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Kaufungen nutzt Förderprogramm: Millionen sollen ins Altdorf fließen

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Von: Moritz Gorny

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Die Treppenanlagen Großer Kirchberg (Foto), Kleiner Kirchberg und Domberg sollen in diesem Jahr saniert werden.
Die Treppenanlagen Großer Kirchberg (Foto), Kleiner Kirchberg und Domberg sollen in diesem Jahr saniert werden. © Moritz Gorny

Kaufungen möchte in den kommenden Jahren vor allem über Fördergeld große Summen für das Altdorf Oberkaufungen in die Hand nehmen. Auch Privatleute werden finanziell unterstützt.

Kaufungen – Dass Arnim Roß beim Ortstermin gute Laune hat, kann an der Sonne liegen, die morgens satt scheint. Oder aber am Projektpaket, um das sich das HNA-Gespräch drehen soll. Denn kürzlich hat das Kaufunger Parlament grünes Licht für das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) gegeben. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich ein Katalog mit Bauprojekten, die in den kommenden zehn bis zwölf Jahren im Altdorf Oberkaufungen umgesetzt werden könnten.

Könnten muss es heißen, weil Kaufungen eine Förderzusage von Bund und Land erhalten hat. Die Gemeinde ist Ende 2020 ins Programm „Lebendige Zentren“ aufgenommen worden. „Aber jedes einzelne Projekt muss geprüft und bewilligt werden“, erklärt Roß. Geschehen ist das bereits für die Sanierung der drei Treppenanlagen im Altdorf. Rund 640 000 Euro soll der Umbau kosten, gut 426 000 Euro kommen aus Fördertöpfen, den Rest zahlt die Gemeinde – so der Plan. Der Beschluss zur Umsetzung könnte in der Gemeindevertretersitzung am morgigen Donnerstag gefällt werden.

„Das Leuchtturmprojekt ist das Sanieren des Regionalmuseums“, sagt Roß. Bis 2028 soll das Museum modernisiert und neu ausgestattet werden. Inklusive Depot sind dafür knapp 5,3 Millionen Euro angesetzt, wovon zwei Drittel aus Fördermitteln kommen. Über 20 Vorhaben stehen noch auf der Liste.

Aber nicht nur kommunale Projekte sind förderfähig, betont Uwe Höger. Er ist einer der Inhaber des Kasseler Planungsbüros „akp“, das die Gemeinde bei der Erneuerung unterstützt: Demnach können Privatleute im Altdorfbereich eine Förderung beantragen. Derzeit würden noch die Formalitäten geklärt, ab Sommer könnte das Programm stehen. Laut Höger soll es zwei Förderwege geben: einen für kleinere Projekte bis zu einer Summe von 80 000 Euro (Anreizprogramm) und einen für größere Vorhaben beispielsweise im sechsstelligen Bereich. Bei dem kleineren Volumen können die Bauherren bis zu 20 000 Euro Fördergeld über die Gemeinde erhalten, die sich das entsprechende Geld mit Bund und Land teilt.

Bei größeren Vorhaben können laut Bürgermeister Roß 100 Prozent der nicht rentierlichen Kosten gefördert werden. Das sind im Grunde Kosten, die der Bauherr nicht wieder hereinholen kann, beispielsweise durch Mieteinnahmen. Roß zufolge entscheidet das Gemeindeparlament für die größeren Förderpakete noch über eine Obergrenze für den Gemeindeanteil.

Um all das zu stemmen, erhält Kaufungen rund eine Millionen Euro jährlich aus den Fördertöpfen. Welches Projekt dann gefördert wird, entscheidet die Gemeinde, auch in Absprache mit dem Land Hessen. Unterm Strich will Kaufungen selbst zwischen vier und fünf Millionen Euro für das Altdorf Oberkaufungens ausgeben. Auch Niederkaufungen soll von Fördermitteln profitieren. „Wir suchen nach einem passenenden Programm“, sagt Roß.

Von Moritz Gorny

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