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Kaufungerin stellt Präventionsangebot für mentale Gesundheit auf die Beine

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Von: Hanna Maiterth

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Laufen gegen schlechte Laune: Mit Hilfe der Laufschuhe hat Psychotherapeutin Verena Wendt ein Präventionsangebot für die mentale Gesundheit auf die Beine gestellt. Die Teilnehmerinnen Caterina Brandschau (von links), Ute Link und Christine Link sind begeistert.
Laufen gegen schlechte Laune: Mit Hilfe der Laufschuhe hat Psychotherapeutin Verena Wendt ein Präventionsangebot für die mentale Gesundheit auf die Beine gestellt. Die Teilnehmerinnen Caterina Brandschau (von links), Ute Link und Christine Link sind begeistert. © Hanna Maiterth

Die Psychotherapeutin Verena Wendt aus Kaufungen hat ein Präventionsangebot für die mentale Gesundheit durch sportlichen Einsatz entwickelt.

Kaufungen – Wenn am Sonntag beim Kassel Marathon der Startschuss fällt, läuft auch Verena Wendt mit. Die 42-Jährige ist Psychotherapeutin in Kaufungen. Und nicht nur sie läuft mit, sondern auch Menschen aus ihrer Laufgruppe. Im Fokus der Gruppe, die sie vor etwas mehr als drei Monaten gegründet hat, steht mentale Gesundheit, insbesondere die Depressionsprävention. „Ich möchte das Thema aus der Schmuddelecke und Tabuzone holen“, erklärt Wendt.

Das ist auch einigen Teilnehmern eine Herzensangelegenheit. Christine Link, Ute Link und Caterina Brandschau haben selbst mit Depressionen zu kämpfen. Sie finden es wichtig, Sichtbarkeit für die psychische Gesundheitsprävention zu schaffen.

Christine Link ist in Therapie. Den Lauftreff habe sie als gute Ergänzung gesehen. „Ich wollte sowieso wieder mit Laufen anfangen und mit festem Termin funktioniert das besser“, sagt die 30-Jährige. Ihre Mutter, Ute Link (64), konnte die junge Frau ebenfalls für das Angebot begeistern. „Sonst bin ich eher die Einzelkämpferin“, erzählt Christine Link. Ihr falle es schwer, sich Gruppen anzuschließen. Doch der Lauftreff sei ein guter Einstieg gewesen und habe sie motiviert.

Die Herausforderung bewältigen unter dem Motto „Laufen gegen schlechte Laune“

Aus gesundheitlichen Gründen werden die beiden Frauen nicht an der Staffel teilnehmen. Dafür wird aber Brandschau neben zwei weiteren Teilnehmern ihre Sportschuhe schnüren. Gemeinsam bewältigen sie die Herausforderung unter dem Motto „Laufen gegen schlechte Laune“.

Damit soll Sichtbarkeit geschaffen werden. „Depressionen oder Ängste können jeden treffen“, sagt Wendt. „Und wahnsinnig viele Menschen sind davon betroffen, gerade jetzt.“ Die Coronapandemie, der Krieg in der Ukraine und steigende Preise sorgen bei immer mehr Menschen für Unsicherheiten. „Rund 20 Prozent der Menschen haben in ihrem Leben mit Depressionen zu kämpfen“, zitiert Caterina Brandschau aus einer Statistik. Dabei ist es gleichzeitig schwer und wird immer schwerer einen Therapieplatz zu bekommen.

Die Idee für das Präventivangebot kam Wendt beim Laufen. „Es ist wichtig, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern. Mit Ernährung und Bewegung tun wir das bereits. Aber die Psyche wird leider oft vergessen.“ Deshalb wollte sie Bewegung und Therapie verbinden. Vor dem Start hatte sie keine Ahnung, ob das auch funktioniert. Therapien auch in der Gruppe finden regulär in geschützten Räumen statt. Hier fand das Treffen am See in Kaufungen statt. „Das hätte schief gehen können. Aber die Leute haben sich wohlgefühlt“, zeigt sich Wendt zufrieden und auch die drei Teilnehmerinnen stimmen zu.

500 Euro gehen als Spende an die Stiftung für deutsche Depressionshilfe

30 Minuten Input, 30 Minuten Laufen so lief der wöchentliche Treff ab. Sie hätten sich austauschen können, erzählen die Teilnehmerinnen. Menschen mit ähnlichen Problem zu treffen, habe geholfen sich weniger allein zu fühlen. Gleichzeitig habe der feste Termin für Motivation gesorgt. Auch habe man wertvolle Tipps im Umgang mit den eigenen Ängsten und Problemen bekommen, erklären die drei Teilnehmerinnen. „Am nächsten Tag gab es sogar eine schriftliche Zusammenfassung“, erzählt Brandschau.

Der Kurs war kostenfrei. Aber jeder Teilnehmer konnte Geld spenden, das nun an die Stiftung für deutsche Depressionshilfe geht. „500 Euro sind dabei zusammengekommen“, sagt Wendt. Dieser Kurs endet mit dem Marathon, aber auch im kommenden Jahr könnte eine Laufgruppe zustande kommen. Abhängig vom Interesse der Menschen, will Wendt sie wieder anbieten.

Kontakt: Wer Interesse hat, kann sich im Internet unter gesundimgesundheitssystem.de/kontakt melden.

Von Hanna Maiterth

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