Für mehr Vielfalt in Kinderbüchern

Kaufunger Regenbogen-Papi spendet Bücher an Kitas

Übergabe der Bücher an der Kaufunger Kita „Im Feldhof“: Kita-Leiterin Sandra Weihrauch, Erste Beigeordnete Doris Bischoff, Jascha, Mitja und Marcel Kahl.
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Übergabe der Bücher an der Kaufunger Kita „Im Feldhof“: Kita-Leiterin Sandra Weihrauch, Erste Beigeordnete Doris Bischoff, Jascha, Mitja und Marcel Kahl.

Der Kaufunger Gesamtelternbeirat Marcel Kahl hat den sieben Kitas der Gemeinde jeweils neun Bücher gespendet. Diese wurden jetzt an die Kitas verteilt und sollen Kinder vielfältige Familienmodelle zeigen.

Kaufungen - Alleinerziehende, Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Eltern, Pflegefamilien, Großeltern als Vormund – neben dem klassischen Mama, Papa, Kind gibt es noch viele weitere Familienkonstellationen. Diese Vielfalt spiegelt sich allerdings nicht immer in kindlicher Literatur wieder. Und hier kommt Marcel Kahl ins Spiel. Der Kaufunger Gesamtelternbeirat hat den sieben Kitas der Gemeinde jeweils neun Bücher gespendet. Diese wurden jetzt an die Kitas verteilt.

Bei den Titeln hat er sich am eigenen Bücherregal orientiert, erklärt Kahl. Denn als schwuler Vater legt er sehr viel Wert darauf, dass seine Kinder sich in ihren Büchern wiederfinden und mit der vielfältigen Realität konfrontiert werden. „Außerdem habe ich unsere Regenbogenbrunch-Gruppe gefragt, was sie ihren Kindern so vorlesen“, sagt Kahl. Finanziert wurde die Anschaffung der knapp 100 Bücher über Spenden.

Die Resonanz nach der Vorstellung in der HNA und dem Aufruf in den Sozialen Medien sei groß und überwältigend positiv gewesen. Neben Privatpersonen haben auch lokale Firmen und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst das Projekt unterstützt, erklärt Kahl. Zusätzlich zu den Kitas hat er auch an die zwei Schulbeiräte Buchpakete übergeben. „Sie werden die Bücher bei Schulöffnung übergeben.“ Außerdem plant er, die private Kita Wühlmäuse und die Kaufunger Büchereien zu beschenken. „Immer noch angedacht ist, für die Zeit nach Corona, Lesungen zu veranstalten und Fragen der Kinder zu beantworten“, so Kahl.

Sandra Weihrauch, Leiterin der Kita „Im Feldhof“, nahm die Bücher im Namen aller Kitas entgegen. Sie freute sich sichtlich über die Spende, die in dieser Größenordnung bisher einzigartig sei: „Die Welt ist bunt. Es ist gut, dass die Kinder verschiedene Familienmodelle erleben und sehen, das ist total normal. Mithilfe der Bücher können wir auch Themen und Fragen aufarbeiten.“ Die hätten Kinder oft, wenn sie selbst betroffen sind, etwa bei Trennung, oder wenn neue Familienkonstellationen entstehen. Gleichgeschlechtliche Eltern wie die Kahls würden dagegen kaum Fragen bei Kindern auslösen.

Auch die Gemeinde begrüßt die Aktion ausdrücklich, sagte die Erste Beigeordnete Doris Bischoff: „Es gibt heute ganz verschiedene Modelle, die zu unserem normalen Zusammenleben gehören. Hauptsache ist, dass die Familie ein Nest für das Kind ist, in dem es sich geborgen fühlt. Wir müssen Toleranz nicht nur predigen, sondern auch leben.“

Fünf Kinderbuchempfehlungen zum Thema Diversität

Das sind fünf der neun Titel, die Marcel Kahl verteilt hat. Wer weitere Tipps braucht, bekommt die auch auf seinem Instagram-Account „Regenbogenpapi“.

„Alles Familie“ von Alexandra Maxeiner und Anke Kuhl ist ein illustriertes Sachbilderbuch, das Familienmodelle erklärt. Mit Humor geht es auch um Bluts- und Wahlverwandtschaften, um Einzelkinderglück und die Möglichkeit, die gleiche Nase wie Opa abzukriegen.

„Ein Ei für Zwei“ von Susanne Lütje und Lisa Rammensee ist ein Pappbilderbuch für Kinder ab 18 Monate. Es erzählt von den Pinguin-Männern Pingu und Pongo, die ein einsames Ei finden und ausbrüten.

„Du gehörst dazu: Das Große Buch der Familien“ von Mary Hoffman und Ros Asquith ist ein illustriertes Kinderbuch ab 4 Jahre. Neben Familienformen werden auch unterschiedliche Wohn- und Arbeitsmodelle dargestellt.

„Raffi und sein pinkes Tutu“ von Riccardo Simonetti und Lisa Rammensee ist ein humorvolles Bilderbuch über Toleranz. Raffi geht in seinem liebsten Tutu zur Schule und wird als Junge deswegen von den anderen ausgelacht. Doch mit Mut und familiärer Unterstützung geht er seinen Weg.

„Max findet einen Freund“ von Anna Lisicki-Hehn ist ein Bilderbuch. Es geht um die Frage, ob Max das Kaninchen, das er im Garten gefunden hat, behalten darf. Bei der Auswahl der Hauptcharaktere legte die Autorin Wert auf Diversität und Genderneutralität, thematisiert dies aber nicht explizit.

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