RP sieht keinen Lastverkehrzuwachs nach A44-Tunnel-Freigabe im Herbst 2022

Lkw-Verbot auf B 7 bei Helsa und Kaufungen bleibt bestehen

Das Bild zeigt einen Muldenkipper auf der B7. Rechts am Straßenrand steht ein Durchfahrtsverbotsschild für Lkw über 12 Tonnen.
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Auch nach der Freigabe des A44-Tunnels Hirschhagen zwischen Hessisch-Lichtenau und Helsa im Herbst 2022 wird das Lkw-Durchfahrtsverbot für Lkw über 12 Tonnen auf der B 7 bestehen bleiben. Weder das RP Kassel noch das hessische Verkehrsministerium befürchten durch die Tunnelfreigabe einen Anstieg des Lkw-Verkehrs.

Mit der Freigabe des neuen A 44-Tunnels Hirschhagen zwischen Hessisch Lichtenau und Helsa voraussichtlich im Herbst 2022 wird das derzeit geltende Durchfahrtsverbot für Lkw auf der B 7 offenbar nicht aufgehoben.

Kreis Kassel - Das teilen aktuell das Regierungspräsidium Kassel wie auch das Verkehrsministerium in Wiesbaden auf HNA-Anfrage mit. Damit rückt erneut eine Frage in den Blick, die schon seit Jahren die Menschen im Lossetal beschäftigt: Was passiert mit den ganzen Lkw, die von Osten her über das neue A 44-Teilstück kommen und ab Helsa-Ost auf die B7 überwechseln müssen? Theoretisch dürfte dieser Lkw-Verkehr wegen des geltenden Lkw-Durchfahrtsverbotes gar nicht auf die B 7 auffahren, um die Fahrt in Richtung Kassel fortzusetzen. Nur eine Aufhebung des Durchfahrtsverbotes könnte das Problem lösen. Doch dann gebe es wieder einen Konflikt mit dem Lärmschutz. Denn das Durchfahrtsverbot für Lkw war 2005 eigens aus Gründen der Lärmvermeidung verhängt worden – vom RP Kassel.

Zur Klärung dieses Widerspruchs hatte schon im Oktober 2016 der Kasseler SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels eine Kleine Anfrage an den hessischen Landtag gerichtet. Damals antwortete Verkehrsminister Tarek al Wazir (Grüne), das RP Kassel müsse dafür eine Lösung finden.

Diese Lösung liegt nun vor. So sehen das RP Kassel wie auch das Land „keinen zwingenden Anlass“, das auf der B 7 angeordnete Durchfahrtsverbot für Lkw über 12 Tonnen nach Freigabe des A 44-Abschnitts zwischen Hessisch Lichtenau-West und Helsa-Ost aufzuheben.

„Durch das Verbot hat sich in den zurückliegenden Jahren ein Lärmschutzniveau verfestigt, das sich durch die Aufhebung verschlechtern würde“, teilt RP-Sprecher Hendrik Kalvelage mit. Zum Schutz der Anwohner werde daher von einer Aufhebung abgesehen. „Das ist letztlich auch Vertrauenssache“, sagt Kalvelage. Zur Frage aber, wohin nun die ganzen Lkw fahren sollen, sagt das RP Kassel nichts.

Hier geht wiederum das Verkehrsministerium ins Detail. So gelte das Verbot auf der B 7 lediglich für durchfahrende Lkw ab 12 Tonnen. Quell- und Zielverkehr sei weiter auf der B 7 zulässig – auch in höheren Gewichtsklassen. „Nur Durchfahrende Lkw müssen von Osten her kommend schon ab Herleshausen-Wommen über die A 4 zur A 7 gelangen“, sagt Wolfgang Harms, Sprecher beim hessischen Verkehrsministerium.

Und damit Lkw-Fahrer das auch wirklich tun und nicht schon ab Wommen die Bundesstraßen als Schleichweg nach Kassel nutzen, gilt das Durchfahrtsverbot auf der B 7 bzw. der B 400 schon ab der A 4-Anschlussstelle Wommen. Selbst von Norden und Süden her gelangen durchfahrende Lkw über 12 Tonnen nicht auf die B 7. Denn auch die B 27 ist zwischen Hünfeld und der Kreuzung B 27/B 80 bei Witzenhausen für Lkw seit 2005 gesperrt.

Mit anderen Worten: Die bist jetzt gebaute Autobahn A 44, die aktuell bereits zwischen Hessisch Lichtenau und Waldkappel für den Verkehr freigegeben ist, ist für den durchfahrenden Lkw-Verkehr überhaupt nicht erreichbar. Damit erklärt sich auch die Entscheidung des Ministeriums wie auch des RP, das Lkw-Verbot auf der B 7 nicht aufheben zu müssen. Denn von Osten her werden über die A 44 durch den neuen Tunnel Hirschhagen nach seiner Freigabe überhaupt keine durchfahrenden Lkw rollen.

Zumindest so lange nicht, bis nicht auch das A 44-Teilstück von Wommen bis Waldkappel fertig ist. Das dürfte ab etwa 2025 durchgehend der Fall sein. Spätestens dann werden die Lkw wirklich von Osten her durch den Tunnel Hirschhagen kommen – denn ein Lkw-Verbot auf der Autobahn wird es wohl nicht geben. „Dann werden wir erneut prüfen, ob das Lkw-Verbot auf der B 7 zwischen Helsa und Kassel aufgehoben wird“, sagt Harms. Käme es dazu, hätten die Menschen im Lossetal gut zehn Jahre lang Lkw-Lärm zu ertragen – denn bekanntlich wird das letzte A 44-Teilstück zwischen Helsa-Ost und Kassel wohl erst 2035 fertig gebaut sein.

Von Boris Naumann

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