Letzte Arbeiten an Kaufunger Stiftskirche – Pavillonbau beginnt im Oktober

Kraft und Köpfchen im Kreuzgang

Eine Frau und zwei Männer stehen an einer Mauer und bringen einen Grabstein an.
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Bringen Grabsteine an Ort und Stelle: Azubine Lola Zach (von links), Meister Christian Rund und Geselle Marius Tucholte (Friedrich Gerloff Naturstein Kassel) arbeiten im Kreuzgang an der Kaufunger Stiftskirche.

Kaufungen – Rund 800 Kilogramm wiegt der Grabstein, den Lola Zach, Christian Rund und Marius Tucholte bewegen müssen. Rund legt einen Gurt um den Stein, der auf Holzlatten flach auf dem Boden liegt. Tucholte hängt den Gurt in einen Haken ein und zieht ihn mit einem Flaschenzug an einem Portalkran hoch. Dann hieven sie den sogenannten Epitaphen mit vereinten Kräften auf eine Sackkarre und schieben sie an die Wand, wo der historische Stein fast an seinem Bestimmungsort ist. Vorsicht ist geboten, dass sie sich nicht die Finger einklemmen. Doch kurze Zeit später ist der Stein an Ort und Stelle. Später wird er auf Konsolen etwa einen halben Meter über dem Boden hängen.

Was die Steinmetze mit Muskelkraft und Köpfchen machen, sind die letzten Arbeiten am Kreuzgang an der Kaufunger Stiftskirche. Ab März wurde die historische, rund einen halben Hektar große Fläche aufgehübscht, die der Stiftung Althessische Ritterschaft gehört. Ein Kleinod und Ort zum Verweilen sollte sie werden, hatte Baron Henn-Wolfram Riedesel kurz vor Baubeginn gesagt. Jetzt ist es soweit – und der Obervorsteher der Stiftung gibt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Der Kreuzgang ist wirklich schön geworden und fügt sich gut ein in das Stiftsareal.“

Auch der Architekt Florian Hönig, dessen Büro das Projekt geplant und begleitet hat, freut sich: „Aus baulicher Sicht waren die Arbeiten zwar nichts besonderes.“ Die Rasenfläche um knapp einen halben Meter heruntersetzen, einen Sandsteinweg in Kreuzform und um den Rasen herum anlegen sowie Mauern bauen und die Epitaphien aufhängen. Aber: „Es war dennoch eine tolle Aufgabe“, sagt der Architekt. Schließlich konnte er als Kaufunger erneut daran mitwirken, dass der Ortskern weiter aufgewertet wird.

„Ich freue mich schon drauf, dass hier bald Menschen Entspannung finden.“ Das sieht Dekanin Carmen Jelinek ähnlich: „Der neue Kreuzgang ist ein Gewinn für das Stiftsareal, wo man zur Ruhe kommen kann.“

Wie teuer das Projekt eigentlich ist, soll nicht öffentlich werden. Allerdings hatte der Landkreis Kassel das Vorhaben mit 45 000 Euro gefördert. Auch die Gemeinde Kaufungen hat die Sanierung des Stiftsareals, darunter auch der Kreuzgang, mit 150 000 Euro bezuschusst.

Jetzt wo der Kreuzgang fertig ist, steht bereits das nächste Projekt ins Haus: Wie berichtet, soll an der Stiftskirche ein neuer Multifunktionspavillon für über 295 000 Euro entstehen. „Wir wollen Mitte Oktober mit dem Bau anfangen“, sagt Architekt Florian Hönig.

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