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Kaufunger werkeln für ein grüneres Zuhause

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Von: Moritz Gorny

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Das Fundament ist schon gesetzt: Thomas Wolfrom hat Metallprofile für eine Solaranlage auf sein Garagendach gesetzt. Im Hintergrund ist das Haus zu sehen, dass er mit seiner Frau Susanne bewohnt.
Das Fundament ist schon gesetzt: Thomas Wolfrom hat Metallprofile für eine Solaranlage auf sein Garagendach gesetzt. Im Hintergrund ist das Haus zu sehen, dass er mit seiner Frau Susanne bewohnt. © Moritz Gorny

Solarzellen auf dem Dach, Dämmung und Fenster: Ihr Haus hat Familie Wolfrom aus Kaufungen fast vollständig selbst auf einen moderneren, energiesparenden Stand gebracht.

Kaufungen – Was seine Lehrer früher für einen großen Fehler hielten, hat sich für Thomas Wolfrom vielfach ausgezahlt. Statt nach der zehnten Klasse an der Integrierten Gesamtschule Kaufungen weiter die Schulbank zu drücken, ging er ins Handwerk. Dank seiner Zimmermannslehre, einem Bauingenieurstudium und Spaß an der Arbeit mit den Händen, konnte er sein Elternhaus für sich und seine Frau Susanne selbst umbauen. Egal ob Fenster, Fassade, Böden, Dämmungen, Heizung oder auch das Dach, bei allem hat er eigenen Angaben zufolge alles oder zumindest einen Großteil selber erneuert.

Das Haus der Wolfroms an der Pommernstraße in Oberkaufungen, das 1972 erbaut wurde, ist nun auf einem guten Stand. „Durch das Hand anlegen haben wir eine Menge Geld gespart“, sagt Thomas Wolfrom. Das neueste Projekt des 57-jährigen leidenschaftlichen Bastlers und Ingenieurs ist eine zweite Solaranlage auf der Garage. „Die Profile habe ich geplant und angefertigt“, sagt er. Das spare über 10 000 Euro ein. Ist die Anlage samt Solarmodulen fertig montiert, soll sie bis zu sieben Kilowatt Leistung erbringen können. Hinzu kommt dann auch ein Stromspeicher mit insgesamt zehn Kilowatt Kapazität. Module auf dem Hausdach der Wolfroms sammeln schon jetzt die wertvolle Sonnenenergie – mit neun Kilowatt maximaler Leistung für den Haushalt.

Susanne Wolfrom kümmert sich um den Garten und kann beispielsweise Zucchini ernten.
Susanne Wolfrom kümmert sich um den Garten und kann beispielsweise Zucchini ernten. © Moritz Gorny

„Wir wollen möglichst autark sein“, sagt Thomas Wolfrom. Voll und ganz klappe das nicht, zumal es auch mal düstere Tage gibt, aber annähernd zumindest. Dass die Wäsche wegen des Sonnenstandes besser um neun statt um sieben Uhr angestellt wird, daran hat sich Susanne Wolfrom bereits gewöhnt. „Wir richten unser Leben ein Stück weit nach dem Wetter aus“, erläutert die 56-Jährige. Auch Pflanzen im Garten werden dann gegossen, wenn Wasser da ist. Allerdings hat die Familie mit rund 1700 Litern in Bassins viel zur Verfügung.

Will das Paar mal den Alltag hinter sich lassen, geht es mit dem Zug zu einem Radweg, den sie in die Pedale tretend erkunden. In diesem Jahr sind Wolfroms den Havelradweg abgefahren. Auf dem Spreeradweg, zwischen Berlin und Usedom und am Bodensee waren sie ebenfalls schon unterwegs.

Nur warum tun sie das? Das Leben könnte bequemer sein. „Ein schlechtes Gewissen künftigen Generationen gegenüber“ treibe Thomas Wolfrom an, auf den eigenen Energieverbrauch zu achten. „Wir wollen nicht wieder im Mittelalter landen, aber in manchen Dingen kann man auch zurückstecken“, ergänzt Susanne Wolfrom.

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