Farina Regn nimmt an Europäischen Bürgerforen teil

Kaufungerin redet bei EU-Politik mit

Engagiert sich auf EU-Ebene: Farina Regn aus Oberkaufungen nimmt an Europäischen Bürgerforen teil.
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Engagiert sich auf EU-Ebene: Farina Regn aus Oberkaufungen nimmt an Europäischen Bürgerforen teil.

Selber Politik machen, daran hatte Farina Regn eigentlich kein Interesse. Doch durch einen Zufall kann sie sich jetzt auf einer großen Bühne politisch einbringen.

Kaufungen – Die 45-Jährige nimmt an Europäischen Bürgerforen teil, einer Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Konferenz zur Zukunft Europas“. Sie ermöglicht es EU-Bürgern, ihre Wünsche und Anliegen für die Politik zu sammeln. Schließlich sollen diese bei den Entscheidungsträgern landen. Und so kann die Kaufungerin womöglich die EU-Politik ein bisschen mitbestimmen.

Wie es dazu kam, dass sich die Mitarbeiterin eines Bioladen-Kollektivs plötzlich plötzlich im EU-Parlament in Straßburg wiederfand, beschreibt sie so: Im Sommer bekam sie einen Anruf von einem Bonner Institut. Man hat ihr vom EU-Bürgerforum erzählt, wollte Name, Alter, Geschlecht und Wohnort wissen. „Als ich gehört habe, dass sie Menschen für das Forum suchen, dachte ich, die veräppeln mich“, sagt die 45-Jährige. Trotzdem hat sie sich bereit erklärt mitzumachen, wenn es gewünscht ist. „Ich dachte, das wird eh nichts.“

Bis zum August: Da bekam Regn die Zusage für drei Wochenenden, während derer sie sich mit Menschen aus ganz Europa wiederfinden würde. Zwei der drei Konferenzen hat sie nun schon hinter sich, eine in Präsenz in Straßburg und eine online. Regn hat in Arbeitsgruppen zum Thema „Klimawandel und Umwelt/Gesundheit“ gearbeitet. Gemeinsam mit Zyprioten, Portugiesen, aber auch Niederländern und Ungarn. „Wir haben uns zum Beispiel damit beschäftigt, wie Umwelt- und Ernährungsthemen besser in der Bildung vorkommen können.“

Regn bringt Idealismus mit

Obwohl die Teilnehmer politisch aus unterschiedlichen Richtungen kamen, „konnten wir uns beispielsweise darauf einigen, bei der EU anzuregen, ein EU-weites Bildungsangebot zum Thema gesunde Ernährung einzuführen“. Oder aber, sich für mehr Bewegung einzusetzen.

Ob die Empfehlungen, die aus den Arbeitsgruppen kommen, von den Entscheidern auch umgesetzt werden, stehe auf einem anderen Blatt. „Da spielen ja noch andere Faktoren wie Lobbyismus eine Rolle“, sagt Regn. Aber sie freue sich, dass die EU ihre Bürger auf diese Weise mit einbindet – und dass man durch Gespräche auch einer Spaltung in Umweltfragen entgegenwirken kann.

Ob die letzte der drei Konferenzen – dieses Mal in Warschau – in Präsenz stattfinden kann, wird sich noch zeigen. So oder so will die 45-Jährige, die sich selbst als Idealistin beschreibt, sich dafür einsetzen, dass Menschen in der EU nachhaltiger und gesünder leben können.

800 Bürger können sich Gehör verschaffen

Die vier Bürgerforen, an denen je 200 EU-Bürger teilnehmen, finden von Oktober 2021 bis Januar 2022 statt. Laut Pressemitteilung der Europäischen Kommission tritt jedes Forum drei Mal zusammen und erarbeitet Empfehlungen, die später von den Entscheidungsträgern berücksichtigt werden sollen.

Themen sind beispielsweise Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit, Sicherheit sowie Klimawandel und Migration. Die Teilnehmer wurden von unabhängigen Meinungsforschungsunternehmen per Zufallsprinzip nach fünf Kriterien ausgewählt, wie geografische Herkunft und Bildungsstand.

Von Moritz Gorny

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