Marion hofft auf Rettung

Kaufungerin benötigt Stammzellen: 160 Personen ließen sich registrieren

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Jenny Fitzenberger (rechts) macht vor, wie es geht: Mund auf, Stäbchen rein – fertig. Helferin Romina Engelhardt kümmert sich um die Formalitäten. 

Die 60-jährige Marion aus Kaufungen hat Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist ihre einzige Überlebenschance. Nun hofft die Frau auf ein Wunder.

Es war ein kleines Volksfest, was Ramona Fiege in St. Ottilien auf die Beine gestellt hatte. Vor dem Hugenottenhaus roch es nach Bratwurst, gerösteten Kartoffeln und es wurde Kaffee und Kuchen verkauft. Fast alle, die hier zusammenstanden, hatten vorher ihre vielleicht lebensrettende Speichelprobe abgegeben.

Die 60-jährige Marion aus Kaufungen hat Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist ihre einzige Überlebenschance. Sie kann nur überleben, wenn es einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist.

Stammzellenspender treffen sich

Blickt man in den großen Raum des Hugenottenhauses, sieht man Helfer an langen Tischreihen mit ihren Unterlagen sitzen. Sie warten auf Stammzellenspender. „Das Helferteam besteht aus circa 75 Personen, die das alles freiwillig machen“, freut sich Fiege. Auf anderen Tischen ist viel Informationsmaterial ausgelegt, damit alle wissen, um was es geht. 

Auch Marina Sterz ist extra aus Baunatal nach St. Ottilien gefahren, um zu helfen. „Meine Freundin ist hier im Helferteam und hat mir davon erzählt. Da war mir klar, dass ich auch helfen will“, erzählt sie und steckt sich das dritte Wattestäbchen in den Mund und führt es an den Schleimhäuten entlang. Drei mal eine Minute dauerte der ganze Prozess, dann wird die vielleicht lebensrettende Spende in einem Röhrchen verschlossen. Ob ihre Spende in Frage kommt, steht noch nicht fest. Die Proben werden untersucht und in einer weltweiten Datenbank registriert. Über acht Millionen haben sich bereits registrieren lassen, aber das reicht immer noch nicht. „Es ist die berühmte Nadel im Heuhaufen, die gesucht wird“, erklärt Manuela Seifert vom Helferteam, die den Registrierungsbogen von Marina Sterz ausfüllt. „Die Gewebemerkmale des Spenders mit dem Patienten müssen zu hundert Prozent übereinstimmen.“ Allein in Deutschland findet jeder zehnte Patient keinen passenden Spender.

Von diesen Zahlen lassen sich die Helfer aber nicht abschrecken. Geht es doch bei der Aktion in St. Ottilien auch um die Möglichkeit, einen Spender für die Tante von Ramona Fiege zu finden (wir berichteten). Trotz der 161 Spender ist Fiege etwas enttäuscht: „Ich hatte mir mehr erhofft, aber wenn unsere Aktion auch nur einem Menschen helfen kann, hat ich der Aufwand gelohnt“, resümiert sie.

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