Überschuss von rund 67.000 Euro

Windkraft sorgt für Geld in den Kassen der Kaufunger Energiegenossen

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Blick auf den Windpark Kreuzstein: Seit Januar 2019 ist die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald an dem Windpark mit 2,2 Prozent beteiligt.

Nach einer Nullrunde im Jahr 2017 kann die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald nun wieder einen Gewinn verbuchen.

Die Kooperative erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018 einen Überschuss von rund 67.000 Euro vor Steuer. Im Geschäftsjahr 2016 hatten die Kaufunger Energiegenossen 9000 Euro, im Jahr 2015 lediglich 6500 Euro erwirtschaftet.

Grund für den Gewinnzuwachs sind nicht nur die relativ windreichen Jahre 2017 und 2018, auch flossen erstmals Erträge aus dem Windpark Stiftswald in die Bilanz ein, an dem die Energiegenossenschaft seit Mitte 2017 beteiligt ist.

Überschuss wird teilweise an Mitglieder weitergegeben 

„Von unserem Überschuss werden wir 46.000 Euro an unsere Mitglieder weitergeben, was einer Dividende in Höhe von 3,5 Prozent pro Geschäftsanteil entspricht“, sagen die Vorstandsmitglieder Bernd Winter und Raymond Deuchert. Die übrigen 21.000 Euro würden zunächst als Rücklage einbehalten.

Aktuell zählt die Energiegenossenschaft 355 Mitglieder, die rund 3000 Geschäftsanteile zu je 500 Euro halten. „Auch hier hat es also weitere Zuwächse gegeben“, sagt Winter. 2018 zählte die Kooperative noch 324 Mitglieder mit 2720 gezeichneten Anteilen. Entsprechend stieg im Vergleich zum Vorjahr auch das Eigenkapital in Höhe von 1,36 Millionen Euro auf nun 1,5 Millionen Euro.

Fotovoltaik

Aktuell sucht die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald weiter nach Investitionsmöglichkeiten – vor allem im Bereich Fotovoltaik. „Nach wie vor favorisieren wir große Dachflächen auf Mehrfamilienhäusern, um Sonnenstrom auf Basis des Mieterstrommodells erzeugen und vermarkten zu können“, sagt Deuchert.

Aktuell würden Gesprächen mit einigen Bauherren geführt, die entsprechende Neubauten planten. Der Wermutstropfen dabei: „Das Mieterstrommodel ist derartig mit bürokratischen Hürden sowie niedrigen Gewinnspannen verbunden, dass nur wenige Bauherren tatsächlich Interesse an diesem Konzept zeigen“, sagt Winter.

Kooperation wird geplant 

So plane die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald nun, eine Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft nordhessischer Energiegenossenschaften einzugehen – einem lockeren Zusammenschluss aller sechs Energiegenossenschaften in der Region. Ziel sei es, auf diesem Wege neue Ideen für Investitionsmöglichkeiten zu finden.

„Sehr interessant ist zum Beispiel die Initiative der Bürger-Energie Kassel & Söhre, die Konzepte zur Eigenstromnutzung für private Haushalte anbietet“, sagt Winter. Die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald verfüge allerdings nicht über die notwendigen Ressourcen, um ein solches Modell umzusetzen. „An dieser Stelle könnte die Arbeitsgemeinschaft helfen.“

Aktuell betreibt die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald Fotovoltaikanlagen auf dem Dach des Kindergartens Sternschnuppe (17,2 Kilowatt), auf dem Dach des Bürgerhauses Kaufungen (32,6 Kilowatt) sowie auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses an der Theodor-Heuss-Straße in Kaufungen (50 Kilowatt).

Windparks

Schon seit Dezember 2014 ist die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald zu 1,8 Prozent (220.000 Euro) am Windpark Söhrewald/Niestetal beteiligt. Im Juni 2017 kam der Windpark Stiftswald mit einer 6,6 Prozent-Beteiligung (860.000 Euro) hinzu. Seit Januar 2019 ist die Kooperative zudem am Windpark Kreuzstein mit 2,2 Prozent (260.000 Euro) beteiligt.

„Wir sind sehr daran interessiert, dass der Windpark Söhrewald/Niestetal mit bislang sieben Windrädern um drei weitere Windkraftanlagen am Warpel erweitert wird“, sagt Winter. Platz auf der insgesamt 289 Hektar großen Fläche (KS43) gebe es dafür noch. „Wir sind sehr an weiteren Windpark-Beteiligungen interessiert“, sagen Winter und Deuchert.

Die Energiegenossenschaft Kaufunger Wald plant ihre nächste Generalversammlung im Juni 2020.

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