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Kosten für Kaufunger Bauprojekte gehen durch die Decke

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Von: Moritz Gorny

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Bauprojekte in Kaufungen werden wohl deutlich teurer: Auch die Treppenanlagen Großer Kirchberg, Kleiner Kirchberg und Domberg will die Gemeinde sanieren und muss dafür tiefer in die Tasche greifen.
Bauprojekte in Kaufungen werden wohl deutlich teurer: Auch die Treppenanlagen Großer Kirchberg, Kleiner Kirchberg und Domberg will die Gemeinde sanieren und muss dafür tiefer in die Tasche greifen. © Moritz Gorny

Erst die Pandemie, jetzt der Ukraine-Krieg: Bauprojekte werden deutlich teurer. So trifft es nun auch drei Vorhaben in Kaufungen.

Kaufungen – „Das wird teuer“ ist ein derzeit oft fallender Satz. Und es war auch der Satz, der am Montag wie ein Damoklesschwert über der Sitzung des Kaufunger Bauausschusses hing. Konkret ging es dabei um drei Bauprojekte: das Sanieren der Haferbachhalle in Niederkaufungen, das Erneuern der Treppenanlagen sowie den Umbau des Lossetalstadions in Oberkaufungen. Sie werden durch Pandemie und Krieg teurer. Die einhellige Meinung im Bauausschuss war, dennoch an den Vorhaben festzuhalten. In welcher Form, müssen die Parlamentarier aber noch entscheiden.

Haferbachhalle

Statt 1,27 Millionen Euro soll das Sanieren der Haferbachhalle nun 1,8 Millionen Euro kosten. „Das ist die schlechte Nachricht“, sagte Karl-Christian Raabe vom Architekturbüro Sprengwerk. Das wäre eine Steigerung von 41 Prozent.

Zur Erinnerung: In dem Gebäude sollen sowohl der Vereinsraum als auch die Bücherei saniert werden. Ebenfalls steht ein energetisches Aufarbeiten der Halle auf dem Programm, zu dem sich die Gemeindevertreter im vergangenen Jahr noch entschieden hatten. Das große Problem ist laut Raabe, dass die Baufirmen bei Angeboten sehr hohe Preise für Subunternehmer aufschreiben, um bei Steigerungen selbst auf der sicheren Seite zu sein.

„Die gute Nachricht ist, dass wir an einigen Stellen sparen können“, sagte Raabe und erläuterte, dass man beispielsweise auf eine Entertainmentanlage und Deckenfenster verzichten und einen Fördertopf anzapfen könne. Insgesamt ließen sich rund 378 000 Euro einsparen. Vorherrschende Meinung im Ausschuss war allerdings, in den sauren Apfel zu beißen und nicht zu sparen.

Stattdessen solle Raabe möglichst Verlängerungen für Preisbindungen bei Firmen erwirken. So ließen sich die Preise eventuell stabil halten. Ein Baustart im Juni, wie bislang geplant, klappt so allerdings nicht.

Treppenanlagen

Ähnlich düster wie bei der Haferbachhalle sieht es beim Erneuern der Treppenanlagen im Altdorf Oberkaufungen aus: Statt 640 000 Euro soll das Projekt laut wirtschaftlichstem Angebot 892 000 Euro kosten. Also 39 Prozent mehr als angenommen. 426 000 Euro sollen aus einem Fördertopf kommen. Schlussendlich müsste die Gemeinde statt 214 000 Euro 466 000 Euro berappen.

Die Empfehlung von Planer Martin Heer war, erneut auszuschreiben und direkt an die Firmen heranzutreten, wenn das Hessische Wirtschaftsministerium als Fördergeldgeber zustimmt. Das Ziel: Angebote zu bekommen, die dem ursprünglichen anvisierten Preis entsprechen. So empfiehlt es der Ausschuss.

Lossetalstadion

Auch beim Umbau der Sportanlage muss Kaufungen wohl einen satten Preisaufschlag hinnehmen. Laut Bauamtsleiter Jürgen Christmann stehen für das Umkleidegebäude jetzt rund 979 000 Euro unterm Strich, also 99 000 Euro mehr als geplant. Ob die Außenanlage teurer wird, ist noch unklar. Dazu soll es im Sommer Infos geben. Insgesamt waren 2,9 Millionen Euro angesetzt.

Wie es weitergeht, wird in den Ausschüssen beraten und in der Gemeindevertretung beschlossen.

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