigen Freitag wird er 104.

Haackert wurde 1915 in Schwerin geboren. Seinen Vater lernte er nie kennen, er war im Ersten Weltkrieg gefallen. Umso größer ist die Bewunderung für seine Mutter, die vieles allein bewältigen musste: „Ich habe große Achtung vor ihrer Leistung“, sagt Haackert und in seiner Stimme schwingt viel Liebe mit.

Das ist auch so, wenn er über seinen Beruf spricht, den er über einige Jahrzehnte mit großer Leidenschaft ausgeübt hat: Im Zweiten Weltkrieg diente er als Oberstabsarzt unter anderem in Thessaloniki und Prag. „Es war interessant, andere Länder und Kulturen kennenzulernen“, sagt er heute rückblickend.

1946 eröffnete Haackert gemeinsam mit seiner Ehefrau Anemarie, die er in einem Prager Krankenhaus kennengelernt hatte, eine Hausarztpraxis in Niederkaufungen, führte diese bis zum Jahr 1983. Und auch im Ruhestand setzte er sich weiter für den medizinischen Fortschritt ein: 1988 gründete er die Anemarie- und Günter-Haackert-Stiftung, die junge Wissenschaftler auf dem Gebiet der pränatalen Medizin unterstützt.

Seit 2009 lebt Dr. Günter Haackert im DRK-Altenpflegeheim Kaufungen. Und vielleicht sind es auch die festen Gewohnheiten, die ihn jung halten. Jeden Morgen trinkt er zum Beispiel ein Kännchen Milch, dazu gibt es immer Haferbrei und ein Brötchen.

104-Jähriger nimmt an Ballspielen teil

Auch das Lesen der Tageszeitung ist ein wichtiges Ritual für den 104-Jährigen. An den Ballspielen, die regelmäßig in der Einrichtung stattfinden, nimmt er noch immer teil, und wenn es das Wetter erlaubt, genießt er auf dem Balkon gern ein paar Sonnenstrahlen. „Man muss zufrieden sein“, sagt er.

Seinen heutigen Geburtstag wird Dr. Günter Haackert, der noch immer keinerlei Medikamente einnehmen muss, in geselliger Runde verbringen. Er lädt die Nachbarn aus seiner Wohngruppe zum Kaffeetrinken in den Sophie-Henschel-Saal des Altenheims ein, aber auch seine Familie, ehemalige Mitarbeiter, Vertreter der Gemeinde und Bekannte aus der Germania-Burschenschaft werden mitfeiern.

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