Vierte Corona-Welle macht Pläne für Traditionsevent zunichte

Kein Glühwein in historischem Ambiente: Kaufunger Stiftsweihnacht erneut abgesagt

Vollgepackter Stiftshof: Auch in diesem Jahr müssen Kaufunger und andere Besucher auf die Stiftsweihnacht verzichten.
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Vollgepackter Stiftshof: Auch in diesem Jahr müssen Kaufunger und andere Besucher auf die Stiftsweihnacht verzichten.

Der Pandemie fallen wieder Veranstaltungen zum Opfer: Nachdem bereits der Weihnachtsmarkt in Ahnatal abgesagt werden musste, trifft es nun die Kaufunger Stiftsweihnacht – zum zweiten Mal in Folge.

Kaufungen – „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte am Freitag Dekanin Carmen Jelinek als Vorsitzende des Fördervereins Stiftskirche. Mit dem Freiheiter Bürgerverein und der Gemeinde Kaufungen habe man sich schweren Herzens dazu durchgerungen.

Denn die Infektionszahlen stiegen einfach zu rasant, sagte Jelinek. „Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass das Infektionsrisiko in Kaufungen und der Region nicht noch mehr verstärkt wird.“ Das gelte für die Besucher, für die rund 200 Ehrenamtlichen, aber auch für die Aussteller und die Menschen, die mit ihnen vom 10. bis 12. Dezember und danach in Kontakt gekommen wären.

Obwohl die Verantwortung für Jelinek und alle Beteiligten an erster Stelle steht, wiegt die Entscheidung doch schwer: „Alle wünschen sich deutlich mehr Normalität und die Stiftsweihnacht gehört einfach dazu.“ Mehrere Tausend Besucher waren in den vergangenen Jahren zu dem traditionsreichen Markt mit Kunsthandwerk, Live-Musik und Schmeggewöhlerchen gekommen. Die rund 60 Aussteller waren für dieses Jahr bereits bestellt, es gab zusätzlich eine lange Warteliste. Nun müsse ihnen wieder abgesagt werden. „Wir wissen um die schwierige Situation unserer Aussteller und hoffen auf ihr Verständnis“, sagte Jelinek.

Rolf Müller, Sprecher des Organisationsteams, pflichtete Jelinek bei: „Voriges Jahr gab es noch Hilfen für die Aussteller, dieses Jahr nicht.“ Da mache es sich der Gesetzgeber leicht, denn rein rechtlich könnte die Stiftsweihnacht derzeit stattfinden. Allerdings seien die Auflagen für Ehrenamtliche schlichtweg nicht umsetzbar. „Beim Glühweintrinken sollen zum Beispiel 1,5 Meter Abstand gehalten werden“, sagte Müller.

Es ließe sich aber nicht bei mehreren Tausend Besuchern prüfen, wer zusammengehört und wer nicht. Dazu wäre Sicherheitspersonal notwendig, „und das können wir uns nicht leisten“. Das Corona-Risiko komme noch oben drauf. „Es ist sehr schade, aber es muss so sein.“

Von Moritz Gorny

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