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Mehr Platz für Kultur und Sport: Hallenpläne liegen nicht mehr auf Eis

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Von: Moritz Gorny, Sebastian Schaffner

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Zeigen den künftigen Standort der Mehrzweckhalle: Wo Bauamtsleiter Jürgen Christmann (links) und Bürgermeister Arnim Roß hocken, wird die Halle in etwa beginnen und hinter ihnen, am Umkleidegebäude, angrenzen.
Zeigen den künftigen Standort der Mehrzweckhalle: Wo Bauamtsleiter Jürgen Christmann (links) und Bürgermeister Arnim Roß hocken, wird die Halle in etwa beginnen und hinter ihnen, am Umkleidegebäude, angrenzen. © moritz gorny

Die Gemeinde Kaufungen will eine Mehrzweckhalle bauen. Zunächst musste das Projekt auf Eis gelegt werden, weil Fördergeld fehlte. Jetzt ist es da. Fuldatal übt indes Kritik an der Vergabe.

Kaufungen/Fuldatal – Die Kaufunger Sport- und Kulturstätten sind gut ausgelastet – der Ruf nach weiteren Hallenzeiten ist seit Jahren zu hören. Nur wo, wenn Räumlichkeiten fehlen? Jetzt gibt es neue Hoffnung: Nachdem der Bau der Mehrzweckhalle im Kaufunger Lossetalstadion zunächst auf Eis gelegt werden musste, hat die Gemeinde kürzlich einen Förderbescheid über gut eine Million Euro vom Bund erhalten. Weil sich der Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels (SPD) für die Finanzspritze eingesetzt habe, könne das rund 2,3 Millionen Euro teure Projekt nun angegangen werden, sagt Arnim Roß (ebenfalls SPD). Der Baubeginn steht laut dem Kaufunger Bürgermeister noch nicht fest. „Wir planen aber, im zweiten Halbjahr die Bauaufträge auszuschreiben.“

Die Halle soll rund 200 Quadratmeter groß sein und sich an das sanierte Umkleidegebäude anschließen. Mit inbegriffen ist ein etwa 153 Quadratmeter großer Multifunktionsraum, der künftig gleichermaßen für Orchesterproben oder aber Sportkurse nutzbar wäre. „Der Vorteil ist, dass Vereine und Verbände den Raum ganzjährig nutzen können“, sagt Roß.

Zunächst hatte die Gemeinde geplant, die Mehrzweckhalle im Zuge der Stadionsanierung aufzubauen. Allerdings blieb der Förderbescheid im Jahr 2020 aus. „Unser Projekt hat sich beim Bund nicht gegen andere Vorhaben durchsetzen können“, erklärt Roß. So mussten die Pläne auf Eis gelegt werden.

Später wagte die Verwaltung einen neuen Versuch in Sachen Fördergeld – mit Erfolg. Groß war also die Freude über die Nachricht, dass rund 45 Prozent der Baukosten über das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erstattet werden. Unterstützung habe die Gemeinde von dem Bundestagsabgeordneten Timon Gremmels (SPD) erhalten. Er hat sich laut Roß für das Vorhaben eingesetzt.

Kritik kommt von Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Nicht, dass er der Gemeinde Kaufungen das Fördergeld nicht gönnen würde. Seine Kritik ist vielmehr grundsätzlicher Natur und zielt auf die aus seiner Sicht fehlende Kommunikation in der deutschen Förderlandschaft ab. Neben Kaufungen hatte sich auch Fuldatal um Geld aus dem Bundesprogramm beworben – unter anderem für die Sporthalle Ihringshausen und um das Dach des Waldschwimmbads zu sanieren. „Es hält aber niemand für nötig, uns mitzuteilen, dass wir leer ausgehen.“

Schreiber hätte sich vom Bund oder auch vom SPD-Bundestagsabgeordneten Timon Gremmels ein Feedback angesichts der Fördergeldbemühungen gewünscht, vor allem dann, wenn sie umsonst waren: „Ein Nein bedeutet auch Planungssicherheit“, sagt er. „Stattdessen lässt sich Herr Gremmels in Kaufungen dafür feiern, dass der Bund die Gemeinde mit 1,04 Millionen Euro unterstützt. Und uns lässt man an der langen Hand zappeln. Wie soll man als Kommune da planen? Ich erwarte ein Mindestmaß an Kommunikation.“

Gremmels sagt dazu auf Nachfrage, dass ihm nicht bewusst gewesen sei, dass sich auch Fuldatal beworben hatte. „Ich kann mich nur für die Bürgermeister einsetzen, die sich bei mir melden. Herr Schreiber kann sich beim nächsten Mal gerne bei mir melden.“

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