An Kaufunger Stiftskirche

Kreuzgang soll zum Kleinod werden: Althessischer Stift saniert bald Fläche

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Der Kreuzgang soll ein Ort zum Besinnen werden: Henn-Wolfram Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Obervorsteher der Stiftung Althessische Ritterschaft, zeigt eine Ansicht des Areals mit Blick von Nord-Osten. Unser Bild wurde von Süd-Westen aufgenommen.

Er soll ein Ort zum Verweilen sein: der Kreuzgang neben der frisch sanierten Stiftskirche. „Wir wollen die Fläche, die etwa einen halben Hektar groß ist, umbauen. Hier soll man sich besinnen können“, sagt Henn-Wolfram Riedesel Freiherr zu Eisenbach, kurz: Baron Riedesel.

Er ist Obervorsteher der Stiftung Althessische Ritterschaft, der das Areal an der Kirche gehört. Die Stiftung, die es seit 1532 gibt, will den Innenhof weiterhin für alle zugänglich machen – nur das Antlitz des Platzes soll sich ändern. Baron Riedesel erklärt das so: „Geplant ist, die Rasenfläche um rund 40 Zentimeter abzusenken.“ Drumherum soll ein Sandsteinweg mit Bänken angelegt werden, der Bepflanzung sowie kreuzförmige Wege einrahmt. Diese Wege wiederum führen zur Mitte, in der ein Pflanzenarrangement stehen soll.

Baron Riedesel betont, dass es an der Zeit sei, den Kreuzgang umzubauen: „Als wir im vergangenen Jahr das angrenzende Dormitorium saniert haben, haben wir den Platz auch für Baufahrzeuge und als Steinlager genutzt.“ Deswegen müsse man hier jetzt etwas tun. Und wenn man schon dabei ist, könne man gleich ein Kleinod schaffen, das vom Stiftshof und vom Hüttenhof zugänglich ist.

Wie teuer der Umbau wird, solle nicht öffentlich werden, dafür aber die ungefähre Baudauer. „Ende Februar soll der Umbau losgehen, im Sommer wollen wir fertig sein“, sagt der Kaufunger Architekt Florian Hönig, dessen Büro das Projekt plant und begleitet. In Stein meißeln ließe sich der Zeitplan nicht, schließlich handelt es sich beim Kreuzgang um ein historisches Gelände, das gemeinsam mit der Stiftskirche vor rund 1000 Jahren entstand. „In Kreuzgängen wurden Äbte und Priester beerdigt, wir wissen also nicht, was wir finden, wenn wir hier graben“, sagt der Architekt. Deswegen begleiten Archäologen die Arbeiten.

Dabei ist der Landkreis mit eingebunden. Um das Projekt auch finanziell zu unterstützen, hat Vizelandrat Andreas Siebert 45 000 Euro übergeben. „Wir haben eine Verantwortung, die Region und dementsprechend auch Kaufungen noch attraktiver zu machen,“ so der Vizelandrat bei der Übergabe des Förderbescheids. Indem man den Kreuzgang aufwerte, komme man der Verantwortung nach.

Dem pflichtet auch Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) bei: Die Stiftskirche mitsamt historischem Areal drumherum habe eine Strahlkraft über die Region hinaus. Deswegen sei es gut und wichtig, alles – auch den Kreuzgang – in Bestform zu bringen.

Wer also im Sommer einen Ort zum Verweilen und Nachdenken sucht, soll im umgebauten Kreuzgang in Kaufungen künftig fündig werden.

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